TROTZ CORONA

Finanzämter legen in MV einen Zahn zu

Die Corona-Pandemie sorgt offenbar nicht für einen Stau in den Finanzämtern, obwohl mehr Arbeit anliegt. Wie schneidet die Behörde in MV im Bundesvergleich ab?
Die Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern wurden unter anderem bei der Bearbeitung der Steuererklärungen schneller.
Die Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern wurden unter anderem bei der Bearbeitung der Steuererklärungen schneller. Christin Klose
Neubrandenburg ·

Die Finanzämter in Mecklenburg-Vorpommern drücken in der Corona-Zeit auf die Tube, obwohl die angespanntefinanzielle Situation vieler Einwohner und Firmen die gewohnten Abläufe durcheinander wirbelt. Nach Angaben des Schweriner Finanzministeriums betrug im vergangenen Jahr der Zeitraum vom Eingang der Erklärung bis zum Bescheid bei der Einkommensteuerveranlagung im Durchschnitt 48 Kalendertage. Dabei ging es um die Steuererklärungen für die Jahre 2018/2019. Noch ein Jahr zuvor lagen denAngaben zufolge die Durchlaufzeiten bei der Einkommensteuerveranlagung bei 52 Kalendertagen.

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„Trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie konnten die Finanzämter bei uns im Land die Bearbeitungszeiten verkürzen. Da die meisten Menschen bei uns im Land Steuern rückerstattet bekommen, ist das eine ganz konkrete Hilfe in einer schweren Zeit“, sagte Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) auf Nordkurier-Anfrage. Das sei angesichts des erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwandes in den Finanzämtern bemerkenswert.

Viele Anträge wegen Corona-Krise

Wegen Corona gingen viele zusätzliche Anträge etwa für Steuerstundungen, gesenkte Vorauszahlungen oder aufgeschobene Pfändungsmaßnahmen ein. Viele Beschäftigte erledigen laut Minister Meyer ihre Aufgaben im Homeoffice. Der erhöhte Arbeitsaufwand entstehe auch durch die gesetzlichen Änderungen, die mit den Hilfen für Unternehmen verbunden seien.

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Die Änderungen bei den Bearbeitungszeiten seien nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen, so ein Sprecher des Finanzministeriums. Großen Einfluss habe unter anderem der Zeitpunkt, zu dem der Bund die notwendige Bearbeitungssoftware zur Verfügung stelle. Das geschehe manchmal erst im März. Andere Faktoren seien auch der Krankenstand oder notwendige Umstellungen bei der Technik.

Trotz Verbesserung ist MV noch langsam

Eine schnellere Bearbeitungszeit bescheinigt auch das Onlineportal Lohnsteuer-kompakt den Finanzämtern in Mecklenburg-Vorpommern. Demnach ist die Bearbeitungszeit im vergangenen Jahr auf 55,2 Tage gesunken – nach 57,5 Tagen im Jahr 2019. Das Portal wertet nach eigenen Angaben automatisch die elektronisch erstellten Eingangs- und Ausgangssignaturen der über die Plattform gemachten Erklärungen anonym aus. Pro Jahr würden rund 400  000 Steuererklärungen gezählt, hieß es. Ein Sprecher führte die schnelleren Bearbeitungszeiten auch auf den wachsenden Anteil elektronisch erstellter Erklärungen zurück.

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Trotz der sinkenden Bearbeitungszeiten benötigen die Finanzämter in MV laut Lohnsteuer-kompakt länger als die Steuerbehörden in anderen Bundesländern. Demnach liegt das Land auf Platz 11 und damit über dem Bundesdurchschnitt von 53,1 Tagen. Mit 49,9 Bearbeitungstagen schneidet Wismar am besten ab. Unter dem Landesmittel liegt außerdem Greifswald mit 52,7 Tagen. Die Finanzämter Waren und Neubrandenburg werden mit 55 beziehungsweise 57,6 Tagen aufgeführt. Hinten liegt demnach Güstrow mit 61,9 Tagen Bearbeitungszeit.

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Kommentare (1)

Das Finanzamt Waren/Müritz braucht bei mir drnstl. katastrophale 90 Tage im Schnitt für die ESt-Bearbeitung. Die obigen Zahlen können daher nur Wunschzahlen sein, stimmen nicht mit der Realität überein. Beschwerden darüber erhöhten mein Steueraufkommen. Meine Frage nach dem Bearbeiter ergab, ist im Urlaub, Antrag bleibt liegen. Vertretung Fehlanzeige! So sollten wir mal im Kernkraftwerk arbeiten, wenn die Abklingphase(Kühlung) dran ist. Die FA-Bearbeiter bezahlen wir alle mit! Es ist so schlimm.*

Titel,Text sind eine persönliche Einzelmeinung im meinem speziellen Einzelfall.

Das Finanzamt Waren/Müritz braucht bei mir drnstl. katastrophale 90 Tage im Schnitt für die ESt-Bearbeitung. Die obigen Zahlen können daher nur Wunschzahlen sein, stimmen nicht mit der Realität überein. Beschwerden darüber erhöhten mein Steueraufkommen. Meine Frage nach dem Bearbeiter ergab, ist im Urlaub, Antrag bleibt liegen. Vertretung Fehlanzeige! So sollten wir mal im Kernkraftwerk arbeiten, wenn die Abklingphase(Kühlung) dran ist. Die FA-Bearbeiter bezahlen wir alle mit! Es ist so schlimm.*

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