Nach Rissen in Ramin

Erster Schäfer beantragt Abschuss von Wolf in MV

Nach mindestens 15 Wolfsrissen reicht es einem Schafhalter in Ramin: Er spricht sogar von 35 toten Tieren und hat den Abschuss des Wolfes beantragt.
dpa
Unter anderem dieses neugeborenes Kalb hat ein Wolf bei Ramin gerissen (Archivbild).
Unter anderem dieses neugeborenes Kalb hat ein Wolf bei Ramin gerissen (Archivbild). ZVG
Ramin

Erstmals hat ein Schafhalter in Mecklenburg-Vorpommern den Abschuss eines Wolfes nach mehreren Attacken auf seine Herde beantragt. Seit dem 2. Oktober soll der Wolf neun Mal auf das Gelände einer eingezäunten Solaranlage in Ramin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) eingedrungen sein und Schafe gerissen haben, wie eine Sprecherin des Agrarministeriums in Schwerin am Donnerstag sagte.

Sie sprach von 15 durch einen Gutachter bestätigten Rissen. Der Schäfer selbst gibt nach Medienberichten 35 getötete Tiere an. Die Solaranlage ist laut Ministerium 14 Hektar groß. Der Wolf habe sich unter dem zwei Meter hohen Zaun durchgegraben. Der Schäfer habe inzwischen den größten Teil der Herde von der Solaranlage genommen. Lediglich zwölf Tiere habe er nicht einfangen können. Sie seien noch dort. Das Areal, auf dem sie sich befinden, sei mit einem Elektrozaun zusätzlich gesichert worden.

Wer entscheidet über Tötung des Wolfes?

Die Entscheidung über den Abschuss eines Wolfes im Landkreis Vorpommern-Greifswald liegt nach Auffassung der Kreisverwaltung beim Land. Der Wolf stehe unter strengem europäischen Schutz, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim am Donnerstag. Nach Angaben des Umwelt- und Agrarministeriums in Schwerin handelt es sich um den ersten Abschuss-Antrag für einen Wolf in Mecklenburg-Vorpommern.

„Derartige Präzedenzfälle werden auf oberster Behördenebene entschieden“, sagte Froitzheim und verwies auf ähnliche Fälle in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen. Überall habe das zuständige Ministerium das letzte Wort gehabt. Sollte in Schwerin entschieden werden, dass der Wolf getötet werden soll, werde der Landkreis die nötige Genehmigung erteilen, um das Tier „außerhalb von Schießstätten“ erlegen zu können.

 

 

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