Peter-Michael Diestel war letzter Innenminister der DDR.
Peter-Michael Diestel war letzter Innenminister der DDR. Bernd Wüstneck
Russland

Ex-DDR-Innenminister Diestel kritisiert Rauswurf von Rostocker Admiral

Nachdem der Rostocker Admiral Kay-Achim Schönbach wegen prorussischer Aussagen seinen Posten geräumt hat, äußerte nun Peter-Michael Diestel Kritik daran. Für Putin habe er hingegen Verständnis.
dpa
Zislow

Der letzte DDR-Innenminister und Anwalt Peter-Michael Diestel hat den Umgang mit dem abgelösten Rostocker Inspekteur der Deutschen Marine, Kay-Achim Schönbach, scharf kritisiert. „Man wirft einen Offizier nicht raus, weil er seine Meinung äußert”, sagte Diestel am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Zislow. Wer solle denn die Verteidigungsbereitschaft der deutschen Marine organisieren, wenn nicht verdiente Offiziere wie der 56-Jährige, gab Diestel zu bedenken.

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Kritik an Ministerin Lambrecht

Hier beschreite Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) den gleichen Irrweg wie einst Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), erklärte Diestel. Auch der CSU-Politiker habe von 2009 bis 2011 als Verteidigungsminister führende Soldaten entlassen, wenn er selbst Fehler gemacht habe.

Unter Diestels Führung wurde 1990 die DDR-Staatssicherheit aufgelöst und die ostdeutsche Polizei in die Wiedervereinigung geführt.

Diestel äußert Verständnis für Putin

Der Rostocker Vizeadmiral Schönbach hatte inmitten der Spannungen zwischen Russland und der Nato bei einem Auftritt in Indien Verständnis für Kremlchef Wladimir Putin geäußert und erklärt: „Die Halbinsel Krim ist weg, sie wird nicht zurückkommen.” Die Äußerungen lösten Empörung aus. Russland hatte 2014 die ukrainische Halbinsel Krim am Schwarzen Meer annektiert. Zu Putin hatte Schönbach gesagt: „Was er wirklich will, ist Respekt auf Augenhöhe. Und – mein Gott – jemandem Respekt entgegenzubringen, kostet fast nichts, kostet nichts.”

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Was Schönbach gesagt habe, sei eigentlich auch Meinung der USA, sagte Diestel. Die Krim habe – geschichtlich gesehen – immer eine Sonderstellung gehabt. Diestel äußerte auch Verständnis für Putin: Er könne verstehen, dass sich die Russen bedroht fühlten. Die Nato habe sich, entgegen den Zusagen nach 1989, in Osteuropa erweitert.

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Kommentare (3)

Ein Admiral darf eine eigene Meinung haben. Doch ein hoher Beamter sollte diese besser für sich behalten oder damit warten, bis er pensioniert ist.

nein, gerade weil er ein hoher Beamter ist, ist er zur Wahrheit verpflichtet. Er hat nur die Wahrheit gesagt, die den Systemtrollen wieder nicht gefallen hat. Schon vergessen? §1 Beamtengesetz, "Der Beamte dient dem Volk und nicht dem Staat"!!!! Die Beamten sind Angestellte des Volkes und nicht anders rum, wie es schon seit Jahrzehnten läuft

Es ist beschämend für die deutsche Politik einen hoch intelligenten Vizeadmiral, der seine ehrliche Meinung äußert , mit der auch Recht hat, zu entlassen.
Für mich ist es wieder einmal der Beweis dafür, das in Deutschland keine Meinungsfreiheit besteht. Wer also nicht die Politische Richtlinie folgt wird bekämpft und verunglimpft. Vielmehr sollte Deutschland und die NATO sich die Worte von Vizeadmiral Schönbach zu Herzen nehmen und danach handeln. Es wird eine deutliche Entspannung nicht nur im Ukraine Konflikt geben. Meine Hochachtung an Herrn Vizeadmiral Schönbach.