Ludwigslust und Prerow
Setzen Wölfe Beutezüge im Nordosten fort?

Vor allem Landwirten bereitet die Rückkehr des Wolfes Sorge.
Vor allem Landwirten bereitet die Rückkehr des Wolfes Sorge.
Ingo Wagner

Erst am Mittwoch wurde ein 400 Kilogramm schwerer Ochse auf einer Weide gerissen, mutmaßlich von Wölfen. Am Donnerstag ist offenbar der nächste Angriff zu beklagen.

Nur einen Tag nach der mutmaßlichen Wolfsattacke auf ein Rind bei Grebs-Niendorf nahe Ludwigslust könnte es zu einem erneuten Angriff gekommen sein. Landwirte der Region fordern wirksame Gegenmaßnahmen. „Wir haben heute Morgen wohl die nächste Wolfsattacke gehabt”, sagte der Geschäftsführer der Niendorfer Landerzeugergesellschaft, Hans-Werner Mau, am Donnerstag.

Die Herdenbetreuer hätten zwei sonst getrennte Herden von 100 und 70 Rindern völlig verängstigt zusammen auf einer Koppel gefunden. Die Mitarbeiter hätten die Ochsen knapp hindern können, auf eine Straße zu laufen. „Die Raubtiere müssen endlich lernen, sich von Rindern fernzuhalten”, sagte Mau. Das müsse zur Not auch mit Schüssen sein.

Rissgutachter auch auf dem Darß tätig

Auch in Prerow könnte es zu einem Wolfsangriff gekommen sein. Wie das Umweltministerium am Donnerstag mitteilte, sind Anfang August insgesamt vier Schafe attackiert worden. Zwei starben sofort. Zwei kamen zunächst mit Verletzungen davon. "Vor zwei Tagen starb ein weiteres der verletzten Tiere", teilte das Ministerium mit.

Der Rissgutachter sei am Morgen nach dem Riss vor Ort gewesen. Ein Riss durch einen Wolf könne nicht ausgeschlossen werden. Es seien Genetikproben entnommen worden. In circa drei Wochen liegen die Ergebnisse vor, die Klarheit bringen. Die Voraussetzungen für eine Entschädigung werden dem Ministerium zufolge geprüft.

Mindestens drei Wolfsrudel und mehrere Wolfspaare im Nordosten

„Niemand will Wölfe ausrotten, aber unsere Rinder haben auch ohne die Vorfälle genug Stress durch das feuchte Wetter und Mücken”, erklärte Hans-Werner Mau. Mitarbeiter hatten am Vortag ein rund 400 Kilogramm schweres Jungrind tot und fast aufgefressen bei Schlesin gefunden, einem Ortsteil von Grebs-Niendorf. „Das müssen sechs Wölfe gewesen sein.”

Ein Gutachter hält einen Wolfsangriff für möglich, auch weil dort gleich zwei Rudel leben. Ein Gentest steht aber noch aus. Der zuständige Kreisbauernverband hatte „regulatorische Maßnahmen” gegen die Wolfsausbreitung gefordert.

Der Betrieb hatte schon Ende 2016 eine 400 Kilo schwere Kuh in der Nähe an Wölfe verloren. Im Nordosten leben laut Schweriner Agrarministerium mindestens drei Wolfsrudel und mehrere Wolfspaare.

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