TAG DES NOTRUFES

Twittergewitter der Feuerwehren stürmt durch das Netz

Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beteiligen sich am großen Twittergewitter und berichten am Montag über ihre Einsätze auf Twitter.
dpa
Blick in Einsatzleitstelle der Berufsfeuerwehr Hamburg: Auch hier beteiligt man sich am ersten bundesweiten Twittergewitter.
Blick in Einsatzleitstelle der Berufsfeuerwehr Hamburg: Auch hier beteiligt man sich am ersten bundesweiten Twittergewitter. Christian Charisius
Schwerin.

Bundesweit haben Berufsfeuerwehren in Deutschland am Montag mit Hunderten Tweets über ihre Arbeit informiert. Allein in der Hauptstadt verbreitete die bundesweit größte Feuerwehr bis zum Mittag rund 100 Twitter-Mitteilungen. „Wir haben unglaublich viele Likes, die Beiträge funktionieren wahnsinnig gut”, sagte Pressesprecher Frederic Finner. Viele Nutzer hätten den Rettungskräften über Twitter auch Fragen zu ihrer Arbeit gestellt.

Verletzung nach Stromschlag, bewusstlose Person auf einem U-Bahnhof, Reanimation nach einem Kreislaufstillstand – alle paar Minuten werden die Einsatzkräfte der Berliner Berufsfeuerwehr gerufen, hieß es in den Tweets.

Tag des Notrufs

Auch in München, Frankfurt am Main, Hamburg und Düsseldorf twitterten die Einsatzkräfte. Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beteiligten sich ebenfalls – teils auch mit Videos von den Einsätzen.

Die Aktion „Twittergewitter” sollte zwölf Stunden dauern. Anliegen ist nach Angaben der Feuerwehren, am Europäischen Tag des Notrufs öffentlich zu machen, mit welchen Problemen sie konfrontiert sind.

Unter der 112 werden seit 2008 Notrufdienste europaweit erreicht. Twitter-Aktionen von Einsatzkräften in Deutschland gab es schon öfter. Zum ersten Mal setzten nun Feuerwehren parallel Tweets ab. Zudem sollte auf Berufe bei der Feuerwehr aufmerksam gemacht werden.

Rücksicht auf Helfer gefordert

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, forderte mehr Rücksicht auf die Helfer im Rettungsdienst. „Es ist besorgniserregend, dass vor allem bei Verkehrsunfällen Rettungskräfte oftmals von Schaulustigen behindert oder beleidigt werden”, sagte Hasselfeldt der „Neuen Osnabrücker Zeitung”. Manchen Gaffern seien Handy-Aufnahmen von Verletzten offenbar wichtiger als der unversperrte Zugang der Helfer zum Unfallort.

Trotz einer steigenden Zahl von Angriffen auf Rettungskräfte sprach sich Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) gegen Gesetzesverschärfungen aus. „Die Gesetze sind da, man muss sie nur anwenden”, sagte sie der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”.

112 nur für Notfälle

Der Vorsitzende der Berliner Polizeigewerkschaft, Norbert Cioma, erklärte, es sei nicht allen klar, dass die 112 für Notfälle und nicht den abgebrochenen Fußnagel da ist.

Für die Feuerwehr Frankfurt war der erste Einsatz am Montag die Versorgung eines verletzten Radfahrers in der Innenstadt. Kollegen in Gießen kümmerten sich um die Beseitigung einer Ölspur. Die Feuerwehr Wiesbaden twitterte nach einem Anruf wegen einer defekten Heizung: „Sorry, bitte den Vermieter anrufen oder einen Installateur beauftragen.”

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