Pistole verschenkt

Ermittlungen gegen Waffenhändler im Fall Caffier eingestellt

Die Ermittlungen gegen Lorenz Caffier wegen Vorteilsannahme laufen weiter. Der Waffenhändler soll dem Ex-Innenminister eine Pistole geschenkt haben.
dpa
Lorenz Caffier war als Innenminister im November 2020 zurückgetreten, als der Waffenerwerb aus dem Jahr 2018 öffentl
Lorenz Caffier war als Innenminister im November 2020 zurückgetreten, als der Waffenerwerb aus dem Jahr 2018 öffentlich geworden war. Jens Büttner
Rostock

Die Ermittlungen gegen den Waffenhändler und Schießplatzbetreiber, der dem früheren Innenminister Lorenz Caffier (CDU) eine Pistole geschenkt haben soll, sind gegen eine Geldauflage von 3000 Euro eingestellt worden. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock am Mittwoch. Ein Schuldeingeständnis sei damit nicht verbunden, doch bestritten habe den Vorgang bisher niemand.

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Gegen den Mann war den Angaben zufolge wegen Vorteilsgewährung ermittelt worden. Die Ermittlungen gegen Caffier wegen Vorteilsannahme liefen weiter. Auf dem Schießplatz des Waffenhändlers trainierten jahrelang Polizisten des Landes Mecklenburg-Vorpommern und anderer Bundesländer. Zuvor hatte die „Schweriner Volkszeitung” berichtet.

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Caffier war als Innenminister im November 2020 zurückgetreten, als der Waffenerwerb aus dem Jahr 2018 öffentlich geworden war. Er behauptete, die Waffe gekauft zu haben. Einen Beleg dafür hat er bisher jedoch nicht geliefert.

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Der Wert der Waffe wurde mit etwa 800 Euro angegeben. Bei einer solchen Summe können Verfahren gegen eine Geldzahlung eingestellt werden. Allerdings gelten für Amtsträger besondere Maßstäbe, wenn sie sich der Vorteilsannahme schuldig machen. So heißt es in Paragraf 331 des Strafgesetzbuches: „Ein Amtsträger, ein Europäischer Amtsträger oder ein für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter, der für die Dienstausübung einen Vorteil für sich oder einen Dritten fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.”

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