CDU-LANDESVORSITZ

Ein Rehberg-Anruf überzeugte CDU-Mann Sack

Michael Sack benötigte nur einen Moment Bedenkzeit – dann sagte er Ja zur Kandidatur für den CDU-Landesvorsitz in MV. Zuvor hatte es einen überraschenden Anruf gegeben.
Möchte die CDU-Führungskrise in MV lösen: der amtierende Landrat von Vorpommern-Greifswald, Michael Sack.
Möchte die CDU-Führungskrise in MV lösen: der amtierende Landrat von Vorpommern-Greifswald, Michael Sack. Philipp Schulz
Schwerin.

Erst unmittelbar vor der Sitzung des CDU-Landesvorstandes am vergangenen Freitag in Güstrow klingelte bei Michael Sack das Telefon. Am anderen Ende der Leitung: Eckhardt Rehberg, kommissarischer Chef der CDU seit dem Kokert-Rücktritt im Januar. Auf die Frage Rehbergs, ob er kandidieren wolle, habe Sack nur einen Moment Bedenkzeit benötigt, dann zugesagt.

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Rehberg hätte sich Findungskommission gewünscht

Dies berichteten Rehberg und Sack am Montagmittag auf einer Pressekonferenz in Schwerin. Nach dem Rückzug von Hoffnungsträger Philipp Amthor hat sich dort der neue Kandidat für den Landesvorsitz der CDU Mecklenburg-Vorpommerns, Michael Sack, erstmals genauer zu seiner Kandidatur äußern. Sack war am Freitagabend vom Landesvorstand als Kandidat für den Parteivorsitz nominiert worden. Er ist bislang der einzige Kandidat für den Posten. Der Bundestagsabgeordnete Amthor hatte am Freitag den Verzicht seiner Kandidatur erklärt.

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Auf der Pressekonferenz am Montag hatte Rehberg auch betont, dass er sich schon nach dem Kokert-Rücktritt eher eine behutsame Nachfolge-Suche im Rahmen einer Findungskommission gewänscht hätte. Als Amthor und Justizministerin Katy Hoffmeister aber relativ schnell ihren Hut in den Ring geworfen hatten, sei dies obsolet gewesen.

Sack machte bei der Pressekonferenz deutlich, dass die Frage der Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2021 zu späterer Zeit geklärt werden müsse.

CDU-Hoffnungsträger Amthor musste wegen umstrittener Lobbyarbeit zurücktreten

Philipp Amthor war er wegen seiner Nebentätigkeit und Lobbyarbeit für das US-amerikanische IT-Unternehmen Augustus Intelligence massiv in die Kritik geraten. Auch aus seiner eigenen Partei gab es zahlreiche kritische Stimmen. Er bezeichnete diese Tätigkeit inzwischen als Fehler und hat die Zusammenarbeit nach eigenen Angaben beendet. Die ihm eingeräumten Aktienoptionen habe er zurückgegeben. Amthor gab auch seine stellvertretende Mitgliedschaft im Amri-Untersuchungsausschuss auf.

Sack bisher Landrat in Vorpommern-Greifswald

Sack ist seit Oktober 2018 Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, setzte sich dort gegen einen AfD-Bewerber durch. Vorher war der 47-Jährige langjähriger Bürgermeister der Kleinstadt Loitz. Er soll am 7. August auf einem CDU-Landesparteitag offiziell gewählt werden.

Es galt ursprünglich als ausgemacht, dass Amthor Landesvorsitzender werden soll. Die Landesjustizministerin Katy Hoffmeister hatte ihre Kandidatur zurückgezogen, der Weg schien frei zu sein für den 27-Jährigen. Amthor waren zudem gute Chancen eingeräumt worden, bei der Landtagswahl im kommenden Jahr gegen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) anzutreten. Zuletzt profitierte auch die CDU in Mecklenburg-Vorpommern von den guten Umfragewerten der Union auf Bundesebene.

Zu Jahresbeginn hatte Vincent Kokert alle CDU-Ämter nieder gelegt

Die Nordost-Union ist nun bestrebt, die seit Monaten anhaltende Führungskrise schnell zu beenden. Zu Jahresbeginn hatte mit Vincent Kokert ein erster Hoffnungsträger überraschend die Parteiführung niedergelegt. Seit Anfang Februar steht der Bundestagsabgeordnete Rehberg kommissarisch an der Spitze.

Schäuble sieht keinen Regelverstoß bei Amthor

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat am Wochenende betont, bei der umstrittenen Nebentätigkeit Amthors bislang keinen Regelverstoß zu sehen. „Ich kann bisher aus den Veröffentlichungen überhaupt nicht erkennen, dass er sich an irgendeine der geltenden Regelungen nicht gehalten hat”, sagte Schäuble. „Er hat im Übrigen von sich aus diese Tätigkeit angezeigt, auch der Verwaltung des Bundestages mitgeteilt, dass er dafür Aktienoptionen bekommen hat”, betonte Schäuble.

Die Details der noch offenen Fragen zu seiner Tätigkeit für Augustus Intelligence werde er mit der Bundestagsverwaltung klären, hatte Amthor gesagt. „Sie ist die dafür zuständige Stelle.” Dabei geht es unter anderem um die Bezahlung von Reisen. Auf dieses Thema angesprochen, sagte Schäuble: „Naja, da ist er schon befragt worden, da wird er die notwendigen Auskünfte geben. Dann werden wir da auch die Entscheidungen treffen.”

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