ASYL

Ein Drittel weniger Asylanträge in Mecklenburg-Vorpommern

Schon im Frühjahr hatte sich abgezeichnet, dass 2020 erneut weniger Asylsuchende in Mecklenburg-Vorpommern ankommen. Dafür gibt es mehrere Gründe.
dpa
Die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Horst bei Boizenburg. Im Jahr 2020 wurden in MV deutlich weniger Asylanträge gest
Die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung in Horst bei Boizenburg. Im Jahr 2020 wurden in MV deutlich weniger Asylanträge gestellt als im Jahr zuvor (Symbolbild). Jens Büttner
Schwerin ·

Die Zahl der Asylsuchenden in Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Innenministeriums in Schwerin stellten im Vorjahr 1716 Menschen einen Erstantrag auf Asyl. Das war ein Drittel weniger als im Jahr 2019, als 2564 Anträge registriert worden waren.

Neben den Kontrollen an den EU-Außengrenzen sehen Experten die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Reisebeschränkungen als wesentlichen Grund für diese Entwicklung. Das hatte sich auch an den monatlich registrierten Neuzugängen gezeigt, deren Zahl nach dem ersten Quartal erheblich gesunken war.

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Weniger laufende Asylverfahren

Auch die Zahl der laufenden Asylverfahren verringerte sich spürbar. Laut Statistik warteten Ende November 2020 noch 4073 Antragsteller im Land auf eine Entscheidung. Ein Jahr zuvor waren es mit 5368 noch etwa ein Viertel mehr. Laut Innenministerium lebten kurz vor Ende des Jahres knapp 3000 abgelehnte Asylbewerber mit einer Duldung im Nordosten.

Wie in Deutschland insgesamt geht auch in Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der Asylbewerber seit Jahren zurück. Die bislang höchste Zahl hatte es im Nordosten im Jahr 2015 gegeben. Damals beantragten 18.851 Menschen im Land Asyl, im Folgejahr 2016 noch knapp 7300.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge registrierte im Jahr 2020 nach eigenen Angaben bundesweit 102.581 Asylerstanträge. Bei gut 76.000 davon habe es sich um grenzüberschreitende Erstanträge gehandelt, bei etwa 26.500 um Anträge für in Deutschland nachgeborene Kinder unter einem Jahr. Den Rückgang gegenüber dem Vorjahr bezifferte das Bundesamt mit 28 Prozent. Die meisten Anträge seien von Menschen aus Syrien, Afghanistan und Irak gestellt worden.

Hier finden Sie die komplette Statistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

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