MARIENPLATZ SCHWERIN

Erste Kameraüberwachung von Platz in MV soll starten

Monatelang laborieren eine Firma und die Polizei am Schweriner Marienplatz, um die landesweit erste Kameraüberwachung eines öffentlichen Platzes hinzubekommen. Am Ende scheitert die Firma an der Verschlüsselung der Daten. Jetzt keimt neue Hoffnung auf.
dpa
Im Januar 2017 entschieden die Schweriner Stadtvertreter, den zentralen Marienplatzin ihrer Stadt mit Kameras zu überwachen.
Im Januar 2017 entschieden die Schweriner Stadtvertreter, den zentralen Marienplatzin ihrer Stadt mit Kameras zu überwachen. Jens Büttner
Schwerin.

In das von Pannen überschattete Vorhaben der landesweit ersten Kameraüberwachung eines öffentlichen Platzes kommt wieder Bewegung. Noch in diesem Jahr soll der Regelbetrieb am Schweriner Marienplatz aufgenommen werden, kündigte ein Sprecher der Innenministeriums an.

Anfang 2017 hatte die Stadtvertretung die Kameraüberwachung an dem zentralen Platz und Kriminalitätsschwerpunkt beschlossen. Gut ein Jahr später begann eine Firma mit der Installation der acht Kameras – doch sie zeigten sich im Testbetrieb den Anforderungen an die Verschlüsselung der Daten bei der Übertragung ins Polizeirevier nicht gewachsen. Schließlich sahen sich das federführende Polizeipräsidium Rostock und das Innenministerium genötigt, den Vertrag auf Eis zu legen.

Die Kameras und die Schilder, die auf die Überwachung hinweisen, wurden aber nicht abgeschraubt. Stattdessen habe das Innenministerium externen Sachverstand geholt, um das Problem der Verschlüsselung zu lösen, sagte der Sprecher. „Das ist auch gelungen.“ Funktionstests hätten in den vergangenen Tagen gezeigt, dass die Aufnahmen der Kameras am Marienplatz sicher ins Revier übertragen werden können.

Ziel ist es, noch 2018 zu starten

Dennoch könne der Regelbetrieb nicht sofort starten – denn ein Problem bestehe noch: Das Frequenzband, auf dem die Daten übertragen werden, sei bereits durch andere Anwender, wie Unternehmen und das öffentliche W-Lan am Marienplatz, stark beansprucht. Deshalb sei die Qualität der übertragenen Bilder aus den Überwachungskameras noch nicht durchgehend zufriedenstellend und in jedem Fall beweisfest.

Aktuell werde mit Server-Konfigurationen und Updates an der Verbesserung der Qualität gearbeitet. Der Sprecher gab sich optimistisch: „Unser Ziel ist es, noch in diesem Jahr an den Start zu gehen“, sagte er.

Kriminalität überdurchschnittlich zurückgegangen

Der Marienplatz im Schweriner Stadtzentrum ist ein Nahverkehrsknoten und das Shopping-Herz der Landeshauptstadt. Allerdings gilt der Platz auch als Kriminalitätsschwerpunkt. Die Stadtvertreter beschlossen die Kameraüberwachung Anfang 2017 nach wiederholten Schlägereien, oft unter Beteiligung junger Migranten.

Zunächst verstärkte die Polizei ihre Präsenz, seit Frühjahr 2018 hängen auch die Kameras – wenn sie auch bisher nicht in Betrieb sind. Beides zusammen könnte nach Worten des Ministeriumssprechers zum überdurchschnittlichen Rückgang der Kriminalität am Marienplatz geführt haben.

Vom ersten Halbjahr 2017 zum ersten Halbjahr 2018 sank die Zahl der registrierten Straftaten dort um 24,5 Prozent auf 40 Fälle. In der gesamten Stadt werde ein Rückgang im Gesamtjahr von 2017 auf 2018 um lediglich 9 Prozent erwartet.

 

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