Auf Usedom getötet

Ein Meer von Tränen für Maria K.

Freunde und Verwandte der in Zinnowitz auf Usedom getöteten 18-Jährigen haben sich geäußert. Sie trauern mit rührenden Worten, darunter der Vater des ungeborenen Kindes.
Simone Schamann Simone Schamann
Vom Täter und der Tatwaffe der getöteten Maria K. fehlt weiterhin jede Spur.
Vom Täter und der Tatwaffe der getöteten Maria K. fehlt weiterhin jede Spur. Tilo Wallrodt
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Zinnowitz.

Offen, fröhlich, ein bisschen zerstreut, loyal und zuverlässig. Ein sanftes Mädchen, ein Sonnenschein. Nach dem ersten Schock über die furchtbare Tat trauern Freunde und Verwandte der ermordete Maria K. (18) mit liebevollen, fassungslosen Worten um den Teenager, der so brutal aus ihrer Mitte gerissen wurde. Vom Täter fehlt weiterhin jede Spur.

Marias Mutter, Simone K. aus Stralsund, war nach der Todesnachricht zusammengebrochen, kam ins Krankenhaus. Die eigene Tochter und das ungeborene Enkelkind ermordet. Der Schmerz, den die Stralsunderin durchmacht, ist kaum vorstellbar. Erst am Freitag ließen die Ärzte Simone K. nach Hause.

Rührende Worte von Marias Mutter

Ihre Kraft reichte gerade für eine erste Nachricht an den Freundes- und Familienkreis. Erschüttert bittet sie ihre Facebook-Freunde, an ihre Tochter zu denken. „Ich bin die Mama von der kleinen, süßen Maus“, schreibt sie. „Stellt Blumen und Kerzen hin, tut das für mich und Maria.“ Und: „Wir denken an dich, mein Sonnenschein, du fehlst mir sehr, mein Engel, meine Süße. Du bleibst in meinem Herzen.“ Dazu postete sie das Bild eines weinenden Teddys.

Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Artikel zum gewaltsamen Tod von Maria auf der Insel Usedom.

Enge Verwandte antworten umgehend und tief erschüttert.z „Sie war zielstrebig, hat alles gemeistert, obwohl sie noch so jung war“, erinnert sich Cousine Anja an die tote Maria. „Ich werde sie nie vergessen, meine kleine Maus mit den braunen Kulleraugen.“

Exfreund aus der Bahn geworfen

Andere drücken in wenigen Worten aus, wie sehr sie der Verlust bewegt. „Maria war ein tolles Mädchen“, schreibt eine Freundin. Eine andere: „Es ist so schrecklich, was ihr angetan wurde.“

Auch Marias Exfreund, der noch im vergangenen Herbst am Strand von Usedom Hand in Hand mit Maria spazieren ging, hat der Mord an seiner damaligen Freundin vollkommen aus der Bahn geworfen.

Im Gespräch mit dem Nordkurier war Daniel Sch. aus Torgelow kaum in der Lage, etwas zu sagen, wirkte tieftraurig und aufgewühlt. Einen Tag später ist er nicht mehr anzutreffen. Daniels neue Freundin Alexa zum Nordkurier: „Er ist wegen der Sache völlig fertig. Daniel ist jetzt erst mal bei Freunden und versucht, etwas Schlaf zu bekommen.“

Maria blühte durch Schwangerschaft auf

Und dann ist da noch Alex W., der 16-jährige feste Freund der Ermordeten und Vater ihres ungeborenen Kindes. In einem Interview beschreibt er, wie sehr er seine große Liebe vermisst. „Ich bin todtraurig und fühle mich schrecklich“, sagt Alex. „Ich wünschte, das Ganze wäre ein Albtraum. Ich will aufwachen und Maria endlich wieder in den Arm nehmen.“

Wie fast alle Teenager sei sie in der Schule manchmal ein bisschen faul gewesen, durch die Schwangerschaft sei Maria aber regelrecht aufgeblüht. „Nachdem sie vom Baby erfahren hat, hat sie richtig geackert“, sagt er. „Für unser Kind.“

Suche nach Täter fortgesetzt

Immer wieder geht er in Gedanken den vergangen Mittwoch durch, an dem er durch einen gemeinsamen Freund vom Mord an Maria erfuhr. „Ich hatte ein mulmiges Gefühl, weil ich gar nichts von ihr hörte“, sagt Alex, der wie Maria die Berufsschule besuchte. „Dann habe ich ihr geschrieben: ‚Ich liebe dich.‘ – aber es kam nichts zurück. Da war ich mir sicher, dass etwas nicht stimmt.“

Während Freunde und Verwandte trauern, hat die Polizei am Freitag die Suche nach dem Täter fortgesetzt. Erneut wurde ein Fährtenhund eingesetzt. Die Bereitschaftspolizei durchkämmte erneut systematisch das Umfeld des Hauses, in dem Maria gelebt hatte. Ohne Erfolg.

Wenn Alex an den Täter denkt, packen ihn Wut und Verzweiflung. „Was hat Maria Schlimmes getan?“, fragt er. „Ich will, dass derjenige endlich gefasst wird“, sagt Alex W.. „Ich will dem Täter in die Augen schauen.“

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