MUTMAßLICHE ISLAMISTEN

Drei Männer nach Anti-Terror-Einsatz in Güstrow in Gewahrsam

Nach einem Anti-Terror-Einsatz in Güstrow sitzen drei mutmaßliche Islamisten in Gewahrsam. Während Innenminister Lorenz Caffier jubelt, halten sich die Behörden noch über die Hintergründe bedeckt.
Nordkurier Nordkurier
Einsatzkräfte der Polizei neben einem Mehrfamilienhaus in Boldebuck
Einsatzkräfte der Polizei neben einem Mehrfamilienhaus in Boldebuck Bodo Marks
Das beschädigte Auto des Tatverdächtigen
Das beschädigte Auto des Tatverdächtigen Uwe Reißenweber
Die Einsatzkräfte durchsuchten mehrere Wohnungen in Güstrow.
Die Einsatzkräfte durchsuchten mehrere Wohnungen in Güstrow. Stefan Tretropp
Die Antiterror-Einheit GSG9 der Bundespolizei, das SEK und der Munitionsbergungsdienst sollen an dem Einsatz beteiligt gewesen sein.
Die Antiterror-Einheit GSG9 der Bundespolizei, das SEK und der Munitionsbergungsdienst sollen an dem Einsatz beteiligt gewesen sein. Stefan Tretropp
Güstrow.

Verschiedene Einsatzkräfte haben am Mittwochmorgen bei einem Antiterroreinsatz mehrere Objekte in Güstrow (Landkreis Rostock) durchsucht. Drei Personen wurden dabei in Polizeigewahrsam genommen. Mehrere Medien berichten, dass es sich bei den Personen um mutmaßliche Islamisten handele.

Laut einem Sprecher der Bundesanwaltschaft wird den drei Männern die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat vorgeworfen. Einen islamistischen Hintergrund wollte der Sprecher nicht bestätigen. Die Polizei habe laut Bundesanwaltschaft selbstständig entschieden, die Personen in Gewahrsam zu nehmen. In der Stadt fanden mehrere Hausdurchsuchungen statt.

Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) wurden drei Verdächtige seit Tagen beobachtet, weil sie einen Anschlag geplant haben könnten. Nachdem die Ermittler "ungewöhnliche Aktivitäten" festgestellt hätten, entschieden sie sich demnach für den Einsatz. Nach SWR-Informationen bestand die Sorge, die Kontrolle über die Gruppe zu verlieren.

Einsatz dauerte mehrere Stunden

Anwohner berichten, dass einer der Einsätze am Morgen gegen 8 Uhr begann und bis etwa 13 Uhr andauerte. Mehrere Beamte in Zivil hätten "still und leise" in einem Plattenbau eine Wohnung durchsucht. Dort wohnte laut Anwohnern seit etwa 3 Jahren ein Russe. Der Mann von stämmiger Statur sei offenbar schon länger im Visier der Ermittler. So habe bereits vor zwei Jahren eine Durchsuchung stattgefunden, bei der seine Wohnungstür gesprengt worden sei. Andere Zeugen sprechen bei dem Mann von einem Bosnier. Genauere Informationen gaben die Ermittler bisher noch nicht heraus.

Ein weiterer Einsatz fand im westlich von Güstrow gelegenen Boldebuck statt. Auch dort waren mehrere Zivilfahnder im Einsatz und durchsuchten bis in den Nachmittag hinein ein Mehrfamilienhaus. Die Antiterror-Einheit GSG9 der Bundespolizei, das SEK und der Munitionsbergungsdienst waren Berichten zufolge an dem Einsatz beteiligt.

Innenminister Lorenz Caffier erklärte zu den Einsätzen: "Durch die konsequente Ermittlungsarbeit aller Beteiligten konnte zielgerichtet eingegriffen und eine konkrete Gefahrenlage verhindert werden." Der Fall zeige sehr deutlicht, "dass die Sicherheitsbehörden von Bund und Land hervorragend zusammenarbeiten, um die Gegner von Freiheit und Demokratie konsequent aufzuspüren und zu bekämpfen.“

Der Minister sprach in einer Mitteilung auch von einem "Schlag gegen den Islamistischen Terror" und bestätigte damit indirekt Spekulationen zum Hintergrund der Tat.

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