KONTROLLIERTE ABGABE

FDP-Abgeordneter will Cannabis-Modellregion in MV

Der Wismarer Politiker Hagen Reinhold will die Auswirkungen einer Legalisierung in ländlichen Regionen untersuchen. MV sei dafür besonders geeignet.
dpa
Am Donnerstag will der Bundestag über den Antrag zur Cannabis-Modellregion beraten.
Am Donnerstag will der Bundestag über den Antrag zur Cannabis-Modellregion beraten. Bernd Von Jutrczenka
Wismar ·

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold möchte Mecklenburg-Vorpommern zu einer Modellregion zur Erforschung einer kontrollierten Abgabe von Cannabis machen. „Mecklenburg-Vorpommern würde sich auf Grund seiner sehr ländlich geprägten Regionen ohne große urbane Zentren als Modellregion anbieten”, erklärte der Abgeordnete am Mittwoch in Berlin. Untersucht werden solle dabei, ob sich eine Legalisierung in städtischen und ländlichen Regionen unterschiedlich auswirken würde.

Am Donnerstag will der Bundestag über einen Antrag der FDP-Fraktion beraten, der die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für solche Modellregionen zum Ziel hat. „Die derzeitige Kriminalisierung und die Strafandrohung schränkt weder die Verfügbarkeit noch die Verbreitung von Cannabis ein”, erklärte Reinhold zur Begründung. Das Rauchen von Marihuana dürfte dagegen längst ein Massenphänomen sein.

„Wir könnten uns auch vorstellen, das ganze Bundesland zur Modellregion zu machen”, sagte eine Mitarbeiterin Reinholds. Konkrete Pläne gebe es dazu aber nicht, zudem müsste so eine Entscheidung auf Landesebene getroffen werden, sagte sie. Im FDP-Antrag selbst ist von MV keine Rede.

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Kommentare (2)

Wer die Entwicklungen bspw. im US-Bundesstaat Colorado seit der Freigabe von Cannabis verfolgt hat, kann unmöglich die Prohibition weiterhin für gut heissen. Es entstand ein ganz neuer Wirtschaftszweig mit Unternehmensgründungen und vielen Arbeitsplätzen, die Steuereinnahmen sprudeln, die Kriminalität sank. Auch wenn Drogenhandel und Prostitution in Deutschland schon eine ganze Weile offiziell vom BIP erfasst werden, sind diese Faktoren nicht außer Acht zu lassen. Widerstand dürfte es von Seiten der Pharmaindustrie geben: Zu groß ist der Nutzen von Cannabis als Heilpflanze. Überhaupt steht alleine die Industrie auch der Verbreitung des Nutz-Hanfanbaus im Weg, zu groß der Nutzen, zu mannigfaltig die Anwendungsmöglichkeiten dieser Pflanze.

Jetzt ist mir durchaus verständlicher, woher der "Rauch" bei Ihren täglichen Weisheiten weht.