IM SCHWERINER LANDTAG

Ex-AfD-Mann Arppe beschäftigt hochrangigen Identitären Fiß

Nächster Skandal um einen Ex-AfD-Vorsitzenden in MV: Der Ex-Vizechef der Identitären Bewegung, Daniel Fiß, arbeitet im Landtagsbüro von Holger Arppe. Besonders pikant: Fiß kommt aus der Neonazi-Szene.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Der ehemalige AfD-Landesvorsitzende Holger Arppe.
Der ehemalige AfD-Landesvorsitzende Holger Arppe. Stefan Sauer
Schwerin.

Der ehemalige AfD-Landeschef Holger Arppe hat den Ex-Vizechef der Identitären Bewegung, Daniel Fiß, in seinem Landtagsbüro angestellt. Entsprechende Informationen des Nordkurier bestätigten Arppe und Fiß unabhängig voneinander am Dienstag.

Auf die Frage, ob er bestätigen könne, bei Holger Arppe zu arbeiten oder gearbeitet zu haben, antwortete Daniel Fiß mit einem schlichten „Ja”. Zu Umfang, Dauer und Inhalt seiner Arbeit wolle er keine Angaben machen, sagte aber, dass er in Rostock eine Grafikdesignagentur führe und verschiedene Auftraggeber habe. In diesem Zusammenhang sei er auch für Arppe tätig.

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Keine Probleme mit Engagement bei Identitären

Der fraktionslose Landtagsabgeordnete Holger Arppe, der im September 2018 aufgrund eines Chatskandals aus der AfD ausgeschlossen wurde, äußerte sich gegenüber dem Nordkurier ausführlicher: Daniel Fiß sei „unter Vorbehalt” bis zum Ende der Legislatur angestellt, um Arppe bei der Pflege seiner Website und des Social-Media-Auftritts behilflich zu sein.

Fiß erledige „einen Teilarbeitsbereich” der „kommunikativen Außendarstellung”, Befugnisse innerhalb des Landtages habe er aber keine. Mit Fiß' Engagement bei den vom Verfassungsschutz als „rechtsextremer Verdachtsfall” eingestuften Identitären sieht Arppe keine Schwierigkeiten: Daniel Fiß habe „ein sauberes Führungszeugnis zu unserem Arbeitsverhältnis vorgelegt. Extremistische oder verfassungsfeindliche Ansichten kann ich bei ihm nicht erkennen”, sagte Arppe.

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Daniel Fiß wird im Verfassungsschutzbericht genannt

Auch seine Vergangenheit im Neonazi-Milieu hält Arppe für unproblematisch: Der 27-jährige Fiß habe vor rund sechs Jahren „seine Abkehr von diesem Milieu betont und ausführlich dargelegt, warum er zu diesen Kreisen keine ideologischen Schnittmengen sieht”. Jedem Menschen stünde „eine persönliche Fortentwicklung und somit eine neue Chance zu”, sagte Arppe.

Landtagssprecher Dirk Lange sagte, dass die Abgeordneten bei der Wahl ihrer Mitarbeiter frei seien, solange diese bestimmte Bedingungen erfüllte. Dazu gehört, dass "der Landtagsverwaltung zu Beginn des Arbeitsverhältnisses ein Führungszeugnis des Mitarbeiters vorliegt, das keine Eintragungen wegen der vorsätzlichen Begehung einer Straftat enthält", so Lange. Darüber hinaus könne der Landtag aus Datenschutzgründen keine Angaben zu Mitarbeitern von Landtagsabgeordneten machen.

Daniel Fiß war bis 2016 Landeschef der Identitären in Mecklenburg-Vorpommern und bis Ende 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Organisation. Dem Nordkurier sagte er, dass er derzeit keine Funktionärsrolle übernehme, aber immer noch aktives Mitglied sei. Die Gruppe wird in Bund und Ländern als rechtsextremer Verdachtsfall beobachtet, Fiß selbst wird namentlich im Verfassungsschutzbericht des Schweriner Innenministerium genannt.

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Arppe wurde aus der AfD ausgeschlossen

In seiner Vergangenheit war Fiß in der Neonaziszene in MV aktiv, unter anderem beim NPD-Parteinachwuchs „Junge Nationalisten” (JN). Auch bei Demonstrationen der „Nationalen Sozialisten Rostock” wirkte Fiß mehrfach mit. Nach eigenen Angaben hat er sich von der Szene losgesagt.

Holger Arppe war von Februar bis November 2014 Landesvorsitzender der AfD Mecklenburg-Vorpommern. Er sitzt seit 2016 im Schweriner Landtag. Nachdem bekannt wurde, dass Arppe sich mit rassistischen und gewaltpornographischen Aussagen an einem internen Chat von AfD-Mitgliedern beteiligt haben soll, trat er Ende August 2017 aus der Landtagsfraktion der AfD aus, behielt aber sein Landtagsmandat. Der Ankündigung, seine Partei zu verlassen, ließ Arppe keine Taten folgen. Er wurde im September 2018 aus der AfD ausgeschlossen.

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Kommentare (6)

Schon komisch diese Rechtsextremen, einerseits "Todesstrafe für Kinderschänder" propagieren, aber andererseits für einen mutmaßlichen Pädophile wie Arppe arbeiten.
Pack schlägt sich, Pack versteht sich...

ist eines der höchsten demokratischen Güter - unschuldig bis zum Beweis (nicht bis zur Vermutung) der Schuld. Offensichtlich sind jedoch die bürgerliche Freiheit und der Rechtsstaat sowohl links- als auch rechtsextremen ein Dorn im Auge, insofern ist dann Satz 2 zuzustimmen.

Da haben Sie Recht. Wer lesen kann, ist hier klar im Vorteil und liest das Wort mutmaßlich...

Immer die gleiche Klientel hier......grauenvoll....und natürlich bei ihrer Lieblingsbeschäftigung.....hetzen. :-):-):-)

... der sich angeblich vom Nazi Klientel los sagte, passt ganz hervorragend zu diesen perversen Typen. Dürfte auf demselben Niveau sein. Hier ein paar Zitate von dem:

"Vielleicht sollten wir (Name) Mutter entführen, sie brutal vergewaltigen lassen von einem wilden Schimpansen und ihm (dem Bekannten) dann jeden Tag einen Finger zuschicken“

2.

„Hunderte Kinder und deren Familien stehen um die Hüpfburg herum und gucken…Dann wollen die Kinder alle mitspielen. So´n schönes zehnjähriges Poloch ist sicher schön eng.“

3.
„Dann besaufen wir uns hemmungslos und pissen alles voll. Anschließend laden wir uns einen Stricher ein, vergewaltigen ihn und essen danach seine Leiche auf“.

4.
„Da muss man einfach ausrasten und erstmal das ganze rotgrüne Geschmeiß aufs Schafott schicken. Und dann das Fallbeil hoch und runter, dass die Schwarte kracht!“

5.
„Wir müssen ganz friedlich und überlegt vorgehen, uns ggf. anpassen und dem Gegner Honig ums Maul schmieren aber wenn wir endlich soweit sind, dann stellen wir sie alle an die Wand. (…) Grube ausheben, alle rein und Löschkalk oben rauf“

6.

„Die Leute von der IB sind intelligent. Die sind klug, die sind gewitzt, die sind kreativ und genau deswegen hat das System Angst vor diesen Leuten und hetzt ihnen den Verfassungsschutz auf den Hals“

7.

„In Polen ist die Welt noch in Ordnung. Ich bin fünf Stunden durch Breslau gelaufen und habe weder ein Kopftuch, noch einen einzigen Neger gesehen“

8.

„Ich habe jetzt eine Vision: wenn es hier in Deutschland gut läuft, werden wir am Ende so eine Art Apartheidstaat haben wie damals in Südafrika, wo die Weißen den Rest einfach nur irgendwie in Schach halten.“

9.
„Manche Leute in der Bürgerschaft kann ich mir nur mit einem Loch im Kopf vorstellen, sonst ertrage ich diese linken Schweine nicht‘.“

10.
„Der Typ würde perfekt in unsere Reihen passen. Er hasst die Linken, hat einen gut gefüllten Waffenschrank in der Garage und lebt unter dem Motto: Wenn die Linken irgendwann völlig verrückt spielen, bin ich vorbereitet.“

Arppe sagte im Video: “Der politisch motivierte Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke ist ein abscheuliches Verbrechen. Er ist Ausdruck unkontrollierten Hasses.” Und jetzt raten Sie mal, wessen Hass das wohl gewesen sein könnte!

...auf Ihrer Liste kann ich ganz klar unterschreiben. Und auch ich fahre sehr gerne nach Polen, die Präsenz der Sicherheitskräfte vermittelt dort ein sehr gutes Gefühl. Südafrika ist leider längst nicht mehr so unproblematisch, die "Plaasmoorde" haben stark zugenommen und auch Weiße leben mittlerweile in Ghettos. Sie bekommen teilweise keine Arbeit mehr, haben aber auch kein Geld das Land zu verlassen.
In Südafrika gibt es ein ganz eindeutiges Gesetz, dass besagt, wenn ein Arbeitsplatz angeboten wird, kommt der Weiße erst an zweiter Stelle. Zuerst muss die Stelle einem oder mehreren Farbigen angeboten werden. Erst wenn die Stelle sich so nicht besetzen lässt, kommen Weiße in Frage. Das ist kein Geheimnis, sondern gängige Praxis in Südafrika. Ob das Diskriminierung ist..............nun diese Antwort bleibe ich schuldig. Es frage sich ein jeder selbst......