AfD-Landeschef Dennis Augustin bekam als 19-Jähriger eine Urkunde vom damaligen NPD-Ausbildungszentrumsleiter Udo Voigt überreicht.
AfD-Landeschef Dennis Augustin bekam als 19-Jähriger eine Urkunde vom damaligen NPD-Ausbildungszentrumsleiter Udo Voigt überreicht. Jens Büttner/Deutsche Stimme/NK-Repro
NPD-Affäre

Entscheidung im Fall Augustin auf Freitag vertagt

Vergangene Woche tauchten Fotos auf, die den Co-Chef der AfD-MV Dennis Augustin bei der Teilnahme an einem Ausbildungslager der rechtsextremen NPD zeigen. Jetzt hat sich der AfD-Bundesvorstand mit der Personalie befasst.
Berlin

Der AfD-Bundesvorstand hat in der NPD-Affäre um den Landeschef der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, am Montag eine erste Entscheidung getroffen: Er wird sich „vollinhaltlich hinter die Entscheidung des Landesvorstandes Mecklenburg-Vorpommern stellen”, der am Freitag tagt und sich des Falles um ihren eigenen Landesvorsitzenden annehmen wird. Dies erfuhr der Nordkurier aus Parteikreisen.

Damit hat der AfD-Bundesvorstand wie erwartet keine eigene Entscheidung zur Personalie Augustin getroffen. Diese wäre durchaus möglich gewesen. Denn nach Paragraph 4.2 der AfD-Bundessatzung kann die Aufnahmeerklärung einer Parteimitgliedschaft „vom zuständigen Landesvorstand oder vom Bundesvorstand” widerrufen werden, „wenn der Bewerber in seinem Aufnahmeantrag oder sonst zu entscheidungserheblichen Fragen falsche Angaben gemacht oder wesentliche Umstände verschwiegen hat”.

Augustin könnte am Freitag rausfliegen

Die Teilnahme an einem Ausbildungslager der rechtsextremen NPD, die der Nordkurier durch die Veröffentlichung von Fotos aus dem Jahr 1989 nachweisen konnte, dürfte durchaus dazugehören. Zudem gibt es einen Beschluss der Partei, der es ehemaligen oder aktiven Mitgliedern diverser Organisationen untersagt, Mitglied in der AfD zu werden. Die NPD und ihre Jugendorganisation JN stehen auf dieser Liste. Augustin bestreitet, zum damaligen Zeitpunkt Mitglied der NPD gewesen zu sein, antwortete aber auch nach mehrmaligen Nachfragen nicht auf diese Frage. „Ich habe dazu geschrieben, was nötig war, ich werde mich zu dem Thema nicht mehr äußern”, sagte Augustin dem Nordkurier dazu am Freitag.

Hinter vorgehaltener Hand wird in der Partei gemunkelt, dass der AfD-Bundesvorstand keine Entscheidung zur Causa Augustin treffen wollte, um einen Konflikt mit dem einflussreichen völkisch-nationalen Flügel in der Partei zu vermeiden. In Mecklenburg-Vorpommern wird bei der Sitzung des Landesvorstandes am Freitag definitiv eine Entscheidung fallen. Nach Nordkurier-Informationen befürwortet derzeit eine Mehrheit der MV-Vorstandsmitglieder einen Ausschluss Augustins. Dennis Augustin könnte dann noch am selben Tag die Partei verlassen müssen.

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