LANDTAGSWAHL

TV-Duell zwischen Schwesig und Sack fast ohne Wirkungstreffer

12 Tage vor der Landtagswahl trafen Manuela Schwesig und Michael Sack in einem TV-Duell aufeinander. Nutzte der CDU-Spitzenkandidat seine letzte Chance?
Stellten sich im TV-Duell: Manuela Schwesig und Michael Sack.
Stellten sich im TV-Duell: Manuela Schwesig und Michael Sack. Jens Büttner
Schwerin ·

Spielt er auf Sieg und attackiert die Regierungschefin? Oder geht er auf Kuschelkurs und bringt sich als alter und neuer Koalitionspartner ins Spiel? Die Rolle des nach zahlreichen Umfragen weit im Hintertreffen liegenden Herausforderers Michael Sack (CDU) war im Vorfeld des TV-Duells mit MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig mächtig diskutiert worden. (Hier können Sie das Duell in der ARD-Mediathek schauen.)

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Die Junge Union, die Nachwuchsorganisation der CDU, hatte am Dienstagabend bei der Ankunft Sacks vor dem Fernsehstudio des NDR in Schwerin mit Applaus, Sprechchören und Plakaten deutlich gemacht, was sie von ihrem Kandidaten erwartete: Abteilung Attacke! Und auch beim eigens organisierten christdemokratischen Public Viewing hatte sich die CDU angriffslustig präsentiert.

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Und der Spitzenmann selbst, der vor einem Jahr bei seiner Nominierung vollmundig angekündigt hatte, Manuela Schwesig aus der Staatskanzlei vertreiben zu wollen? Nun, Michael Sack ist kein Lautsprecher. Das Säbelrasseln ist nicht seine Angriffstechnik. Aber trotzdem setzte der CDU-Mann gleich zu Beginn einen Stich, in dem er sich verwundert zeigte, dass die SPD ihre Schwerpunkte in Wirtschaft, Soziales und Umwelt setze und nicht in Bildung, „die doch die größte Baustelle in MV ist“.

Auch beim Tempolimit unterschiedlicher Meinung

Schwesig konterte mit einem Millionenprogramm, das in die Schulsanierung und damit auch in die Digitalisierung investiert werde. Das aber reichte Sack nicht, das Programm würde ins Leere laufen, solange „Mecklenburg-Vorpommern beim schnellen Internet Entwicklungsland ist“. Die Ministerpräsidentin räumte ein, dass die Funklöcher nervig seien, verwies aber zugleich auf 200 Funkmasten, die schnellstmöglich installiert werden sollten.

Made with Flourish

 

Schlagabtausch ja – Wirkungstreffer nein. Letzteren versuchte Schwesig zwischenzeitlich anzubringen, in dem sie Sack vorwarf, die Haushaltsklausur der Landesregierung geschwänzt zu haben. Sack pendelte den politischen Schlag aus und verwies auf die kostenfreie Kita, die die Landesregierung als großes Projekt feiere, die die Landkreise und Kommunen finanziell aber stark belasten würde.

Konträr standen sich Amtsinhaberin und Herausforderer auch beim Tempolimit gegenüber. Schwesig räumte zwar ein, dass sie gerne schnell Auto fahren würde, am Ende aber sei ein Tempolimit von 130 km/h sinnvoll. Sack wiederum betonte, dass Mecklenburg-Vorpommern groß und die Entfernungen weit seien, deshalb halte er nichts von einem Tempolimit.

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Vollgas will Schwesig aber beim Kampf um jede Wählerstimme für die SPD geben. Die Ministerpräsidentin wollte sich auf keine Koalitionszusage Richtung Links-Grün oder CDU festlegen lassen. Sack wiederum plädierte für eine vernünftige Sachpolitik aus der politischen Mitte heraus – und das klang dann doch so, als könne er als Juniorpartner mit der CDU in eine erneute Große Koalition eintreten.

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Kommentare (5)

in vier Jahren!

Sack kam sachlich, ruhig und konzentriert rüber, im Gegensatz zu Schwesig. Bei ihr kam eher das Gefühl der Geheztheit auf. Kein souveräner Auftritt. Trotzdem keine Stimme für Sack. Die falschen Infektionszahlen aus seinem Kreis VG Anfang 2020 zu Beginn der Saison, und deren Rechtfertigung, sprechen nicht für Seriosität.

meinte natürlich Frühjahr 2021...sorry

Das war nicht gehetzt. Das war unbändige Wut darüber, dass sich jemand öffentlich traut, ihre Politik (zumindest in einigen Punkten) anzuzweifeln.
Wo sie doch unser aller LIEBLINGS-Königin ist.

Der CDU Kandidat hat sich im Schlusswort als Nett bezeichnet , also erstmal Eigenlob stin.... Herr Sack kann nicht mal einen Landkreis fehlerfrei führen und will hoch hinaus.