Landtagswahl MV

Emotionaler Sieg für Schwesig, Katastrophe für die CDU

Die SPD um Manuela Schwesig triumphiert mit einem Erdrutschsieg. Für die CDU um Michael Sack gab es eine historische Niederlage.
Manuela Schwesig mit ihrer Tochter Julia nach der Wahl. Vor allem ihre Familie gebe ihr Kraft, sagte sie.
Manuela Schwesig mit ihrer Tochter Julia nach der Wahl. Vor allem ihre Familie gebe ihr Kraft, sagte sie. Jens Büttner
Für die CDU-Politiker Michale Sack (rechts) und Philipp Amthor war das Wahlergebnis in MV „katastrophal”.
Für die CDU-Politiker Michael Sack (rechts) und Philipp Amthor war das Wahlergebnis in MV „katastrophal”. Christian Charisius
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack hofft noch, dass sich die Zahlen seiner Partei etwas verbessern.
CDU-Spitzenkandidat Michael Sack hofft noch, dass sich die Zahlen seiner Partei etwas verbessern. Christian Charisius
Schwerin

Die SPD siegt deutlich und legt bei der Landtagswahl sogar klar an Stimmen zu. Die CDU scheitert an ihrem vor langer Zeit ausgerufenen Ziel, Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin abzulösen und büßt klar ein. Und das Parlament wird ersten Prognosen nach vielfältiger. Mit den Grünen und der FDP kommen voraussichtlich die Fraktionen fünf und sechs hinzu. So weit zu den nüchternen Fakten.

Made with Flourish

 

Doch für Manuela Schwesig ist der 26. September ein sehr emotionaler Tag: Mit ihrer SPD siegt die amtierende Ministerpräsidentin mit einem sehr deutlichen Ergebnis (37 Prozent der Stimmen laut Prognosen). „Es ist ein wunderbarer Abend für MV. Wir sind stärkste Kraft geworden und haben unser Wahlziel erreicht”, sagte sie am Abend. Schwesig sprach von einem „ganz klaren Bürgervotum für die SPD”. Bei den Bürgern bedankte sie sich vor allem auch für den Zuspruch und die Unterstützung während ihrer Krebserkrankung. Es sei aber vor allem ihre Familie, die ihr Kraft gebe. Die begleitete sie ausnahmsweise auch vollzählig zur Wahlparty: Schwesig erschien mit den Kindern Julia und Julian und mit ihrem Mann Stefan.

Historische Niederlage für die CDU

Kraft wird die CDU in Mecklenburg-Vorpommern jetzt auch brauchen. Michael Sack, hat den Ausgang nach der ersten Prognose des NDR als „katastrophal” für seine Partei bezeichnet. Danach erhielt die Union 14 Prozent der Stimmen und damit so wenige wie noch nie. Wie es weitergehen soll, werde am Montagabend bei einer Sitzung des Landesvorstandes geklärt, sagte Sack am Sonntag. Dann lägen die endgültigen Ergebnisse vor. Er habe ein bisschen Hoffnung, dass die Zahlen noch etwas besser werden.

+++Der Live-Ticker zur Bundes- und Landtagswahl: Die Wahl in MV im Minutenprotokoll+++

Drastisch bewertete der CDU-Bundestagskandidat Philipp Amthor das Abschneiden seiner Partei in MV. Die CDU habe eine historische Niederlage erlitten, sagte er. An die Adresse des CDU-Landesvorsitzenden Michael Sack sagte Amthor: „Man gewinnt gemeinsam, man verliert gemeinsam. Wir stehen hinter Dir.”

SPD kommt auf 38 Prozent der Stimmen

 Die SPD hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit großem Abstand gewonnen. Laut der ersten ARD-Hochrechnung erzielten die Sozialdemokraten mit ihrer Spitzenkandidatin Manuela Schwesig am Sonntag mit 38,3 ihr bestes Ergebnis seit 2002. Ihr Koalitionspartner CDU muss dagegen mit 14,3 Prozent sein historisch schlechtestes Ergebnis hinnehmen - nach 19,0 Prozent bei der Landtagswahl 2016.

Zweitstärkste Kraft wird der Hochrechnung zufolge die AfD mit 18,0 Prozent - nach 20,8 Prozent bei der Wahl 2016. Die Linke konnte den seit 2011 anhaltenden Abwärtstrend nicht stoppen und fährt mit 9,7 Prozent ihr bislang schlechtestes Wahlergebnis ein.

Sehr gute Chancen auf einen Wiedereinzug in den Landtag haben der Hochrechnung zufolge FDP und Grüne. Die Liberalen - seit 2011 nicht mehr im Parlament vertreten - kommen auf 6,0 Prozent, die Grünen - seit 2016 nicht mehr im Landtag - auf 6,7 Prozent.

Bei der Bundestagswahl sieht es für Christdemokraten besser aus. Dort liefern sich die Union und die SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Alles zur Bundestagswahl lesen Sie hier.

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage

Kommentare (4)

Na herzlichen Glückwunsch, ich hab's schon befürchtet, aber nun ist es klar: Es bleibt alles so, wie es ist! 🤮 Ich kann die Leute echt nicht verstehen, dass die das wirklich wollen.

Müssen sich jetzt etwas einfallen lassen, unsere blau-braunen Freunde. Vielleicht: "Die mehrheitlich Gewählte"?

120 % Wahlbeteiligung oder was....

Das muss am herausragenden Wahlprogramm der "Schwesig-SPD" gelegen haben.
Es ist offensichtlich noch nicht schlimm genug gewesen die letzten Monate.
Was sagen eigentlich die 29 % Nicht-und / oder Ungültigwähler, wohlwissend, das ohnehin nicht alle Einwohner des Bundeslandes wahlberechtigt sind....aber auch die (Kinder !) mit den Folgen leben müssen....
Aber mit Zahlen bzw. Relationen zwischen verschiedenen Daten hat man es während der letzten Monate eh nicht genau genommen....
Das "Thema" der letzten Zeit scheint irgendwie keine Rolle mehr zu spielen...naja dann haben wir uns das alle letztendlich nur eingebildet....Was für eine Spaß...