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Ist Sturmtief "Xaver" verantwortlich für die Unglücksfahrt?

In Parchim wird gegen einen Rettungssanitäter wegen fahrlässiger Tötung verhandelt. Er soll mit seinem Rettungswagen einen Unfall verursacht haben, bei dem eine Patientin starb.
In Parchim wird gegen einen Rettungssanitäter wegen fahrlässiger Tötung verhandelt. Er soll mit seinem Rettungswagen einen Unfall verursacht haben, bei dem eine Patientin starb.
Carsten Rehder

Mitten im Schneesturm soll eine Patientin mit einem Krankenwagen in eine Klinik gebracht werden. Doch ein Unfall beendet die Fahrt. Die Frau stirbt, zwei Männer werden verletzt. Der Fahrer steht nun vor Gericht.

Im Prozess um den tödlichen Unfall mit einem Rettungswagen bei Plau am See (Kreis Ludwigslust-Parchim) hat der angeklagte Fahrer die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Diese wirft dem damals 27 Jahre alten Mann fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Der Mann habe am Dienstag im Amtsgericht Parchim geschildert, dass er von einer Windböe getroffen wurde und nicht gegenlenken konnte, berichtete der Anwalt der Nebenklage, Wolfgang Lake-Schwarznecker aus Chemnitz. Dadurch sei der Wagen von der glatten Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Starke Sturmböen und Sturmtief "Xaver"

Der Rettungswagen sollte eine Patientin aus dem Altkreis Müritz nach Plau bringen. Bei dem Unfall im Dezember 2013 war die 82-Jährige ums Leben gekommen, ein Notarzt und ein Sanitäter erlitten schwere Verletzungen. Zum Unfallzeitpunkt hatte das Sturmtief "Xaver" für heftigen Schneefall und starke Sturmböen gesorgt. Nach Angaben der Polizei überholte der Mann mit Blaulicht und Sondersignal Lastwagen und kam dabei von der Straße ab. Die Patientin soll zudem nur mit drei statt wie vorgeschrieben mit vier Gurten gesichert gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft hatte einen Strafbefehl mit sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert, den das Amtsgericht Parchim auch erließ. Der Beschuldigte legte Einspruch dagegen ein. Der Prozess wird am 25. November mit der Anhörung von Sachverständigen fortgesetzt.