MV-MINISTERIUM

Fast 6000 Kinder fehlten unentschuldigt in der Schule

Bis zu 2500 Euro Strafe drohen, wenn Kinder unentschuldigt in der Schule fehlen. In MV schreckte das viele Schüler offenbar nicht ab, die Schule zu schwänzen.
dpa
ARCHIV – 05.10.2017, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Schüler einer vierten Klasse werden unterrichtet. (zu dpa &b
ARCHIV – 05.10.2017, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Schüler einer vierten Klasse werden unterrichtet. (zu dpa „Fast 6000 Kinder haben unentschuldigt in der Schule gefehlt”) Foto: Jens Büttner/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Jens Büttner
Schwerin.

Im vergangenen Schuljahr haben 5960 Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern an mindestens einem Tag unentschuldigt in der Schule gefehlt. Dies entspreche einem Anteil von 4,5 Prozent, wie das Bildungsministerium in Schwerin mitteilte. Im Schuljahr 2017/18 waren es demnach 4,2 Prozent gewesen, im Schuljahr davor 4,4 Prozent.

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Keine Entschuldigung

Als Kurzzeitschwänzer mit einem bis zwei unentschuldigten Fehltagen wurden dabei 2201 Schüler registriert. Schon an den Grundschulen waren 511 Kinder betroffen, an den Regionalschulen 1135 und an den Gesamtschulen 555.

Von den Gymnasien wurden keine Kurzzeitschwänzer gemeldet. Als schulaversiv gelten den Angaben zufolge Schüler, die mehr als fünf Tage ohne Entschuldigung der Schule fernbleiben.

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Eltern müssen Erfüllung der Schulpflicht achten

„Wer nicht regelmäßig in die Schule geht, verpasst wichtigen Unterrichtsstoff und läuft Gefahr, den Abschluss nicht zu schaffen”, mahnte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). Die Eltern müssten darauf achten, dass die Schulpflicht erfüllt werde. Es gehe darum, erste Anzeichen von Schwänzen zu erkennen und zu verhindern.

Der Verstoß gegen die Schulpflicht sei eine Ordnungswidrigkeit, die laut Schulgesetz mit einer Geldbuße von bis zu 2500 Euro geahndet werden könne. Auch die Polizei kann zu Hilfe gerufen werden, um notorische Schwänzer in die Schule zu schaffen. Dies sei im vergangenen Schuljahr aber nicht vorgekommen, hieß es.

Wie viele der Fehltage an einem Freitag zu verzeichnen waren, vielleicht auch weil die Schüler da an „Fridays for Future”-Protesten teilgenommen haben, war am Wochenende bisher nicht zu erfahren. Wir bleiben aber dran und berichten ggf. nach.

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Kommentare (3)

Manche Lehrer freut es, das diverse “Dümmlinge“ nicht den Unterricht stören und die angespannten Nerven des unterbezahlten Lee(h)rkörpers belasten.

... freut ..." Ist der falsche Ansatz. Es geht um die Schulpflicht. Insofern ist es auch ein Versäumnis der Schulbehörden auf unendschuldigte Tage auch zu reagieren und nicht nur die Fehltage für eine Statistik zu erfassen.
Insofern wäre Interessant gewesen zu erfahren, wieviele Ordnungsmaßnahmen in einem Jahr durchgeführt wurden.

Anfang der 1980er Jahre fehlte ich laut meinen DDR-Schulzeugnissen insgesamt drei Tage unentschuldigt. Einer dieser Tage war ein sogenannter Wandertag, durch tiefen Neuschnee von Neubrandenburg nach Burg Stargard robben.