Uwe Becker wird neuer Impfmanager in Mecklenburg-Vorpommern.
Uwe Becker wird neuer Impfmanager in Mecklenburg-Vorpommern. (Archiv) Marlis Tautz
Impfmanager

Feuerwehrmann soll MV auf eine vierte Welle vorbereiten

Über Wochen wurde gerätselt – am Donnerstag dann gab die Ministerpräsidentin bekannt, wer neuer Impfmanager in MV wird. Der Mann hat „alle Krisen dieser Welt gesehen“.
Schwerin

Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern will alles daran setzen, um im Herbst eine mögliche vierte Welle zu verhindern beziehungsweise im Ernstfall gut dafür gerüstet zu sein. „Wir hatten vergangenen Sommer eine ähnlich ruhige Lage bei den Infektionszahlen wie jetzt auch. Doch dann wurden wir im beginnenden Herbst von einer Infektionswelle überrollt“, mahnte Manuela Schwesig gestern Abend bei einer Pressekonferenz im Anschluss an das Treffen mit Länderchefs und Kanzlerin. Schwerin.

Um sowohl beim Impfmanagement als auch in allen anderen Bereichen, die zur Bekämpfung einer Pandemie notwendig sind, bestens aufgestellt zu sein, holt sich Schwesig einen krisenfesten Mann an ihre Seite. Uwe Becker, bisher im Innenministerium als Ministerialrat tätig, und seit Jahren im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz aktiv, wird schnellstens einen ressortübergreifenden Stab zusammenstellen, in dem alle Fäden zusammenlaufen sollen. Der Stab wird im Gesundheitsministerium von Harry Glawe angesiedelt.

Bei Erdbeben für die Vereinten Nationen an Unglücksorten hautnah dabei

Der 61-jährige Becker, gelernter Berufsfeuerwehrmann und Ingenieur, hat nach eigenen Worten „alle Krisen dieser Welt gesehen“. Unter anderem war Becker bei Erdbeben für die Vereinten Nationen an Unglücksorten hautnah dabei.

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Ursprünglich galt General Gerd Kropf, in Mecklenburg-Vorpommern seit den verheerenden Waldbränden als „Held von Lübtheen bekannt, als Favorit auf den Posten des Impfmanagers. Auf Nordkurier-Anfrage sagte Schwesig, dass der sich im Ruhestand befindliche Kropf aus verständlichen Gründen für einen „Job, der einen Tag und Nacht fordert, nicht mehr zur Verfügung gestanden hat“. Aber Kropf selbst habe Becker als Impfmanager vorgeschlagen, verriet die Ministerpräsidentin.

Impfzentren bleiben auch über den Herbst hinaus in Mecklenburg-Vorpommern stehen

In dem Zusammenhang betonten Schwesig und Glawe, dass die Corona-Pandemie auch nach einer Zweitimpfung noch lange nicht vorbei sei. Deshalb würden die Impfzentren auch über den Herbst hinaus in Mecklenburg-Vorpommern stehen bleiben. Ursprünglich sei laut Schwesig zunächst geplant gewesen, die Impfzentren nur bis zum 30. September in Betrieb zu lassen.

Glawe gab zudem bekannt, dass aktuell in Mecklenburg-Vorpommern 48,3 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfung erhalten hätten. Damit läge MV weit über dem Bundesdurchschnitt.

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