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Tief Elena

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Erster Herbststurm trifft Mecklenburg-Vorpommern

Meteorologen rechnen mit einem herbstlichen und vor allem stürmischen Wochenende.
Meteorologen rechnen mit einem herbstlichen und vor allem stürmischen Wochenende.
Felix Gadewolz

Eben war noch Spätsommer, jetzt schlägt der Herbst zu: Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang fegte Sturmtief Elena über den Nordosten.

Strahlender Sonnenschein, Temperaturen über 30 Grad: Der Spätsommer meinte es in dieser Woche noch einmal gut mit dem Nordosten. Doch bereits am Freitagmittag frischte der Wind deutlich auf: Aus Nordwesten kam das Sturmtief Elena und brachte eine Kaltfront mit, die die Temperaturen in den Keller rauschen lässt.

An der Nordsee brachte der Sturm bereits am Mittag einige Fähr- und Zugverbindungen durcheinander. So blieb die Insel Helgoland vom Festland abgeschnitten, auch Verbindungen zur Insel Neuwerk wurden eingestellt. Der Metronom stellte den Zugverkehr auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven ein. Mitten im Berufsverkehr traf es dann auch die Strecke Hamburg-Rostock: Unter anderem bei Hagenow stürzten Bäume auf die Gleise. Züge aus Hamburg in Richtung Schwerin und Rostock fielen aus.

Feuerwehr und Polizei mussten in Westmecklenburg und auch an der Müritz  sowie in Vorpommern mehrfach wegen Bäumen ausrücken, die auf Straßen gestürzt waren. Die Polizei warnte zudem vor Sichtbehinderungen durch aufgewirbelten Sand.

B196 auf Rügen gesperrt

Im Schlosspark von Ludwigslust riss eine Sturmböe eine große Esche um, die auf ein Denkmal auf einer Insel im Luisenteich stürzte, wie ein Sprecher der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen sagte. Unfälle mit Verletzten gab es zunächst nicht. Auf Rügen wurde die B196 zwischen Bergen und Buschvitz nach Sturmschäden zeitweise voll gesperrt. Dort krachte ein Ast auf einen Pkw. Der 55-jährige Fahrer blieb unverletzt. 

 

Bei Teterow wurden zwei Autos ebenfalls von Ästen getroffen, auch in diesen Fällen blieben die Fahrer unverletzt.

In Potsdam wurde unterdessen das für den Freitagabend geplante Friedensfest wegen des Unwetters abgesagt, in der Uckermark kam es ebenfalls zu Sandstürmen

Behinderungen im Bahn- und Flugverkehr erwartet

„Das wird ein ganz schön herbstliches Wochenende”, sagte der Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net am Freitag. Örtlich könne es sogar zu Orkanböen kommen. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge kommt es am Samstag zu einer Wetterberuhigung, am Sonntag steuere aber ein neues, deutlich kräftigeres Sturmtief auf Deutschland zu.

„Ich wage mal die Prognose, dass wir dann auch wieder über starke Behinderungen im Bahn- und Flugverkehr sprechen werden”, so Wetter-Experte Jung weiter. „Wahrscheinlich herrscht besonders am Montagmorgen bei der Deutschen Bahn regional wieder ein größeres Chaos. Das kennen wir ja schon aus der Vergangenheit zu genüge.”

Erste Bodenfröste kommende Woche

Das liege vor allem daran, dass die Bäume noch stark belaubt seien und dem Sturm damit viel Angriffsfläche böten, so der DWD. Zum anderen seien die Böden aufgrund der langen Dürre in diesem Sommer ausgetrocknet und könnten das Wurzelwerk bei anhaltenden heftigen Winden nicht lange halten. „Oder aber die Äste brechen einfach ab und Baumstämme knicken wie Streichhölzer um”, teilte der Wetterdienst weiter mit.

Mit dem erwarteten Dauerregen könne es darüber hinaus örtlich zu Überschwemmungen kommen. Am Montag wird laut DWD dann vermutlich nirgendwo mehr die 20-Grad-Marke gerissen. „Mit dem Sturm kommt Abkühlung und auch Regen. Nächste Woche müssen wir stellenweise sogar mit Bodenfrost rechnen”, meint auch Jung. „Aber: Nächste Woche kehrt auch die Sonne wieder zurück. Es sieht nach Altweibersommer aus.”

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Kommentare (2)

Hier um Demmin-Jarmen-Gützkow war der ganze Acker unterwegs. Schaudriges Naturereignis und dann beruhigend, wenn man zu Hause war.

Es wird herbstlich mit Wind im Herbst. Sogar die Sonne soll scheinen. Und weil das nicht reicht, soll es sogar regnen und irgendwo vielleicht Bodenfrost geben. Mein Panikmodus für Herbstwetter ist im tiefsten Keller.