Bildung

Eltern, Schüler und Lehrer üben Druck auf neue Regierung aus

Die Verhandlungen für eine Koalition von SPD und Linken laufen – doch bisher wurde eines der drängendsten Probleme noch gar nicht angesprochen. Wie soll es mit der Bildung in MV weitergehen?
Die monatelangen Schulschließungen haben in Mecklenburg-Vorpommern Spuren in der Bildungslandschaft hinterlassen. Die ne
Die monatelangen Schulschließungen haben in Mecklenburg-Vorpommern Spuren in der Bildungslandschaft hinterlassen. Die neue Landesregierung ist jetzt gefordert.
Schwerin

Die Corona-Pandemie hat gnadenlos die Schwachstellen in der Bildungspolitik der alten Landesregierung offen gelegt. Erst langsam ging es in den vergangenen 1,5 Jahren an das Lösen von Problemen. Rechtzeitig vor den Koalitionsverhandlungen zum Thema Bildung am kommenden Samstag baut das „Bündnis für gute Schule“, ein Zusammenschluss von Eltern, Schülern und Lehrern, Druck auf die künftigen Koalitionäre von SPD und Linken auf.

Landeselternrat fordert frühzeitige Klarheit

In dem Zusammenhang betont Kay Czerwinski, Chef des Landeselternrates, „dass die Schulen unseres Landes nicht bis zum Ende dieser Verhandlungen warten können. Schüler, Lehrer und Eltern brauchen jetzt Unterstützung und Klarheit für den laufenden Schulbetrieb.“ Aussagen, die die Befürchtung beinhalten, dass durch die neuen Minister in der Landesregierung und die damit einhergehenden personellen Wechsel in den Ministerien Kontinuität bei der Bekämpfung von vorhandenen gravierenden Mängeln gerade in der Bildungspolitik verloren gehen könnte.

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„Die Schüler haben durch den monatelangen langen Lockdown schon so viel Zeit verloren – die Rückstände sind enorm. Deshalb darf durch Neubesetzungen und Einarbeitungen nicht noch mehr Zeit auf der Strecke bleiben“, macht Czerwinski im Nordkurier-Gespräch deutlich.

Deshalb fordert das „Bündnis für gute Schule“ von der künftigen Landesregierung eine langfristig verlässliche Schulpolitik für MV und aktuell konsequentes Handeln für eine erfolgreiche Bildung unter Pandemiebedingungen. Es gelte, alle bisherigen Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen und die richtigen Lehren aus dem Schulbetrieb der vergangenen 1,5 Jahren zu ziehen.

Forderungskatalog umfasst 12 zentrale Punkte

Insgesamt hat das Bündnis einen zwölf Punkte umfassenden Forderungskatalog aufgestellt. Darin enthalten sind eine ausreichende personelle Ausstattung der Schulen mit qualifizierten Lehrkräften und die Zuweisung von ausreichend Sonderpädagogen und Schulsozialarbeitern. Die Stundenzuweisung soll so gestaltet sein, dass Lehrer und Lehrerinnen Qualifizierungen besuchen und Schüler und Schülerinnen eine individuelle Förderung erhalten können.

Die räumliche und sächliche Ausstattung aller Schulen soll verbessert, die Umsetzung des Digitalpaktes massiv vorangetrieben werden. Für Online-Unterricht sollen verbindliche Standards festgelegt und eine „digitale Landesschule“ eingerichtet werden. In der Corona-Pandemie waren Schulen über Monate geschlossen, so dass Unterricht zumeist über das Internet erfolgte, ohne dass überall auch die Voraussetzungen dafür vorhanden waren.

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Entscheidend werde beim Aufholen sein, dass genügend Ressourcen zur Verfügung ständen, um die anstehenden Aufgaben auch wirklich zu schaffen, sagt Czerwinski. Wenn dies nicht gewährleistet sei, sei es auch egal, wer am Ende Chef oder Chefin des Bildungsministerium werde. Bisher gilt die langjährige Bildungsexpertin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, als Topfavoritin auf den Job an der Spitze des Ministeriums.

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Kommentare (1)

Wenigstens haben sie Humor! Ich finde die Forderungen mehr als berechtigt und da eine Linke wahrscheinlich Bildungsministerin wird, werden diese auch stante pede erfüllt. Dicken Daumen hoch!!