STREIT UM IMMOBILIE

Ex-Minister Krause will nun doch ausziehen

Der ehemalige Politiker Günther Krause und seine Frau haben ein Jahr lang in einem Haus gewohnt, ohne es bezahlt zu haben. Das ist nun bald vorbei.
dpa
Besenrein wolle man das Halbe-Million-Euro-Haus übergeben, hieße es aus dem Hause Krause.
Besenrein wolle man das Halbe-Million-Euro-Haus übergeben, hieße es aus dem Hause Krause. Thomas Krause
Fincken.

Im Wohnhaus-Streit von Ex-Bundesverkehrsminister Günther Krause in Fincken (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) bahnt sich vor einer Zwangsräumung noch eine Lösung an. Wie die Anwälte beider Seiten am Freitag erklärten, ziehen Krauses jetzt doch aus dem illegal bewohnten Haus aus und wollen den Klägern am 30. April die Schlüssel übergeben. Auch eine Nutzungsentschädigung werde Krause akzeptieren, kündigte sein Anwalt Peter-Michael Diestel an.

Krauses waren im April 2017 in das komfortable Bauernhaus im Finckener Ortsteil Knüppeldamm gezogen, hatten die 459.000 Euro als Preis aber nie bezahlt. Die Verkäufer – ein Unternehmerehepaar – klagten. Ein beim Landgericht geschlossener Vergleich, nach dem der Kaufpreis bis Ende März noch gezahlt werden sollte, verstrich ohne Ergebnis. Trotz Vereinbarung zogen Krauses auch bis 10. April – wie im Vergleich vorgesehen – nicht aus. Klägeranwalt Arne Trimpop hat eine Zwangsräumung beantragt, was aber noch ein paar Wochen dauern würde.

Ermittlung wegen Betrugsverdacht

In dem Verfahren war die Frau Krauses als Käuferin aufgetreten. „Für uns ist wichtig, dass wir endlich reinkommen“ sagte Trimpop. Er wolle von Krauses zudem Nutzungsentschädigung von rund 18.000 Euro, da den Klägern auch Miete für ein Jahr entgangen sei. „Wenn man etwas nutzt, muss man dafür aufkommen und das wird mein Mandant akzeptieren“, erklärte Diestel, der Krause auch in anderen Verfahren vertritt. Das Haus solle „besenrein übergeben werden“.

Die Neubrandenburger Staatsanwaltschaft ermittelt zudem wegen Betrugsverdachts gegen den Ex-Minister und dessen Frau. Krause hatte als Vertreter der DDR-Volkskammer den 1990 abgeschlossenen Einigungsvertrag mit ausgehandelt. Als Bundesverkehrsminister trat er nach mehreren Affären 1993 zurück und ging in die Wirtschaft.

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