DIE PFINGST-TOURISTEN KOMMEN

Erster Stresstest für MV-Tourismus nach Corona-Stillstand

Mecklenburg-Vorpommern sieht dem Ansturm Hunderttausender Urlauber entgegen. Zu Pfingsten ist auf Usedom und Rügen fast alles ausgebucht. Nur in der Seenplatte sind noch einige Zimmer frei.
Auch auf die Insel Hiddensee dürfen nach dem Reiseverbot wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nun wieder Urlauber aus a
Auch auf die Insel Hiddensee dürfen nach dem Reiseverbot wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nun wieder Urlauber aus anderen Bundesländern zum Urlaub anreisen. Archivbild Jens Büttner
Rostock.

Die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns muss über die Pfingstfeiertage ihren ersten realen Härtetest bestehen. Nach der wochenlangen coronabedingten Schließung erwartet die Branche vielfach ausgebuchte Häuser – unter der Maßgabe, dass es eine 60-prozentige Belegungsbeschränkung in touristischen Betrieben gibt, wie der Landestourismusverband mitteilte.

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Mit dieser umstrittenen Regelund sollen nach dem Willen der Landesregierung die geltenden Gebote des Abstandhaltens und Kontaktbeschränkungen eingehalten werden. Eine erste Klage gegen diese Corona-Maßnahme wurden in dieser Woche abgeschmettert. Die Hotelkette Dorint hat, die in MV inzwischen vier Hotels betreibt, habe als Reaktion auf das Urteil eine erste Entschädigungsklage beim Landgericht Rostock eingereicht, teilte Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe am Donnerstag mit. Laut Dorint würden die insgesamt vier Hotels in Ahrenshoop sowie auf Rügen und Usedom ohne die Corona-Beschränkungen komplett ausgebucht sein.

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Persönliche Beratung für Gäste

Wie der Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburgische Seenplatte, Bert Balke, sagte, ist in der jetzigen Phase der Pandemie die persönliche und ortskundige Beratung für die Gäste besonders wichtig. „Die Direktbuchungen bei regionalen Anbietern und Vermittlern legen folgerichtig deutlich zu”, betonte er. Gleichzeitig seien die Aufenthalte über Pfingsten 2020 voraussichtlich länger als die im Schnitt drei bis vier Tage der Vorjahre. "Wir hoffen, dass beide Trends erhalten bleiben."

Die bisher angereisten Gäste seien durchweg positiv gestimmt. «Die geltenden Bestimmungen werden unaufgefordert eingehalten.» Statt möglicher Enttäuschung über eingeschränkte Angebote gebe es eine "hohe Urlaubsvorfreude". Balke fügte hinzu: "In der Seenplatte sind zu Pfingsten noch Zimmer frei."

Auf Usedom und Rügen fast alles ausgebucht

Das sieht an der Ostseeküste anders aus. Auf Rügen schaffen die meisten Häuser einer stichprobenartigen Abfrage der Tourismuszentrale Rügen zufolge am langen Wochenende die 60-Prozent-Maximal-Belegungsquote. Auch Anett Bierholz, Geschäftsführerin des Verbands Mecklenburgischer Ostseebäder, berichtete, dass es über Pfingsten in Hotels, auf Campingplätzen oder bei anderen gewerblichen Anbietern keine freien Kapazitäten mehr gebe. "Wenige freie Kapazitäten sind in der Privatvermietung vorhanden."

Bierholz sieht das Pfingstfest als "Stresstest" für Orte und Anbieter. Wie läuft die Nutzung der öffentlichen Infrastruktur wie Seebrücken, Promenaden und Strände unter den Bedingungen der Corona-Pandemie? Wie reagiert der Einzelhandel auf die erhöhte Nachfrage unter Einhaltung aller Maßnahmen? Sie appellierte wie die anderen Tourismusmanager an Gäste, Betreiber und Mitarbeiter von Einrichtungen sowie Einwohner, sich an alle Empfehlungen zu halten. Nur so könne die weitere Öffnung ermöglicht und der Sommerurlaub gesichert werden.

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Tagestourismus weiterhin nicht erlaubt

Bereits am Montag dieser Woche, dem ersten Öffnungstag für Gäste aus den anderen Bundesländern, hätten sich viele Menschen auf den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern gemacht. „Über Pfingsten erwarten wir bis zu 300.000 Übernachtungsgäste”, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, am Donnerstag in Rostock.

Auch weiterhin dürfen keine Tagestouristen ins Land. Ein Datum, wann diese Beschränkung fällt, ist nicht bekannt. Wer unerlaubterweise einreist, dem droht nach Angaben des Innenministeriums ein Bußgeld von bis zu 2000 Euro. Allerdings hatte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christian Schumacher, diese Regelung bereits kritisiert: „Wer kann das kontrollieren, wer will das kontrollieren?”

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Dieser Artikel wurde am Freitag, 29. Mai, aktualisiert.

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Kommentare (2)

Wir kommen gerade hier in Koserow von Einkaufen. Um 8.00h schon lange Schlangen vor dem Supermarkt. Das gleiche vor mehreren Bäckern, und alles ohne nötigem Abstand. Würde der Eingehalten wäre auf vielen Gehwegen und Parkplätzen kein Platz mehr für Fußgänger und Autos. Dann zum Teil die Unverschämtheit vieler Urlauber, ohne Anstand und wohl auch Verstand, nach dem Motto, ich zahle hier, dann darf ich alles. Das ist schlimmer als sonst in der Urlaubszeit. Unmöglich. Ich kann nur jedem der noch einwenig Verstand hat, nicht herzufahren. So ist der nächste LockDown vorprogrammiert.

Es sollte dringend besser kontrolliert werden, vor allem die Vorschrift nur mit Einkaufwagen pro Person die Läden zu betreten.