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Loch bei Tribsees

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Ein Jahr nach A20-Einsturz werden Autofahrer endlich informiert

Um lange Staus am A20-Loch bei Tribsees zu vermeiden, soll künftig ein elektronisches Hinweissystem Fahrzeiten auf den Umleitungsstrecken anzeigen.
Um lange Staus am A20-Loch bei Tribsees zu vermeiden, soll künftig ein elektronisches Hinweissystem Fahrzeiten auf den Umleitungsstrecken anzeigen.
Bernd Wüstneck

Immer wieder kommt es am A20-Loch zu Staus. Mehr als ein Jahr nach dem Einsturz sollen ab Oktober elektronische Anzeigen über Fahrzeiten auf den Umleitungsstrecken informieren.

Während an der Behelfsbrücke über das A20-Loch bei Tribsees weiter gebaut wird, werden rundherum elektronische Hinweistafeln installiert, die Autofahrern die Fahrzeiten über die Umleitungsstrecken anzeigen sollen. „Das elektronische System dahinter ermittelt permanent die aktuelle Passierdauer für die A20-Umleitung über Langsdorf und diejenige über die Entlastungsstrecke B110 Demmin nach Grimmen mit Fahrtziel Rügen sowie nach Jarmen mit Fahrtziel Usedom und andersherum”, teilte das Verkehrsministerium in Schwerin am Mittwoch mit – fast ein Jahr nach der bis heute andauernden Sperrung der Autobahn.

„Die Fahrerinnen und Fahrer sehen sozusagen in Echtzeit, über welche Strecke sie gerade schneller an ihr Ziel kommen”, so Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Autofahrer, die aus Richtung Rostock kommen, sollen in Höhe Tessin über das Verkehrsaufkommen informiert werden, in der Gegenrichtung soll es eine Hinweistafel an der A20 bei der Anschlussstelle Grimmen Ost sowie eine an der Kreuzung der Bundesstraßen 109 und 111 bei Mönckeberg errichtet werden.

„Die Geräte erfassen mittels Sensoren kontinuierlich das Verkehrsaufkommen jeweils auf der A20 und der B110, rechnen diese Werte um und weisen auf dieser Basis die aktuelle Passierdauer aus“, erläutert Ronald Normann, Abteilungsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Nur bei einer Vollsperrung der Autobahn, beispielsweise durch einen Unfall, soll die Verkehrsmanagementzentrale in Malchow aktiv in die Steuerung eingreifen. „Sie schaltet sich dann ins System ein und meldet über der Anzeigetafeln ein Durchfahrtsverbot für die Autobahn, so dass die Autofahrer auf die Entlastungsstrecke ausweichen müssen“, so Normann.

Anzeige ab Anfang Oktober

Um die reibungslose Funktion der Hinweistafeln sicherzustellen, müssten zunächst Programmierungsarbeiten und die Feinabstimmung vorgenommen werden. „Wir gehen davon aus, dass wir für die Feinjustierung circa vier Wochen benötigen. Anfang Oktober sollen die Anzeigetafeln in den Regelbetrieb übergehen“, sagte Normann weiter.

Insgesamt kostet das System knapp 950.000 Euro. Die Kosten werden vom Bund übernommen. Auch nach der Fertigstellung der Behelfsbrücke, die ursprünglich für den Spätsommer geplant war, mittlerweile wurde der Termin aber auf das Jahresende verschoben, soll das Hinweissystem weiter genutzt werden. „Die Brücke wird die Verkehrssituation deutlich entlasten. Aber dort steht bis zur Fertigstellung der Dauerlösung nur eine Spur je Richtung zur Verfügung, so dass wir in Spitzenverkehrszeiten mit Verkehrsstockungen rechnen müssen”, sagte der Verkehrsminister.

Ende September 2017 war die A20 bei Tribsees gesperrt worden. Das Verkehrsministerium hatte zunächst von einer kurzfristigen Sperrung wegen Straßenschäden gesprochen.