Nach dem schönsten Sommerwetter drohen aufgrund von Trockenheit und Wind mancherorts Sandstürme.
Nach dem schönsten Sommerwetter drohen aufgrund von Trockenheit und Wind mancherorts Sandstürme. Carsten Klehn, Patrick Pleul, NK-Montage
Wetter

Erst Sommerwetter, dann Gefahr von Staubstürmen

Sommerwetter pur bis Mitte der Woche, dann gehen die Temperaturen etwas zurück. Was bleibt, ist die Trockenheit. In Verbindung mit angekündigten Sturmböen kann das gefährlich werden.
Neubrandenburg

Einen Vorgeschmack auf den Sommer gibt das Wetter in dieser Woche. Bis Mittwoch wird es immer wärmer und laut dem Diplom-Meteorologen Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met, klettern die Temperaturen verbreitet auf 25 Grad, im Südwesten und Westen Deutschlands sind sogar knapp 30 Grad möglich. Ab Donnerstag wird es langsam wieder ein wenig kühler und die Temperaturen pendeln sich bis Montag, ja nach Region, zwischen 15 und 20 Grad ein. Die Eisheiligen seien weiter nicht in Sicht, so Jung.

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Was ebenfalls nicht flächendeckend in Sicht ist, ist der Regen. Die Trockenheit geht weiter. In einigen Regionen im Norden und Nordosten gab es schon seit fast vier Wochen keinen Regen mehr. Dazu kommt dann am Donnerstag und Freitag noch viel Wind mit einzelnen Sturmböen bis 75 km/h. Der trocknet den Boden weiter aus und wirbelt auch Staub auf. Daher kann es gerade im Norden und Osten an diesen Tagen zu Staubstürmen kommen, die auch die Sicht auf den Straßen behindern.

Bei Massenkarambolagen durch Sandstürme gab es in Deutschland in der Vergangenheit bereits Tote und Verletzte. Vielen besonders in Erinnerung ist wohl der schreckliche Unfall am 8. April 2011 auf der A19, wo bei Kavelstorf rund 80 Fahrzeuge in einem Sandsturm kollidierten. Acht Menschen kamen ums Leben.

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Mit fehlendem Regen steigt auch die Waldbrandgefahr weiter an. Derzeit sind in Mecklenburg-Vorpommern die Warnstufen drei und vier ausgerufen worden, doch dabei wird es in den kommenden Tagen wohl nicht bleiben.

Der europäische Wetterdienst ECMWF hat mittlerweile auch eine Hitzesommerprognose herausgegeben. Demnach wird in den Monaten Juni, Juli und August mit sehr trockenem Wetter gerechnet. Zudem soll jeder Sommermonat im Klimamittel 1 bis 1,5, teilweise sogar bis zu 2 Grad, zu warm ausfallen. „Damit dürften wir an die sehr warmen und extrem trockenen Sommer aus dem Jahr 2018 und 2019 rankommen, diese vielleicht sogar noch überbieten“, erklärt Wetterexperte Jung. Schon das Frühjahr war viel zu trocken. „Wir bräuchten mittlerweile schon zwei bis drei nasse Winter, um das Wasserdefizit in Deutschland abzubauen”, so Jung.

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