CORONA-RISIKOGEBIET

Einreise aus Polen – so geht's auch ohne Quarantäne

Das MV-Kabinett hat sich auf Lockerungen der Corona-Regeln für den Grenzverkehr mit Polen geeinigt. Pendler und Schüler müssen Auflagen erfüllen, um die Quarantäne zu umgehen. Für viele Deutsche ist die Neufassung keine gute Nachricht.
Mal wieder neue Regeln: Zuletzt hatten Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) und seine Chefin, Ministerpräsidentin Manuel
Mal wieder neue Regeln: Zuletzt hatten Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) und seine Chefin, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die Corona-Verordnung des Landes im Takt weniger Tage für Lockerungen bei den Corona-Regeln gesorgt. Und das obwohl die Infektionszahlen weiter steigen. Jens Büttner
Schwerin.

Die Landesregierung lockert erneut ihre Quarantänebestimmungen für Risikogebiete. Auch aus Polen soll weiterhin Grenzverkehr möglich sein, wenn das Land ab Samstag als Risikogebiet gilt. Die Neufassung der Verordnung soll im Lauf des Freitagabends veröffentlicht werden und bereits ab Mitternacht gültig sein.

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Sie umfasst weitreichende Lockerungen der Quarantänebestimmungen. „Bei der momentan leider sehr dynamischen Entwicklung der Infektionszahlen wird deutlich, dass ein Bedarf an Ausnahmeregelungen besteht, die es Grenzgängern und Grenzpendlern erlaubt, nach Mecklenburg-Vorpommern einzureisen, um z. B. ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen zu können”, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Nach bisherigem Stand hätte ab Sonnabend jeder, der aus Polen einreist eine zweiwöchige Quarantäne antreten müssen, die nur in seltenen Ausnahmefällen hätte ausgesetzt oder verkürzt werden können.

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Wer wird von der Quarantäne befreit

Nach ersten Informationen aus der Staatskanzlei werden Reisende im Rahmen des Warenverkehrs komplett von den Auflagen befreit. Das betrifft zum Beispiel Lkw-Fahrer, die in Polen ausliefern oder abholen. Reisen ohne Auflagen sollen zudem für Besuche innerhalb der Kernfamilie oder Aufenthalte in Krankenhäusern gelten.

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Komplexe Regeln für Pendler und Schüler

In anderen Bereichen zeigt sich das Land weniger großzügig als beim innerdeutschen Reiseverkehr aus Risikogebieten. Berufspendler und Schüler werden von der Quarantäne befreit, aber nur wenn sie bestimmte Auflagen erfüllen. Das gilt unabhängig davon in welche Richtung die betroffenen ein- bzw. auspendeln.

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Unternehmen in der Pflicht

Für jeden der Betroffenen muss eine tägliche Fiebermessung und eine Selbstauskunft zu Symptomen und möglichen Corona-Kontakten dokumentiert werden. Außerdem muss einmal wöchentlich ein Corona-Test erfolgen. Bei Schülern und Studenten soll dies über die Bildungseinrichtungen organisiert werden. Bei Berufspendlern will die Landesregierung die Unternehmen in die Pflicht nehmen.

„Ich bin sicher, viele Betriebe werden die Dokumentation und die Kosten für den Corona-Test gerne übernehmen, wenn sie damit sicherstellen können, dass sie nicht auf ihre Mitarbeiter verzichten müssen”, erläuterte Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) auf Nachfrage. All diese Ausnahmeregelungen gelten ausschließlich für den Grenzverkehr mit Polen und nicht für andere ausländische Risikogebiete. [Korrektur 18:53 Uhr] Die Staatskanzlei hat inzwischen erklärt, dass die Lockerungen doch für alle ausländischen Risikogebiete gelten. 

Keine Lockerungen beim Grenz-Konsum

Für viele Deutsche dagegen sind die Nachrichten aus Schwerin wohl enttäuschend. Einkaufsreisen – etwa zum Zigarettenkauf und zum Tanken – nach Polen werden nicht von der Quarantäne ausgenommen. Dies sei angesichts der pandemischen Lage in Polen schlicht nicht darstellbar, hieß es aus der Staatskanzlei. Im Nachbarland breitet sich das Coronavirus derzeit noch deutlich schneller aus.

Ärger um Alleingang in Vorpommern-Greifswald

Offen verärgert zeigte man sich am Freitagabend in Schwerin über die Tatsache, dass der Landkreis Vorpommern-Greifswald dem Land mit einer eigenen Regelung zuvorgekommen war. Das Landratsamt hatte bereits am späten Mittag Lockerungen bekanntgegeben – die waren allerdings nicht so weitreichend, wie die nun angekündigten Erleichterungen durch das Land. Es sei für ihn völlig unverständlich, dass ein Landrat ohne jede Abstimmung mit der Landesregierung versuche, seine eigene Regelung durchzusetzen. Es müsse klar sein, dass eine solche Frage nur einheitlich gelöst werden könne, so Staatssekretär Dahlemann.

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Kommentare (3)

Wie zu lesen ist,hat die Landesregierung von BB für Polen eine 24 Stunden Regelung erlassen,sodass Bewohner aus BB weiter zu den Polenmärkten fahren dürfen ohne danach in Quarantäne zu müssen. MvP hat diese Regelung noch nicht .

Nehmt uns nicht auch noch den Polenmarkt!!! Wacht endlich auf! Jetzt geht es eindeutig zu weit!

Zwar wächst die Zahl der Infizierten in Polen derzeit stark an. Trotzdem haben wir bei unserem Optiker alle Anstrengungen unternommen, um sicherzustellen, dass alle sicher sind. Desinfektion, Masken, Visiere - alles ist auf höchstem Niveau. Es tut mir leid, dass wir unsere Kunden nicht hosten können! Hoffentlich wird MvP BB-ähnliche Lösungen einführen.