HANSAKAI

Einsturzgefahr im Hafen Stralsund bestätigt

In Stralsund musste ein Teil des Hansakais beim Ozeaneum gesperrt werden. Ein Abbrechen der Uferkante droht. Die Dauer der Sperrung ist unklar.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Die Stralsunder Hafeninsel. Derzeit sind Taucher dabei, die Kaikanten ab Fährbrücke (links oben im Bild) bis zur Querkanalbrücke (unterer Bildrand) unter die Lupe zu nehmen. Rot gekennzeichnet ist der Bereich, der aktuell mit einem Zaun abgesperrt ist - Liegeplatz 6.
Die Stralsunder Hafeninsel. Derzeit sind Taucher dabei, die Kaikanten ab Fährbrücke (links oben im Bild) bis zur Querkanalbrücke (unterer Bildrand) unter die Lupe zu nehmen. Rot gekennzeichnet ist der Bereich, der aktuell mit einem Zaun abgesperrt ist – Liegeplatz 6. www.schoenes-foto.de
Stralsund.

In der vergangenen Woche sah sich die Hansestadt Stralsund genötigt, einen großen Teil der Hafenkante des Hansakais beim Ozeaneum abzusperren. Taucher sollten den Bereich im Rahmen einer Voruntersuchungen zu den geplanten Sanierungen der Hafeninsel überprüfen. Dabei entdeckten sie den schlechten Zustand der Spundwände. Die wasserseitigen Stützen der Hafenkante wiesen mehrere Korrosionsschäden auf.

Wie die Stadtverwaltung der Hansestadt am Mittwoch bekannt gab, wurde erst im Zuge der Untersuchungen in der vergangenen Woche festgestellt, dass beim Bau der Spundwände 1968 Stahl von schlechter Qualität verwendet wurde. Daraus resultierte eine höhere Anfälligkeit für Korrosion. Normalerweise sei eine Haltbarkeit von 50 Jahren problemlos gegeben. Bis jetzt wurden an drei Liegeplätze außergewöhnlich starke Korrosionsschäden festgestellt. Andere Bereiche scheinen nach ersten Ergebnissen dagegen intakt zu sein.

Liegeplatz 6, wo die Schäden zuerst festgestellt wurden, ist besonders gefährdet, da dessen Liegefläche fünf Meter über die Spundwand hinaus reicht. Dieser Überstand wird von eisernen Stützen getragen. An ihnen wurden ebenfalls umfangreiche Schäden festgestellt. Würden diese Stützen ihren Dienst versagen, könnte die Uferkante plötzlich abbrechen, berichtet die Stadtverwaltung der Hansestadt.

Komplette Erneuerung der Kaianlage nötig?

Die Dauer der Absperrung ist noch nicht absehbar. Sobald die vollständigen Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen will die Hansestadt prüfen, ob die Standsicherheit der Hafenkante durch provisorische Maßnahmen schnell wieder hergestellt werden kann oder ob eine komplette Erneuerung der Kaianlage notwendig sein wird.

Ob auch der nahe gelegene Liegeplatz der Gorch Fock I von Schäden betroffen ist, muss noch überprüft werden. Im Notfall müsste die Bark an einen andere Liegeplatz gebracht werden. Wie die Hansestadt mitteilt, sind konkrete Aussagen zum Umfang der erforderlichen Sperrung auf der Hafeninsel erst Anfang 2019 möglich. Dann wird der Abschlussbericht der Untersuchungen vorliegen. Die Taucheruntersuchungen laufen aktuell und sollen Ende November abgeschlossen sein.

Sanierung der Hafeninsel geplant

Eine Sanierung der Hafeninsel war im Rahmen eines Großprojekts der Hansestadt bereits geplant. Dafür ist ein ungefährer Zeitraum von zwei Jahren geplant. Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität von Einheimischen und Touristen sollen unter anderem die Oberflächen der Nördlichen Hafeninsel für Fußgänger und Fahrzeuge erneuert, der Kfz-Verkehr reduziert und die Flusskreuzfahrtschiffe zukünftig durch Starkstrom-Versorgungspoller umweltfreundlich mit Strom versorgt werden.

In Vorbereitung auf besagte Sanierung wurden die Untersuchungen beauftragt, durch die der Zustand der Hafenkante entdeckt wurde. Sie sollen abklären, ob und in welchen Umfang neben der Sanierung der Verkehrsflächen auch eine Sanierung der Ufereinfassungen erforderlich ist.

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