Evakuierung aufgehoben

Sprengmeister hat Bombe in Rostock entschärft

10.000 Rostocker können wieder in ihre Wohnungen, Büros und Geschäfte. Die Bombenentschärfung mitten in der Stadt hat reibungslos geklappt. Die Polizei sowie das Internet feiert den "Held des Tages".
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dpa
Sprengmeister Fred Tribanek vom Munitionsbergungsdienst MV benötigte für die Entschärfung eine knappe halbe Stunde.
Sprengmeister Fred Tribanek vom Munitionsbergungsdienst MV benötigte für die Entschärfung eine knappe halbe Stunde. Polizei Rostock / Frank Hormann
Die Bombe wird abtransportiert.
Die Bombe wird abtransportiert. Frank Hormann
Entschärfung der Bombe in Rostock.
Entschärfung der Bombe in Rostock. Polizei Rostock
Die Polizei kontrolliert, ob alle Bewohner das Sperrgebiet verlassen haben.
Die Polizei kontrolliert, ob alle Bewohner das Sperrgebiet verlassen haben. Polizei Rostock
In diesem Loch in der Rostocker Innenstadt liegt eine 250 Kilogramm-Fliegerbombe die mit Plastik abgedeckt wurde.
In diesem Loch in der Rostocker Innenstadt liegt eine 250 Kilogramm-Fliegerbombe die mit Plastik abgedeckt wurde. Joachim Mangler
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Rostock.

Nach dem Fund einer 250-Kilo-Fliegerbombe in Rostock wurde die Innenstadt am Mittwochvormittag evakuiert. AB 8 Uhr war der Innenstadtbereich in einem Umkreis von bis zu 1000 Metern um den Fundort im Rosengarten geräumt. Rund 10.000 Menschen waren direkt von der Evakuierung betroffen

Um kurz vor 10 Uhr gab es dann Entwarnung vom Bergungsdienst: Die Bombe wurde erfolgreich entschärft. Zwei Stunden war der Bereich im Umkreis von bis zu einem Kilometer um die Fundstelle in der August-Bebel-Straße menschenleer. Sprengmeister Fred Tribanek vom Munitionsbergungsdienst MV benötigte für die Entschärfung eine knappe halbe Stunde.

So lief die Bombenentschärfung in Rostock:

Hiermit beenden wir die aktuelle Berichterstattung von der Bombenentschärfung in Rostock und möchten uns für Ihr Interesse herzlich bedanken!

Auch nachträglich ist dem 61-jährigen Sprengmeister Fred Tribanek keine Aufregung anzumerken. (13.22 Uhr) "Meine Frau war aber aufgeregt", erzählt er. Als die Entwarnung kam, seien bei ihr Tränen der Erleichterung geflossen.

Tribanek hat jetzt sogar seinen eigenen Hashtag auf Twitter: #Fredloben Dem schließen wir uns vollumfänglich an. (11.42 Uhr) Die Bombe wurde zur endgültigen Beseitigung übrigens bereits in Richtung Usedom abstransportiert.

Kaum sind die Sperrungen endgültig aufgehoben, staut es sich in Richtung der Innenstadt. (10.54 Uhr) Da hilft es auch nicht viel, dass Busse und Straßenbahnen wieder wie gewohnt fahren können.

Während der Entschärfung der Bombe ist ein Bohrer abgebrochen. Sprengmeister Fred Tribanek hatte aber alles unter Kontrolle. (10.52 Uhr) "Ich musste einmal fluchen, als ein Bohrer abgebrochen ist," berichtet Tribanek.

Bis Bahnen und Busse in der Rostocker Innenstadt wieder planmäßig fahren können, wird noch etwas Zeit vergehen. (10.37 Uhr)

Innenminister Lorenz Caffier bedankt sich bei allen Einsatzkräften: „Rund 10.000 Menschen zu evakuieren, verlangt ein hohes Maß an Professionalität. Und zwar von jedem Einzelnen, der an diesem Einsatz beteiligt ist. Ich bin den eingesetzten Kräften, für ihr Engagement und für ihre Besonnenheit in dieser besonderen Lage sehr dankbar“,  und weiter: „Ebenso gilt mein Dank den Rostockerinnen und Rostockern, die den Anweisungen der Einsatzkräfte gefolgt sind und mit norddeutscher Gelassenheit diesem Ereignis begegnet sind.“ (10.32 Uhr)

Die Menschen verlassen nach und nach die Notunterkunft in der Stadthalle. (10.27 Uhr) Auch die Rettungskräfte räumen allmählich das Feld.

Jetzt ist die Evakuierung in Rostock offiziell aufgehoben. (10.13 Uhr) Alle Bewohner können zurück in ihre Wohnungen. Hotels und Geschäfte dürfen wieder öffnen.

Noch ist die Rostocker Innenstadt nicht freigegeben. Das Sperrgebiet darf weiterhin nicht betreten werden (10.04 Uhr)

Die Zünder der Bombe wurden erfolgreich gesprengt. (10.01 Uhr) Die Bombe wird jetzt abtransportiert.

Die Bombe ist entschärft (9.54 Uhr). Die entfernten Zünder müssen aber noch gesprengt werden.

Die Entschärfung der Bombe beginnt jetzt. (9.34 Uhr) Die Evakuierung der Innenstadt ist abgeschlossen, die Polizei hat alles kontrolliert. Sprengmeister Fred Tribanek vom Munitionsbergungsdienst MV kann loslegen.

Geisterstadt Rostock:

Die Bombe soll in Kürze entschärft werden. (9.23 Uhr) Ein Zünder soll laut Informationen der OZ wohl schon vor 70 Jahren beim Aufschlag beschädigt worden sein, ohne dabei ausgelöst zu haben. Der zweite Zünder ist aber offenbar noch scharf.

Ein Hubschrauber der Polizei kreist über dem Sperrgebiet und kontrolliert, ob sich noch Personen in dem Bereich aufhalten. (9.05 Uhr) Mehr als 200 Menschen halten sich derzeit laut Polizei in der Notunterkunft auf, fast 300 seien es schon, schätzt hingegen das DRK. Alles ist entspannt. Am Fundort der Bombe werden die letzten Vorbereitungen für die Entschärfung getroffen.

Feuerwehr und Rettungskräfte stehen auf dem Hof der Feuerwache 1 in Rostock für den Notfall bereit. (8.43 Uhr)

Erst wenn das komplette Evakuierungsgebiet kontrolliert ist, kann mit der Entschärfung der Bombe bekommen werden. (8.21 Uhr) Die Polizei hat noch mehrere Personen in dem Gebiet gefunden und in Sicherheit gebracht.

Die Polizei hat mit der Kontrolle des Sperrgebiets begonnen. (8.02 Uhr) Wer sich jetzt noch hier aufhält, riskiert eine empfindliche Geldstrafe.

Die Straßen aus dem Sperrgebiet heraus sind voll, an meheren Stellen bildeten sich Staus. (8.52 Uhr)

Über der Innenstadt wurde eine Flugsverbotszone eingerichtet, die auch für Drohnen gilt. (7.42 Uhr)

 

 

Die Einfahrt ins Sperrgebiet ist jetzt nicht mehr möglich. (7.30 Uhr) Alle Zufahrtsstraßen sind laut Polizei abgesperrt. Raus kommt man aber noch.

Laut Informationen der Ostseezeitung werden zwei Pflege- und Seniorenheime doch nicht geräumt. (7.02 Uhr) Die Bewohner sollen in Bereiche der Gebäude gebracht werden, die möglichst weit vom Fundort der Bombe entfernt liegen.

Ab 7.30 Uhr wird die Fernwärme runtergeregelt. Bewohner im Sperrgebiet sollten Strom- und Gasleitungen abzuschalten und die Wasserhähne kontrollieren.

In der Notunterkunft (Stadthalle, 7 Uhr) kommen die ersten Menschen an. Alle werden mit Name, Geburtsdatum und Adresse erfasst, falls Angehörige auf der Suche nach ihnen sein sollten.

Die Rostocker Polizei hat ein Bürgertelefon eingerichtet:

So Mancher hat mit der Evakuierung zu kämpfen:

Ab 8 Uhr ist es verboten, sich im Sperrgebiet aufzuhalten, so die Vorgabe der Stadtverwaltung. Ab 7.30 Uhr ist keine Einfahrt in das Sperrgebiet mehr möglich. Wer sich unerlaubt im Sperrgebiet aufhält, ristikert eine Strafe von bis zu 5000 Euro.

Seit Dienstagnachmittag waren die Lautsprecherwagen durch die Innenstadt gefahren und hatte die Einwohner auf die Evakuierung aufmerksam gemacht. An den Zufahrtsstraßen in der Stadt standen am Mittwochmorgen gegen 7 Uhr Dutzende Einsatzwagen der Polizei, Polizisten liefen Streife - aber noch floss der Verkehr.

Die Bombe war am Montag gefunden worden. An der Fundstelle im Rosengarten haben die Experten vom Munitionsbergungsdienst ihre Vorbereitungen abgeschlossen. Dabei machte Fred Tribanek, der die Bombe am Mittwochmorgen entschärfen wird, einen völlig entspannten Eindruck. „Bei jeder Entschärfung wird plötzlich alles ganz ruhig.” Nur die Vögel zwitschern, sagte er.

Bombe wird auf Usedom entsorgt 

Es werde eine ganz normale Entschärfung. „Ich sehe die Sache als Routine an.” Er werde zusammen mit einem Kollegen und mit der Zange in der Hand in die Grube gehen und seine Arbeit verrichten. Wenn die Entschärfung vorbei ist, werde die Bombe nach Mellenthin auf Usedom zur Entsorgung gebracht, sagte Tribanek. Sollte irgendetwas nicht funktionieren, stehe eine Wasserstrahl-Schneideanlage bereit.

Der Chef des Munitionsbergungsdienstes, Robert Molitor, ging von etwa einer halben Stunde aus, die für die Entschärfung benötigt werde – wenn alles klappt. Es gebe bei diesem Job aber auch immer Überraschungen. Immerhin sei die Bombe aus mehreren Kilometern Höhe auf die Erde gefallen und lag dort 75 Jahre.

Stadthalle steht als Notunterkunft bereit

Deutlich umfangreicher wird wohl die Evakuierung der Innenstadt ablaufen. 10.000 Menschen seien davon betroffen. Die Evakuierungsmaßnahmen der fünf Alten- und Pflegeheime werden individuell zwischen den Heimleitungen und dem Brandschutz- und Rettungsamt abgestimmt. Die drei Grundschulen werden provisorisch in anderen Schulen außerhalb der Sicherheitszone untergebracht.

Als Notunterkunft stehe die Stadthalle in direkter Nähe des Hauptbahnhofs und damit knapp außerhalb der Sicherheitszone zur Verfügung. „Es ist selbstverständlich, dass wir die Halle bereitstellen”, sagte Stadthallenchefin Petra Burmeister. Dort stehe nun Platz für 2000 Personen zur Verfügung – mit Ausbaureserve.

Zum ersten Mal muss gesamte Innenstadt geräumt werden

„Der Aufwand ist enorm”, erklärte Kunze. Es sei lange überlegt worden, wie der Aufwand und die Schwierigkeiten für die Einwohner möglichst gering gehalten werden können. „Wir haben mit solchen Dingen aber schon leidlich Erfahrungen gemacht.” Es sei aber das erste Mal, dass fast der gesamte Innenstadtbereich von einer Räumung betroffen ist.

Rostock war als ein militär-industrielles Zentrum ein bevorzugtes Ziel der alliierten Fliegerangriffe. Dabei war die Bombe, wie sie nun im Rosengarten gefunden wurde, „die gängige Standardbombe”, wie Tribanek sagte. Bei mehr als 20 Luftangriffen seien möglicherweise rund 5000 Bomben über Rostock abgeworfen worden. Es habe eine Blindgängerquote von 10 bis 20 Prozent gegeben. Bei einer bisherigen Bergung von zehn Bomben sei klar, dass das Kapitel Bombenentschärfung in Rostock noch nicht abgeschlossen ist.

Kommentare (1)

Das Entschärfungsteam hat eine sehr gute Arbeit gemacht. 250kg, 5 Pfund... Währe diese Bombe hoch gegangen, hätte es sehr viele Leben gekostet. Ich ziehe, symbolisch, meinem Hut vor dieser Leistung! Es gibt unzählige weitere Bomben, welche im Krieg gefallen sind und noch immer im Erdboden herum liegen. Und, ich finde es klasse das - laut Bericht - viele Menschen dem Aufruf gefolgt sind, und den Sicherheitsbereich verlassen haben. Hier haben viele Kräfte, Hand in Hand, zusammen gearbeitet, damit niemand zu Schaden kommt. Mein Dank, auch wenn ich nicht in Rostock lebe, ist Euch sicher :)