Alarm am Strand

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Feuerquallen in der Ostsee sorgen für Verletzte

In der Ostsee im westlichen Mecklenburg-Vorpommern sind Feuerquallen entdeckt worden.
In der Ostsee im westlichen Mecklenburg-Vorpommern sind Feuerquallen entdeckt worden.
Bernd Wüstneck

An der westlichen Ostsee in MV sind zuletzt vermehrt Feuerquallen gesichtet worden. Es gab zahlreiche Verletzte. Droht auch auf Usedom eine Quallen-Plage?

Die Frauen und Männer der Wasserwacht in Bad Doberan hatten in den vergangenen Tagen reichlich zu tun – bei Erste-Hilfe-Leistungen. Der Grund: Feuerquallen. Nach einem Bericht der Ostseezeitung hat der Ost- und Nordostwind die wirbellosen Tiere zu Zehntausenden aus den Tiefen der Ostsee an die Strände Mecklenburgs befördert.

In Heiligendamm sind nach Angaben der Wasserwacht 90 Menschen mit den giftigen Tentakeln der Quallen in Berührung gekommen, heißt es in dem Bericht. In Graal-Müritz musste in einem Fall sogar der Notarzt anrücken: „Die Person hatte nach Kontakt mit einer Feuerqualle einen anaphylaktischen Schock erlitten”, so Michael Fengler, Sprecher des Landeskreises Rostock. Auch in der Ostsee zwischen Hohe Düne und Markgrafenheide sind etliche Feuerquallen durch den Wind in Küstennähe getrieben worden und haben Badegästen den Sommerspaß verdorben.

Auf Rügen und Usedom sind unterdessen noch keine Feuerquallen-Funde bekannt. „Wenn ja, dann hätten wir davon sofort erfahren”, sagte Paul Leidig, Leiter des Rettungsdienstes des DRK im Landkreis Vorpommern-Greifswald, der für den Bereich Usedom zuständig ist. Dass die Quallen aber auch auf der beliebten Ferieninsel noch auftauchen könnten, schließt er nicht aus. „In den vergangenen Jahren gab es auf Usedom einige Vorfälle, wenn auch nur vereinzelt. Feuerquallen sorgen bei Badegästen aber immer wieder für große Verunsicherung”, sagte Leidig dem Nordkurier.

Feuerquallen sind in der Ostsee heimisch

Auch dem Gesundheitsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald ist von Feuerquallen auf Usedom derzeit noch nichts bekannt, teilte eine Sprecherin am Montag mit.

Feuerquallen sind in der Ostsee heimisch. „Sie bevorzugen aber eigentlich tiefere, kühlere Wasserschichten“, wird Dr. Ulrich Bathmann, Meeresbiologe und Direktor des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW), in der Ostseezeitung zitiert. Der Wind der vergangenen Tage habe aber das Wasser aus den tieferen Schichten in Richtung Küste gedrückt. In diesem Jahr sei die Ostsee zudem „sehr warm“ – und das führe dazu, dass die Quellen schneller wachsen.

Während die häufigsten Quallen-Art der Ostsee, die Ohrenquallen, für Menschen harmlos sei, könne das Gift der Feuerqualle auch durch die menschliche Haut dringen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) empfiehlt, bei größeren Quallen-Sichtungen nicht im Meer zu baden. Wer dennoch in Kontakt mit den Tieren kommt, sollte die Nesseln mit Salzwasser (auf keinen Fall mit Süßwasser!) abspülen.