Mecklenburg-Vorpommern

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Experte: Kreisreform brachte 4 Milliarden Euro Verluste

Der Wirtschaftsgeograf Helmut Klüter forscht am Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald.
Der Wirtschaftsgeograf Helmut Klüter forscht am Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald.
Stefan Sauer

Die Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern hat vor allem dem östlichen Landesteil geschadet, sagt ein Experte: Die Kluft zwischen Ost und West habe sich stark vergrößert.

Der Greifswalder Wirtschaftsgeograf Helmut Klüter fordert eine Korrektur von Fehlern bei der Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Kreisgebietsreform hat das wirtschaftliche Gefälle zwischen dem Osten und Westen des Landes Mecklenburg-Vorpommern vergrößert”, sagte Klüter am Montag in einem Interview mit der Deutschen-Presse-Agentur.

Innerhalb von sechs Jahren hätten sich für den östlichen Landesteil Wachstumsverluste von mindestens 4,15 Milliarden Euro ergeben. Die Landesregierung müsse jetzt gegensteuern und dezentralisieren: Schulen, Gemeindeverwaltungen, Ärzte müssten aufs Land. In Brandenburg war die geplante Kreisgebietsreform Anfang November gestoppt worden. „Vernünftig”, sagt der Professor an der Universität Greifswald. Er war als Experte im brandenburgischen Landtag gehört worden.

Kommentare (1)

Hätten sie bei uns diese unsägliche Reform doch auch bloß gestoppt. Vieles wäre uns erspart geblieben: irrsinnig große Kreise, lange sinnlose Fahrten, Ämterschließungen, verrottende Kreisgebäude ohne Funktion, nicht nachvollziehbare Gebietsverschiebungen von Pommern nach Mecklenburg und jede Menge Unmut in der Bevölkerung. Statt der versprochenenen Einsparungen 4000 Millionen Euro Verlust in nur sechs Jahren.