FACHKRÄFTEMANGEL IN MV

Firmen verzweifelt: Schiebt unsere Angestellten nicht ab!

Trotz Fachkräftemangels setzt die Politik bei gut integrierten Ausländern auf Härte bei Arbeitserlaubnissen. Die Folge: Ganze Branchen sind bedroht.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Dass in MV selbst gut integrierte Ausländer abgeschoben werden oder keine Arbeitserlaubnis bekommen, schmeckt der hiesigen Wirtschaft gar nicht.
Dass in MV selbst gut integrierte Ausländer abgeschoben werden oder keine Arbeitserlaubnis bekommen, schmeckt der hiesigen Wirtschaft gar nicht. Julian Stratenschulte
Neubrandenburg.

Immer mehr Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern beklagen den Verlust ihrer Mitarbeiter aufgrund von Abschiebungen oder dem Entzug von Arbeitserlaubnissen. Dies geht aus Gesprächen hervor, die der Nordkurier in den vergangenen Tagen mit regionalen Unternehmern geführt hat.

„Ich muss mein Restaurant tagsüber schließen, weil zwei meiner Mitarbeiter die Arbeitserlaubnis verloren haben“, sagt Gunnar Redmer, Geschäftsführer des Müritz-Strandhotels in Röbel. Andere Unternehmen müssen ebenfalls auf ihre zumeist ukrainischen Mitarbeiter verzichten, deren Asylanträge mittlerweile abgelehnt worden sind. Die betroffenen Branchen reichen von der Lebensmittelproduktion über die Logistik bis zum Handwerk.

Behörden haben ihr Vorgehen verschärft

Und auch in der Touristik, der Pflege und dem Gastgewerbe ballen sich die Probleme. In diesen für MV zentralen Branchen ist sowohl der Fachkräftemangel als auch der Anteil der Mitarbeiter, deren Arbeitserlaubnis gefährdet ist, besonders hoch.

Wie hoch genau, ist offiziell nicht bekannt. Nach Angaben des Innenministeriums in Schwerin werden keine Statistiken dazu erhoben. Auch die Wirtschaftsverbände und Industrie- und Handelskammern können nicht sagen, wie viele Unternehmen von den aufenthaltsrechtlichen Maßnahmen betroffen sind. Klar ist nur: Die Behörden haben ihr Vorgehen verschärft.

„Die härtere Gangart hat wohl mit der bundespolitischen Diskussion über Flüchtlinge und Abschiebungen zu tun“, vermutet Sven Müller, Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände für MV. „Das ist tragisch, weil es genau die trifft, die Arbeitsverträge haben und gut integriert sind.“ Daher sei ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz dringend notwendig.

Innenministerium mahnt zur Härte

Da es ein solches Gesetz nicht gibt, berufen sich die Ausländerbehörden auf Bundesrecht. „Das Asylverfahren ist kein legitimer Weg der Arbeitsmigration“, sagt die Ausländerbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Allerdings bestätigt die Behörde auf Nordkurier-Nachfrage: „Ja, es gibt einen Ermessensspielraum.“

Aus voneinander unabhängigen Quellen hat der Nordkurier erfahren, dass es eine Arbeitsanweisung aus dem Innenministerium bezüglich der Nutzung dieses Ermessensspielraums gibt. Den Informationen zufolge sollen die kommunalen Ausländerbehörden die Entscheidungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge so nah am Gesetz wie möglich umsetzen. Sprich: Keine Ausnahmen, womit die Zahl der Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen deutlich erhöht werden soll.

Von offizieller Seite wird dies bestritten. „Es gibt keine Dienstanweisung aus Schwerin“, sagt der zuständige Dezernent des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller (CDU). Dem Nordkurier liegt allerdings ein Schriftstück vor, das die Existenz solcher Arbeitshinweise beweist.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch im gedruckten Nordkurier vom Donnerstag, dem 26. Juli 2018.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (4)

Wir haben genuegend deutsche Personen ohne Arbeit - fuehrt die Arbeitspflicht ein - was soll der Bloedsinn mit den ;;so gut integrierten Migranten;; - due Al sind bereinigt und die Negativkosten der Migration entfallen

Relikte aus Adolfs Zeiten (Arbeitspflicht) haben in einem freien Land nichts zu suchen.
Aus ihrem Erguß sprudelt die Ausländerfeindlichkeit nur so heraus. Widerlich sowas.

Bezahlt einen Lohn von dem man leben kann und schafft christliche Arbeitszeiten, da arbeiten auch Deutsche bei euch. Der Deutsche lässt sich nicht gern ausbeuten und bei unwürdigen Bedingungen einsetzen. Aber es gibt ja noch die andere unerschöpfliche Quelle.

Ein Blick in die Asylgesetze genügt um festzustellen,dass diese Gesetze dazu da sind,politisch verfolgten hier Schutz zu gewähren. Leider können diese Damen und Herren keine Gesetze lesen,sonst würden sie nicht solch einen Unsinn von sich geben. Diese Asylgesetze sind eben nicht dazu dar,den Kräftemangel in bestimmten Branchen auszugleichen .