ACKERBRÄNDE, BRANDSTIFTER, GROßALARM

Feuerwehr in MV und Uckermark kommt kaum zum Luftholen

Den Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern dürfte langsam das Löschwasser ausgehen, denn überall in MV und der Uckermark lodern Feuer auf. Aber nicht nur Äcker und Felder stehen immer wieder in Brand. Eine Chronik.
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Matthias Stiel Matthias Stiel
Besonders - aber längst nicht nur - die derzeitige Trockenheit hält die Feuerwehr in Mecklenburg-Vorpommern aktuell in Atem.
Besonders – aber längst nicht nur – die derzeitige Trockenheit hält die Feuerwehr in Mecklenburg-Vorpommern aktuell in Atem. Nordkurier-Collage Danny Bende
Neubrandenburg.

Bereits am Wochenende ist es zu zahlreichen Bränden in Mecklenburg-Vorpommern und der Uckermark gekommen, aber was seit dem Beginn dieser Woche im Nordosten los ist, dürfte selbst bei erfahrenen Feuerwehrleuten nur noch für ungläubiges Kopfschütteln sorgen.

Im gefühlten Stundentakt werden derzeit Brände auf Feldern oder Äckern gemeldet. Oft ist die anhaltende Trockenheit dafür verantwortlich (in MV könnte sogar der Sonnenrekord geknackt werden). Aber auch Brandstifter, Munitionsreste und Fehlalarme bringen die Feuerwehrleute an die Grenze. In der aktuellen Folge von Nordkurier.tv sind die Brände ebenfalls bestimmendes Thema. Wir fassen das Einsatzgeschehen der vergangenen Tage für Sie zusammen.

Am Donnerstag musste ein ganzes Dorf bei Anklam wegen eines Ackerbrandes evakuiert werden. Der Wind trieb die Flammen in Richtung des Ortes.

Die B104 bei Teterow war am Donnerstag wegen eines Feldbrandes gesperrt, der Schaden beläuft sich auf 5000 Euro.

In Altentreptow konnte die Bundespolizei einen schlimmeren Brand verhindern.

In Templin ist man sich inzwischen sicher, dass hier ein Brandstifter am Werk sein muss. Denn vier Waldbrände in nur drei Tage können kaum Zufall sein. Es wurde eine Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter ausgesetzt.

Heldenhaft: Till Backhaus

Sogar Agrarminister Till Backhaus hat am Mittwoch einen großen Ackerbrand bei Camps gemeldet. Dafür gebührt ihm unser aller Dank. Aber die Pressemitteilung seines Ministeriums ist ... anders. Sie grenzt an Satire.

Erneut ist ein Großbrand auf einem Rostocker Recyclinghof ausgebrochen. Die Anwohner sollten am Mittwoch daher Fenster und Türen geschlossen halten. Bis in den Donnerstag hinein hatte die Feuerwehr mit dem Brand zu kämpfen.

In Rethwisch bei Rostock wirkte das Glas einer Blumenwase auf der Terrasse eines Reihenhauses als Lupe und Brandbeschleuniger. Das Feuer griff von einem Abfallsack auf Holzdielen, einen Sonnenschirm und die Hauswand über. 1000 Euro Schaden und Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung sind die Folge.

Mehrere Hektar Feld und Wald sind in Groß Laasch (Landkreis Ludwigslust-Parchim) in Flammen aufgegangen. Der Brand sei zwar unter Kontrolle. Die Feuerwehrleute hätten sich jedoch zwischenzeitlich aus dem Einsatzgebiet zurückziehen müssen, weil dort immer wieder Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden explodiert seien. Wegen der starken Rauchentwicklung war die A14 gesperrt.

25.000 Euro Schaden wegen Brandstiftung

Bei einem Feuer in Poppendorf (Landkreis Rostock) sind rund 400 Heuballen verbrannt. Zum Löschen des Brandes waren die Freiwilligen Feuerwehren Klockenhagen, Bad Sülze und Marlow im Einsatz. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus, eine Selbstentzündung wird ausgeschlossen. Es entstand ein Schaden in Höhe von 25.000 Euro.

Am Mittwochmittag gerieten bei Mäharbeiten auf einem Feld bei Loitz etwa zehn Hektar Wintergerste in Brand. Der Schaden wird auf 10.000 Euro geschätzt. Zwischen Stoltenhagen und Wittenhagen brannten circa 20 Meter Feldrain nahe eines Plattenweges.

In Dargun stand in der Nacht zu Mittwoch die Lagerhalle einer Dachdeckerfirma in Flammen. Der Schaden geht wohl in den sechsstelligen Bereich. Die Feuerwehren aus Dargun-Zarnekow, Stubbendorf, Demmin und Loitz rückten mit 44 Kameraden an, um die 1000 Quadratmeter große Halle zu löschen.

Mit einem Großaufgebot war auch die Feuerwehr am Dienstagabend vor dem Ahorn Seehotel in Templin im Einsatz. Wegen eines Feueralarms musste das Hotel evakuiert werden – genau während der Abschlussfeier der zehnten Klassen.

Auto brannte in Neubrandenburg

Am späten Dienstagabend ist ein Auto in Neubrandenburg völlig ausgebrannt. Ein weiteres Auto sowie ein Baum wurden dabei beschädigt.

Auf einem Feld zwischen Landsdorf und Krakow löschte die Feuerwehr am Dienstag gegen 19.30 Uhr einen Flächenbrand. Wie in diesem Fall durch Mäharbeiten, geriet nur eine halbe Stunde später eine Ackerfläche bei Ahrenshagen-Daskow in Brand.

Was passiert eigentlich mit den ganzen abgebrannten Äckern? Die Brände haben Folgen für die Bauern, aber auch für den Ackerboden.

Heißluftballon steckt Acker in Brand

Der Versuch einen Heißluftballon aufzublasen, führte zwischen Gingst und Teschvitz offenbar zu einem technischen Defekt. Dadurch entzündete sich die umliegende abgeerntete Getreidefläche. Etwa 1000 Quadratmeter Stoppelfeld sowie die Ballonhülle gingen in Rauch auf. Die Feuerwehren aus Gingst, Kluis und Trent löschten das Feuer. Die Kripo hat die Ermittlungen wegen des Verdachtes der fahrlässigen Brandstiftung aufgenommen.

Die Freiwilligen Feuerwehr in Neustrelitz war am Dienstagabend im Wald an der Umgehungsstraße B96 im Einsatz. Erneut waren hier Glutnester aufgeflammt. Bereits zwei Tage zuvor hatte es hier heftig gebrannt. Jugendliche sollen das Feuer entzündet und danach mit ihrer Tat im Netz angegeben haben.

Gegen Mittag geriet bei Mäharbeiten ein Getreidefeld zwischen Jahnkow und Wolthof in Brand. Das durch offenbar Funkenflug ausgelöste Feuer zerstörte fünf Hektar Getreidefläche. Sachschaden: 5.000 Euro.

Drei Felder brannten bei Friedland

Innerhalb von wenigen Stunden brannten am Dienstag rund um Friedland drei Felder lichterloh: Ein Paar musste aus seinem eigenen Haus gerettet werden, doch plötzlich fehlten Helfer, weil sie andernorts gebraucht wurden.

Auf einem abgeernteten Feld bei Siemersdorf hat ein Funkenflug beim Pressen von Strohballen ein Feuer ausgelöst. Etwa zehn Hektar Ackerfläche verbrannten, der Schaden beläuft sich auf 1.000 Euro.

Feuer an der A20

Noch während der Löscharbeiten bei Siemersdorf wurde ein weiterer Brand gemeldet: Im Bereich der Trebelwiesen zwischen Tribsees und Langsdorf standen zwei Hektar einer abgeernteten Ackerfläche in Flammen.

Dank des professionellen Eingreifens der Feuerwehr wurde bei einem Ackerbrand am Dienstag zwischen Glienke und Sadelkow ein Haus gerettet. Der Großbrand an der Kreuzung von B197 und A20 vernichtete dennoch mehrere Hektar Getreide.

Die Feuerwehren aus Anklam und den umliegenden Gemeinden wurden am Dienstag zu zwei Feldbränden gerufen. Die B109 war während der Löscharbeiten komplett gesperrt.

Die Feuerwehr war am Dienstag auch in der Region um Altentreptow im Dauereinsatz. Denn ganze fünf Ackerbrände loderten im Treptower Tollensewinkel.

In Rostock wurde am Dienstag das Feuer auf einem Getreidefeld durch einen ungewöhnlichen Vorfall ausgelöst: Ein brennender Vogel soll Schuld an dem Brand sein, der gefährlich nah an bewohntes Gebiet kam.

Am Dienstagmittag wurde die A19 voll gesperrt. Der Mittelstreifen stand zwischen Malchow und Linstow auf etwa 100 Quadratmetern in Flammen. 

Großbrand in Templin bis Berlin zu sehen

Im Templiner Gewerbegebiet beherrschte am Montag eine riesige Wolke die Szenerie. Diese war sogar von Berlin aus zu sehen:

Traktor geht in Flammen auf

Bei Erntearbeiten auf einem Feld bei Pasewalk geriet am Montag ein Traktor mit Mähwerk in Brand. Der Totalschaden beläuft sich auf etwa 200.000 Euro.

Im Keller eines Wohnhauses in Lychen brach am Montag ein Feuer aus. Es wird wegen Brandstiftung ermittelt.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Amt Treptower Tollensewinkel rückten am Montag zu mehreren Ackerbränden aus – unter anderem brannte es auf einem Feld nahe der Ortschaft Gnevkow.

Die B108 war am Montag wegen eines Flächenbrandes gesperrt. Denn während die Mähdrescher auf einem Gerstenschlag nördlich von Teterow ihre Runden zogen, entzündeten sich auf einem bereits abgeernteten Teil des Ackers die Stoppeln. Acht Feuerwehren rückten an.

In Schloen brannte bereits am Sonntag ein Gartenhaus, bei Nossentin stand ein Feld in Flammen. Und in Malchow wurde wegen einer Rauchsäule Großalarm ausgerufen.

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