FEUER BEI LÜBTHEEN

Festgenommener ist bewaffnet, aber wohl kein Brandstifter

Der Waldbrand bei Lübtheen ist im Griff, der Katastrophenalarm kann wohl aufgehoben werden. Bei den Ermittlungen zur Ursache ist jedoch weniger klar.
Teile eines Waldes in der Nähe von Lübtheen sind nach einer Feuer verbrannt (Luftaufnahme aus einem Hubschrauber). Die Lage im Waldbrandgebiet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich erstmals seit Ausbruch des Feuers leicht entspannt.
Teile eines Waldes in der Nähe von Lübtheen sind nach einer Feuer verbrannt (Luftaufnahme aus einem Hubschrauber). Die Lage im Waldbrandgebiet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich erstmals seit Ausbruch des Feuers leicht entspannt. Jens Büttner
Lübtheen.

Vorausgesetzt, die Lage bei Lübtheen bleibt so stabil wie am Sonntag, sei damit zu rechnen, dass der Landrat den Katastrophenalarm am Montag aufheben wird, sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Am Vortag war die Zahl der Einsatzkräfte deutlich zurückgefahren worden: Statt täglich rund 2000 Helfern seien am Sonntag bei Lübtheen nur noch rund 800 im Einsatz gewesen. Der Brand ist auf rund 500 Hektar eingedämmt worden. Am Sonntag gab es noch Glutnester und kleinere Flammenentwicklungen, aber das sei beherrschbar, ergänzte der Sprecher.

Bei den Ermittlungen zur Brandursache herrscht weniger Klarheit. Nur wenige Stunden war ein 38 Jahre alter Mann ins Visier der Ermittler gerückt. Nun ist er wieder auf freiem Fuß. „Nach bisherigen Erkenntnissen besteht kein Zusammenhang mit dem Waldbrand. Der einzige Bezug des Mannes zu dem Brand ist, dass man ihn im Sperrgebiet gesehen hat”, betont Thorsten Kopf, Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin, auf Anfrage. „Er gilt aktuell nicht als mutmaßlicher Brandstifter”, betonte der Sprecher. Es werde zwar durchaus auch Richtung Brandstiftung, vorsätzlich oder fahrlässig ermittelt. Ebenso könne man aber auch eine Selbstentzündung nicht ausschließen. Es sei alles offen. Die Ermittlungen liefen noch in alle Richtungen, und niemand dürfte, „nur weil es grad so gut passen würde, vorschnell verurteilt werden”.

Der verdächtige Mann aus der Brandregion war am Sonnabend im Sperrbereich des vor einer Woche Brand geratenen Truppenübungsplatz bei Lübtheen (Ludwigslust-Parchim) festgenommen und am Sonntag vernommen und einem Haftrichter vorgeführt worden. Dieser erließ zwar einen Untersuchungshaftbefehl, setzte ihn aber unter Auflagen außer Vollzug. Somit muss sich der 38-Jährige nun laut Thorsten Kopf täglich persönlich bei der Polizei melden und darf nicht verreisen, sondern muss sich in seinem Ort und Zuhause aufhalten. Der Mann sei in der Vergangenheit polizeilich außer mit einem Diebstahlsdelikt „nicht weiter vorbelastet”.

Eine Kontrolle der Polizei bei der Festnahme hatte ergeben, dass der Mann Schwarzpulver und ein Feuerzeug bei sich trug. Bei der Durchsuchung seines Hauses seien zwei Langgewehre, Munition und geringe Mengen der Droge Amphetamin gefunden worden, sagte der Sprecher. Außerdem sei weiteres Schwarzpulver entdeckt worden. Der Mann sei nicht in Besitz eines Waffenscheins. Es werden nun unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Betäubunsgmittel- und das Sprengstoffgesetz ermittelt.

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