Gefahr auf Usedom und Rügen?
Feuerquallen wachsen wegen Hitzewelle schneller

Ob die Feuerquallen in der Ostsee die Größe dieses Exemplars aus dem Jahr 2014 auch erreichen? (Archivbild)
Ob die Feuerquallen in der Ostsee die Größe dieses Exemplars aus dem Jahr 2014 auch erreichen? (Archivbild)
dpa

Die anhaltende Dürre lässt die Feuerqualle in der Ostsee schneller wachsen. Was tun, wenn man mit den gefährlichen Quallen in Berührung kommt? Ein Ratgeber.

An sich sind Feuerquallen faszinierende Geschöpfe. Der Kontakt mit den Tieren hat aber schmerzhafte Folgen. An der deutschen Ostseeküste werden die wirbellosen Meerestiere immer wieder vom Wind an die Strände gespült. Nach Angaben eines Meeresforschers sorgte die anhaltende Hitze der letzten Monate zudem für einen Wachstumsschub bei den Quallen.

„Wir haben diesen Sommer besonders warme Temperaturen, wie jeder mitbekommt. Von daher wachsen die Tiere schneller“, sagte Ulrich Bathmann vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. An den Stränden gebe es aber nicht unbedingt mehr Feuerquallen als üblich, so der Meeresforscher.

In Heiligendamm häufen sich die Rettungseinsätze

„Feuerquallen kommen normalerweise in tieferen Wasserschichten vor und fangen dort mit ihren Tentakeln Kleinstlebewesen, also Kleinkrebse. Sie machen das, indem sie Giftpfeile abschießen“, erklärte Bathmann. Diese Pfeile würden auch die menschliche Haut durchdringen, was sehr unangenehm sei.

In Heiligendamm kamen am vergangenen Wochenende etwa 80 bis 90 Menschen mit den Nesselquallen in Kontakt, wie der Einsatzleiter der DRK-Wasserwacht in dem Seebad, Benjamin Wehner, sagte. Mit Wochenbeginn seien an dem Strand aber kaum mehr Quallen aufgetaucht.

Auch auf Usedom und Rügen können Quallen auftauchen

Auf den Ostseeinseln Rügen und Usedom hat es bislang noch keine Funde von Feuerquallen gegeben. Andernfalls hätten die zuständigen Rettungsdienste sofort davon erfahren, sagte Paul Leidig, Leiter des DRK-Rettungsdienstes im Landkreis Vorpommern-Greifswald vor einigen Tagen.

Es könne aber durchaus noch zu Zwischenfällen mit Feuerquallen kommen, so Leidig. Wer größere Quallenschwärme im Meer beobachtet, sollte vom Baden absehen, empfiehlt das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus). Wen es dennoch erwischt, der solle die betroffene Stelle schnell mit Sand abreiben. Alternativ helfe auch Rasierschaum oder ein Gemisch aus Backpulver und Wasser. Die brennenden Nesseln der Qualle können zudem mit Salzwasser abgespült werden.