Vor allem für Pendler auf dem Land wird das Reisen mit der Bahn in MV immer schwieriger.
Vor allem für Pendler auf dem Land wird das Reisen mit der Bahn in MV immer schwieriger. Stefan Sauer/Archiv
Pro Bahn

Fahrgast-Verband platzt wegen Zugausfällen in MV der Kragen

Der Fahrgast-Verband prangert an: Während in Rostock weiter alle 7,5 Minuten eine S-Bahn fährt, muss man im ländlichen Raum wegen der Ausfälle mitunter stundenlang auf Züge warten.
dpa
Schwerin

Es ist eine monatelange Hängepartie - und kein Ende in Sicht: Die Bahn fährt weiterhin ein reduziertes Nahverkehrsangebot in Mecklenburg-Vorpommern und begründet das mit angeblich unvorhersehbaren Personalausfällen. Konzentrierten sich die Ausfälle anfangs nur auf den Osten des Landes, ist inzwischen auch der Westen betroffen - und das ruft nun auch erstmals schärferen Protest hervor.

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So fallen auf der Strecke Wismar-Schwerin-Ludwigslust in dieser Woche täglich neun Verbindungen aus, wie die Bahn mitteilte. Die Streichungen gelten demnach zunächst bis Freitag. Seit Juli gibt es auf der Strecke erhebliche Zugstreichungen. Im Osten des Landes fallen bereits seit dem Jahreswechsel regelmäßig Züge aus, etwa auf der Bahnstrecke Ueckermünde-Pasewalk.

In Rostock fährt weiter alle 7,5 Minuten eine S-Bahn

Gänzlich neu ist der Ausfall von zwei Verbindungen zwischen Schwerin und Rostock – eine am Morgen und eine am Nachmittag, ebenfalls zunächst bis Freitag. Verlängert wurden zudem die Ausfälle von täglich sieben Verbindungen zwischen Stralsund und Greifswald zunächst bis Freitag. Zwischen Pasewalk und Ueckermünde-Stadthafen fallen bis Sonntag täglich sechs Züge aus – dort gibt es einen Ersatzverkehr mit Bussen. Begründet wird das Vorgehen mit einem erhöhten Krankenstand beim Fahrpersonal.

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Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte die anhaltende Angebotsreduzierung der DB Regio im Nahverkehr des Landes. Die Streichungen seien mit der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV) und damit mit dem Land abgestimmt, sagte der Landesvorsitzende von Pro Bahn, Marcel Drews. Er sieht dabei eine Benachteiligung des ländlichen Raums.

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Während auf den betroffenen Strecken der Stundentakt über weite Teile des Tages aufgegeben werde, fahre die ebenfalls von DB Regio betriebene S-Bahn in Rostock weiterhin alle 7,5 Minuten in den Hauptverkehrszeiten. Würde der Takt dort auf 10 Minuten verlängert – was ohnehin ab Dezember 2024 am Nachmittag komme -, fiele das für die Nutzer weniger stark ins Gewicht als wenn im ländlichen Raum plötzlich nur noch alle zwei Stunden ein Zug fahre.

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„Für die betroffenen Pendler, die auf die Züge angewiesen sind, ist das ärgerlich“, sagte Drews. Funktioniere der Nahverkehr in einer Region über längere Zeit nicht richtig, wie derzeit auf einigen Strecken in MV, stiegen Pendler aufs Auto um. Sie seien erfahrungsgemäß dann für den Öffentlichen Nahverkehr vorerst verloren.

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