Auch im Baugewerbe fehlen Fachkräfte. Wirtschaft und Politik müssen reagieren – ansonsten drohen kurz- mittelf
Auch im Baugewerbe fehlen Fachkräfte. Wirtschaft und Politik müssen reagieren – ansonsten drohen kurz- mittelfristig Probleme in vielen Wirtschaftsbereichen in der Produktion. dpa
Demografischer Wandel

Fachkräfte gesucht! Jetzt sollen Zuwanderer in MV helfen

In der MV-Wirtschaft knirscht es gewaltig: Die Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte. Ein Politiker vom Fach schlägt Alarm – und zeigt eine Lösung auf.
Schwerin

Die Schere am Arbeitsmarkt geht weiter auseinander, der viel zitierte Kampf um die Köpfe wird härter: Während in den nächsten Jahren Geburten starke Jahrgänge in den Ruhestand wechseln, starten aufgrund des demografischen Wandels weniger Menschen in das Berufsleben. Die Konsequenz: „Der Fachkräftemangel ist zum Arbeitskräftemangel geworden”, mahnt Hagen Reinhold, FDP-Bundestagsabgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern.

Mehr zum Thema: „Aufbruch schaffen”: Wie die Politik Fachkräfte sichern will

Der Liberale spricht aus eigener beruflicher Erfahrung – als langjähriger Bauunternehmer kennt sich Reinhold nach eigenen Worten „an der Front” aus. „Wir werden in Zukunft vor allem in den ostdeutschen Bundesländern jeden brauchen, der arbeiten kann. Also müssen wir genau schauen, wer was drauf hat und wer was mitbringt”, sagt der Sprecher der Landesgruppe-Ost der FDP-Bundestagsfraktion.

Mittlerweile würden in vielen Betrieben bereits „Leute mit einem Führerschein händeringend gebraucht”. In Speditionen fehlten beispielsweise Kraftfahrer, in Pflegeberufen Transportfahrer. Das zeige, dass jede noch so kleine Qualifikation hilfreich sein könne. „Wir werden allerdings weit mehr Leute dafür brauchen, als bisher in der Region leben”, weiß Reinhold und folgert: „Ohne Einwanderung geht es also nicht. Das heißt: Klare Regeln für Immigration in den Arbeitsmarkt nach einem Punktesystem, mit dem wir bei unterschiedlichen Kriterien sagen können, wen wir für welche Aufgaben brauchen.”

Auch interessant: Ost-Firmen setzen auf mehr Bildung und Zuwanderung

Dabei müssten nach Einschätzung des FDP-Mannes alle Nationen in den Blick genommen werden. „Ich kenne gerade in der Baubranche viele Beispiele, wo die Anerkennung für Leute, zum Beispiel aus der Ukraine, jetzt noch scheitert – und das müssen wir ändern.” Teil des Aufstiegsversprechen müsse es sein, alle die wollten, deren Know-how benötigt werde und bei denen der Integrationswille vorhanden sei, als Verstärkung zu gewinnen. Reinhold weiter: „Wenn wird daraus in MV eine Erfolgsgeschichte machen, ist das Vorbild für die gesamte Republik.”

Im Wirtschaftsministerium in MV ist das Problem mittlerweile erkannt worden – dort wird „mit Hochdruck an einer Fachkräftestrategie” gearbeitet. Teil dieser Strategie ist „auch die Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland sowie die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen im Land”, sagte Wirtschaftsminister Meyer in dieser Woche. „Es geht darum, gezielt Fachkräfte von außerhalb mit dringend benötigten Kompetenzprofilen nicht nur vorübergehend für unser Bundesland zu anzuwerben.”

 

 

 

zur Homepage