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Der öffentliche Nahverkehr im Landkreis steht unter finanziellem Druck. Geprüft wird deshalb auch, inwiefern der weitere Ausbau des Rufbussystems ILSE zu einer Entlastung führen könnte. Bernd Wüstneck/Archiv
Preiserhöhung

Fahrgäste in Bus und Bahn müssen in Vorpommern deutlich mehr zahlen

Die gestiegenen Spritkosten und erhöhten Gehälter für Busfahrer sorgen bei den Nahverkehrsbetrieben im Landkreis für angespannte Haushalte. Deshalb wurden Preise erhöht – nicht unerheblich.
Greifswald

Die Verkehrsbetriebe im Landkreis Vorpommern-Greifswald kämpfen angesichts drastisch gestiegener Kosten um die komplette Aufrechterhaltung des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Vorpommern-Greifswald.

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Vor allem die noch immer hohen Spritkosten, aber auch die erhöhten Gehälter für Busfahrer machen den Unternehmen nach eigenen Angaben schwer zu schaffen. Zum Jahreswechsel habe deshalb die Tarifkooperation Vorpommern die Ticketpreise im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich zehn Prozent erhöht, teilte der Landkreis mit. Bei der Usedomer Bäderbahn (UBB) gebe es allerdings Unterschiede zwischen den Bus- und Bahnangeboten, sagte Kreissprecher Florian Stahlkopf.

Kreis will nicht noch mehr Zuschüsse leisten

„Die Unternehmen durchleben schwierige Zeiten, dennoch haben sie bisher nicht signalisiert, dass der ÖPNV im Landkreis nicht mehr aufrechterhalten werden kann“, sagte der Kreissprecher weiter. Allerdings könnten die finanziellen Belastungen durch den Landkreis nicht gemildert werden. Es gebe jedoch breite Überlegungen zur Neugestaltung der unterschiedlichen Nahverkehrsangebote. Dazu gehörten unter anderem die Nutzung alternativer Antriebstechnologien sowie die Digitalisierung von Tarifangeboten. Geprüft werde auch, inwiefern der weitere Ausbau von Rufbusangeboten zu finanziellen Entlastungen führen könnte.

Der Landkreis hatte in den vergangenen Jahren wiederholt die entsprechenden Zuwendungen für den Öffentlichen Personennahverkehr erhöht. Während das Angebot in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils 2,6 Millionen Euro unterstützt wurde, sind es seit 2020 sogar 4,2 Millionen Euro jährlich. Der Landkreis als Auftraggeber bezuschusst die insgesamt gefahrenen Fahrplankilometer gemäß eines Vertrages, sagte der Kreissprecher.

Rufbus als Erfolgsgeschichte

Als Erfolgsgeschichte wird das flexible Rufbusprojekt ILSE (Integrierte Leitstelle Erweiterung), das die Vorpommersche Verkehrsgesellschaft (VVG) inzwischen ausgeweitet hat, angesehen. Diese Busse fahren ohne Fahrplan und können einfach über Telefon, Internet oder per Smartphone über einen speziellen QR-Code gebucht oder vorbestellt werden. Die aktuellen jeweiligen Fahrpreise hier nachzulesen.

Der Nachbarlandkreis Vorpommern-Rügen, der ebenfalls unter ständig steigenden Kosten im Nahverkehr leidet, hatte im Mai vergangenen Jahres für seinen Einzugsbereich mit einer sogenannten Schülernetzkarte den kostenlosen Nahverkehr für Schüler eingeführt. Das Angebot sei auf großes Interesse gestoßen, sagte Landrat Stefan Kerth (SPD). Insgesamt seien dort 14 .000 Schülernetzkarten beantragt worden. Vor der Umstellung habe es lediglich 9000 Sammelnetzkarten gegeben.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gebe es aktuell noch keine Bestrebungen, eine solche kostenlose Schülernetzkarte einzuführen, sagte Stahlkopf. Derzeit sei auch nicht seriös abzuschätzen, wie viele Schüler und Schülerinnen eine solche Karte in Anspruch nehmen würden.

49-Euro-Ticket ändert noch einmal vieles – wann immer es kommt

Unklar ist bislang auch, welche Folgen für den Nah- und Regionalverkehr im Nordosten Deutschlands das sogenannte 49-Euro-Ticket haben wird. Es wird voraussichtlich im Frühjahr eingeführt und soll den Unternehmen höhere Fahrgastzahlen sichern. Die Bundes- und auch die Landesregierung hatten versichert, dass das ermäßigte Ticket keine negativen Auswirkungen für die regionalen Verkehrsunternehmen haben werde. Demnach würden derzeit die Instrumente zur Ausgleichsregelung durch den Bund und das Land vorbereitet.

 

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