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Erwin Sellering verteidigt Pipeline und Stiftung

Die Verbindung zwischen Gasförderung und Naturschutz halten Kritiker für eine Mogelpackung und wettern gegen die landeseigene Stiftung und Nord Stream 2. Der Ex-Ministerpräsident weist die Vorwürfe zurück.
Erwin Sellering verteidigt die Gas-Pipeline Nord Stream 2 und die landeseigene Stiftung.
Erwin Sellering verteidigt die Gas-Pipeline Nord Stream 2 und die landeseigene Stiftung. Stefan Sauer
Schwerin ·

Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) weist die heftige Kritik an der in Gründung befindlichen Umweltstiftung und der im Bau befindlichen Gas-Pipeline Nord Stream 2 zurück. „Ich halte diese Stiftung für eine gute Sache und stehe hinter beide Aufgaben der Stiftung: sich engagiert der Jahrhundertaufgabe Klimaschutz zu widmen, viele konkrete Projekte umzusetzen und möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen, in dieser existenziellen Frage Fortschritte zu erreichen. Und zusätzlich, wenn das nötig werden sollte, einen Beitrag zur Vollendung von Nord Stream 2 zu leisten, damit – in Ergänzung zu der vom Land vor allem engagiert vorangetriebenen Wind- und Solarenergie – in den nächsten Jahren die am wenigsten klimaschädliche Brückentechnologie Gas zur Verfügung steht”, teilte er dem Nordkurier am Dienstag in einer persönlichen Stellungnahme mit.

Die landeseigene Stiftung, deren Vorsitzender Erwin Sellering werden will, soll Projekte im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz fördern aber auch gewerblich aktiv werden. So ist geplant, durch die Stiftung Bauteile und Maschinen zu kaufen, die für die Fertigstellung der Gasleitung unerlässlich sind. Damit sollen angedrohte Sanktionen der USA gegen am Bau der Leitung beteiligte Firmen möglichst umgangen werden. Die Stiftung wird wegen der Verbindung zum russischen Rohstoffriesen Gazprom zur Zeit heftig angegriffen. Umweltschützer halten die Kombination Gasförderung und Naturschutz für absurd. Sogar Bundes-Außenminister Heiko Maas (SPD) äußerte sich skeptisch und betonte, dass die Entscheidung in Mecklenburg-Vorpommern getroffen wurde, nicht auf Bundesebene. Erwin Sellering verteidigt Stiftung und Pipeline.

„Vor allem die Grünen haben sich darauf festgelegt, die von den USA verhängten Sanktionen für gut und rechtmäßig zu halten. Da bin ich völlig anderer Meinung. Bei den Sanktionen geht es erkennbar in erster Linie um die Umsetzung von Macht- und Wirtschaftsinteressen. Die Bundesregierung hat sich immer klar zur Pipeline bekannt. Die Landesregierung tut dies ebenfalls seit Jahren und hat nun eben ihren Worten Taten folgen lassen. Ich halte solche Sanktionen für anmaßend. Es gibt viele Stimmen, zum Beispiel auch aus der EU-Kommission, die sie für mit dem Völkerrecht nicht vereinbar halten.” Klimapolitische Argumente gegen die Pipeline lässt Erwin Sellering ebenfalls nicht gelten.

„Da müssen die heftigen Angreifer sich schon fragen lassen, warum von ihnen kein böses Wort gegen den Lieferkonkurrenten USA zu hören ist, zumal es sich dabei um Fracking-Gas handelt.” Ganz und gar inakzeptabel sei schließlich die Behauptung, die Stiftung wolle in Wahrheit gar keinen Klimaschutz betreiben. „Das ist einfach nur abwegig. Jeder, der unsere Satzung ohne Vorurteile liest, wird leicht das Gegenteil erkennen. Wir haben die finanziellen Mittel, die vielfältigen Maßnahmen, die wir im Klimaschutz ergreifen wollen, auch finanziell abzusichern, und zwar ohne Einmischung Dritter”, teilt der ehemalige Ministerpräsident mit und fordert: „Klimaschützer leisten einen überaus wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung der Menschheit. Sie sollten sich nicht als exklusiven Club begreifen, sondern sie sollten diejenigen, die ebenfalls dieses wichtige Ziel verfolgen, respektieren und als Verbündete und Unterstützer ansehen.“

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