LANDTAG

Familie möchte keine AfD bei Trauerakt für Bretschneider

Oft hat die AfD Sylvia Bretschneider angefeindet, die ihrerseits nicht mit Kritik hinterm Berg hielt. Beim Trauerstaatsakt in Neubrandenburg ist die Partei nicht erwünscht.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Die verstorbene Landtagspräsidentin hatte die AfD immer wieder wegen aus ihrer Sicht rechtsextremistischer Tendenzen kritisiert.
Die verstorbene Landtagspräsidentin hatte die AfD immer wieder wegen aus ihrer Sicht rechtsextremistischer Tendenzen kritisiert. Jens Büttner
Schwerin.

Die AfD wird nicht zum Trauerstaatsakt für die verstorbene Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) erscheinen. Das erklärte am Freitag der AfD-Landtagsabgeordnete Horst Förster. Der Trauerstaatsakt war von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) angeordnet worden und soll am Montag in Neubrandenburg stattfinden.

„Die Landtagsverwaltung hat mitgeteilt, dass die Familie der Verstorbenen darum bittet, von einer Teilnahme abzusehen. Die AfD respektiert diesen Wunsch und wird deshalb dem Trauerstaatsakt fernbleiben“, sagte Förster, der ursprünglich gemeinsam mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Christoph Grimm nach Neubrandenburg kommen wollte.

Die verstorbene Landtagspräsidentin hatte die AfD immer wieder wegen aus ihrer Sicht rechtsextremistischer Tendenzen kritisiert. Die AfD und ihre Anhänger sparten ihrerseits nicht mit heftigen Attacken gegen Bretschneider. Die SPD Neubrandenburg quittierte die Nachricht vom Fernbleiben der Abgeordneten auf Twitter mit „#niemandbrauchtNazis“.

 

 

Laut einem Sprecher der Landtagsverwaltung habe man nach einer Anfrage seitens der AfD-Fraktion zur möglichen Teilnahme zweier Abgeordneter die Familie der Verstorbenen kontaktiert. „Im Ergebnis bat die Familie die beiden Abgeordneten darum, von einer Teilnahme abzusehen. Dies wurde der Fraktion mitgeteilt“, so der Sprecher. Die Fraktion ließ am Freitagnachmittag auf Nachfrage offen, ob ihr Vorsitzender Nikolaus Kramer nicht am Trauerstaatsakt teilnehmen wollte.

Unterdessen hat Innenminister Lorenz Caffier für kommenden Montag Trauerbeflaggung in ganz Mecklenburg-Vorpommern angeordnet.

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Kommentare (6)

Es ist kein Geheimnis, dass Sylvia Bretschneider die Alternative für Deutschland offen gehasst hat. Ihr Aufgabe als Landtagspräsidentin wäre es aber gewesen die Neutralität zu wahren. Wenigstens zum Scheine, auch wenn ihr Herz als Sozialdemokratin links schlug.

Man kann auch über das Ableben eines politischen Gegners trauern, denn wir sind alle nicht nur politische Geschöpfe, sondern letzten Endes immer noch Menschen. Die AfD hat in diesem Fall alles richtig gemacht, und diejenigen, welche ihr die Anteilnahme verwehren, haben sich wieder ein Stück weit demaskiert: Bei ihnen hat wieder einmal der Haß obsiegt.

Sie war genauso wenig neutral wie es Frank-Walter Steinmeier als Bundespräsident ist. Man kann es besser machen.

Man muß der AfD Respekt zollen, daß sie trotz politischer Differenzen zu Bretschneiders Lebzeiten dennoch nunmehr den Anstand wahrt, ihr letzten Respekt zollen zu wollen und ebenfalls aus Respekt die dubios motivierte Ausladung respektiert. Wer darüber selektiert, wer trauern darf und wer nicht, dürfte wohl als ideologisch fanatisiert bezeichnet werden. Menschlich-charakterlich hat die AfD alles richtig gemacht. Wenn die höhnische SPD-Antwort nur ein despektierliches "niemandbrauchtnazis"-Geraune ist, dann sagt das mehr über den Absender als über den Adressaten dieser Botschaft aus.

Der stellvertretende Sprecher der AfD Fraktion, Herr Christoph Grimm, hat sich dazu im Nordmagazin des NDR geäußert. Und zwar mit Worten, denen man sich nur anschließen kann.
Er sprach von der Würde und dem Respekt den man Verstorbenen entgegenzubringen hat und das der Tot zu stark ist, so das selbst die größten politischen Gegensätze zurückweichen sollten. Desweiteren sprach er an, das es sich bei der Trauerfeier um einen Staatsakt handelt, bei dem eigentlich alle Repräsentanten des Landes MV anwesend sein sollt, da dieser Staatsakt eben vom diesem Land MV ausgerichtet wird..Damit ist alles klar und deutlich gesagt worden. Leider können andere auch nach dem Ableben eines Menschen nicht von ihrem Hass auf Andersdenkende loslassen. Ich finde dieses Verhalten einfach nur schäbig!

und abgeklärt wie die leute der afd reagieren alle achtung hätte ich ihnen nicht zugetraut....
nun werden also von dem roten flügel andersdenkende auch ausgeschlossen ich denke sie sind so weltoffen bla bla bla ....
politisch note 6 setzen