HITZE-SOMMER

Erste Tote durch Vibrionen in der Ostsee

Einem Medienbericht zufolge ist in diesem Sommer bereits ein Mensch in der Ostsee durch gefährliche Vibrionen gestorben. Vier weitere Infektionen verliefen nicht tödlich.
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dpa
In dieser Saison hat es bereits eine Tote durch Vibrionen in der Ostsee gegeben. An welchen Stränden sie und die vier weitere
In dieser Saison hat es bereits eine Tote durch Vibrionen in der Ostsee gegeben. An welchen Stränden sie und die vier weiteren durch die Infektion Erkrankten baden waren, ist bisher nicht bekannt (Symbolbild). Stefan Sauer
Güstrow.

Wärme hilft Keimen bei der Ausbreitung – das gilt leider auch für die Ostsee. Neben den schwach gesundheitsgefährlichen Blaualgen gibt es mit Vibrionen bei hoher Wärme-Belastung noch eine zweite Gefahrenquelle. Wie real die Gefahr der fleischfressenden Bakterien ist, zeigt ein aktueller Fall aus Mecklenburg-Vorpommern: Eine Frau nach einem Bad in der Ostsee an einer Bakterien-Infektion mit Vibrionen gestorben.

Die ältere Frau habe zur Risikogruppe immungeschwächter Menschen gehört, sagte der Direktor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock, Heiko Will, am Donnerstag. Woher sie stammte und wo sie sich infiziert hat, sagte er nicht. Dies wurde auch in den vergangenen Jahren so gehandhabt. In der aktuellen Saison habe man bislang vier weitere Menschen registriert, die sich mit Vibrionen infiziert hatten. 

+++Aktualisierung: Nach dem ersten Todesfall durch Vibrionen in diesem Jahr wächst die Angst unter Ostsee-Badenden vor einer Erkrankung durch das potenziell tödliche Bakterium. Nach Angaben des Lagus ist momentan in der gesamten Ostsee mit Vibrionen zu rechnen.+++

Wundinfektionen und Blutvergiftungen

Vibrionen sind Bakterien der Gattung Vibrio mit zahlreichen Unterarten. Die bekannteste dürfte der Erreger der Cholera sein. In der Ostsee lebe vor allem das Bakterium Vibrio vulnificus, das durch Wunden in den Körper eindringen und Wundinfektionen und Blutvergiftungen auslösen könne, hieß es voriges Jahr vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde. Bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad werde das Bakterium deutlich aktiver.

Symptome einer Infektion sind demnach Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und blasenbildender Hautausschlag. Die Verletzungen beim Menschen können so erheblich sein, das betroffene Gliedmaßen amputiert werden müssen. Solche Fälle hatte es im vergangenen Jahr mehrfach gegeben. 2018 starben in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt drei Menschen an den Folgen einer Vibrionen-Infektion. Eine zügige Therapie mit Antibiotika könne den Krankheitsverlauf stark mildern, sagte Will und riet, bei Verdacht einen Arzt aufzusuchen. 

Erkrankungsrisiko extrem gering

Vibrionen zählen zwar zu den gefährlichsten Erregern, mit denen sich Badende infizieren können. Fakt ist aber auch: Jährlich baden an Mecklenburg-Vorpommerns Ostsee-Küsten hunderttausende Menschen im Meer – nahezu alle verlassen den Strand auch wieder gesund und munter.

Auch Will warnte vor Panikmache. Seit 2003 habe es acht Todesfälle durch Vibrionen gegeben. Im letzten Jahr registrierte das Amt demnach mit 17 die meisten Infektionen, darunter drei Todesfälle. Angesichts von Dutzenden Millionen Badegästen sei das Erkrankungsrisiko aber extrem gering, sind sich Experten einig. Für gesunde Menschen seien die Bakterien ungefährlich. Nur in Ausnahmefällen bestehe eine Gefahr für immungeschwächte, ältere Personen oder auch Patienten mit Lebererkrankungen oder HIV. 

Das Lagus überprüft das Vorkommen der Bakterien in der Ostsee nach eigenen Angaben an sieben Stellen. Wo genau wollte Will nicht sagen. Es sei auch nicht wichtig, weil Vibrionen überall vorkommen. Badeverbote seien deshalb sinnlos und nicht geplant, sagte Will. Warnungen würden über die Medien und über Informationsflyer kommuniziert, die gemeinsam mit dem Tourismusverband herausgegeben werden und im Internet abrufbar sind.

Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert, zuletzt am 8. August 2019 um 16.15 Uhr.

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