U-AUSSCHUSS

Ex-Awo-Chef hält 150.000 Euro Jahresgehalt für angemessen

Trotz einer erfolgten zivilrechtlichen Verurteilung und der seit fast vier Jahren andauernden strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bezeichnet sich Peter Olijnyk weiter als unschuldig.
Vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) stellte sich der langjährige Geschäftsführer des Awo-Kre
Vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) stellte sich der langjährige Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes Müritz, Peter Olijnyk, als erfolgreicher Unternehmer dar. Andreas Becker
Schwerin ·

150.000 Euro Jahresgehalt, 30.000 Euro Tantiemen plus eine lebenslange Betriebsrente – all das findet Peter Olijnyk völlig okay. Vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) stellte sich der langjährige Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes Müritz als erfolgreicher Unternehmer dar. Kaum eine Spur von Selbstkritik, Olijnyk gab sich jovial, selbstsicher, auskunftsfreudig und redegewandt. „Mittelmaß war nicht mein Anspruch”, zeigte sich Olijnyk wenig bescheiden und sprach von der besonderen Awo-Qualität.

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Dass die Staatsanwaltschaft Schwerin allerdings wegen des Verdachts der schweren Untreue gegen Olijnyk ermittelt, kann der 22 Jahre als Geschäftsführer tätige Olijnyk nicht nachvollziehen. Olijnyk und der damalige Awo-Kreisvorsitzende Götz-Peter Lohmann sollen sich über Jahre lukrative Verträge zugeschanzt haben. Ohne den restlichen Vorstand davon zu unterrichten. Olijnyk hatte Lohmann nach seinem Ausscheiden als SPD-Bundestagsabgeordneter bei einer Tochtergesellschaft der Awo Müritz für 5200 Euro monatlich angestellt. Obwohl er gleichzeitig ehrenamtlicher Awo-Kreisvorsitzender war.

„Lohmann haben wir nach dem Verlust seines Bundestagsmandats bei uns untergebracht”, gab Olijnyk unumwunden zu. Nachfrage des CDU-Abgeordneten Sebastian Ehlers: „Wer hat den Wunsch geäußert, den SPD-Abgeordneten Lohmann bei der Awo unterzubringen?” Das sei der Wunsch des langjährigen SPD-Landtagsabgeordneten Rudolf Borchert gewesen. Borchert hatte mit Olijnyk die Awo Müritz 1993 gegründet und war später selbst Awo-Landeschef geworden. Borchert war von diesem Posten im Herbst 2017 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Im November 2019 war Borchert gestorben.

Er, Olijnyk, habe Lohmann als Diplom-Psychologen angestellt und nach seinen eigenen Worten nicht an Lohmanns Qualitäten gezweifelt. Allerdings legte Lohmann nach Aussage Olijnyks nie Rechenschaft über seine Tätigkeit ab, Arbeitsnachweise fehlen. Gegen Lohmann ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Untreue.

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Kommentare (2)

Für ds Geld muss ein Normalo einige Jahre hart schuften und hat dann auch noch gesundheitliche Schäden. Er sieht aber nicht so aus das er gesundheitliche Schäden außer im Kopf hat.

Sie stecken sich die Taschen voll, kunkeln miteinander und finden die maßlos überzogenen Gehälter und zuwendungen auch noch in Ordnung. Wie soll das noch ein normal denkender und arbeitender Mensch verstehen. Die, Da Oben, haben längst jetwede Realität in puncto Verdienst und Gerechtigkeit verloren. Prominentestes Beispiel: Friedrich Merz, der Millionen sein eigen nennt und sagt er sei einer aus der Mittelschicht...