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Fischer enttäuscht über Ostsee-Fangqouten für 2018

Echter Ostsee-Hering
Echter Ostsee-Hering
Stefan Sauer

Die Dorschfangquote bleibt auf niedrigem Niveau, die Fangquote für den Hering wird drastisch abgesenkt. Die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern sehen die Politik gefordert.

Die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern haben enttäuscht auf die Absenkung der Heringsquote um 39 Prozent in der westlichen Ostsee reagiert. „Keiner ist glücklich über die Kürzung. Viele Fischer haben Existenzängste, wie sie das Jahr überstehen sollen”, sagte der Chef der Fischereigenossenschaft Freest, Michael Schütt, am Dienstag.

Allein die 26 Fischer der Genossenschaft müssten 2018 mit Umsatzeinbußen von 350.000 Euro rechnen. Landesweit könnten sich die Einbußen auf 1,6 Millionen Euro belaufen. Schütt forderte Ausgleichszahlungen als Kompensation – ähnlich, wie sie 2016 für den Dorsch gezahlt wurden. „Wir können die Verluste nicht durch den Fang anderer Arten kompensieren.” Die Kutter- und Küstenfischerei sei auf die Hilfe der Politik angewiesen.

Verband: Einschnitte für Ostsee-Fischer gravierend

Nach Einschätzung des Deutschen Fischerei-Verbandes sind die Einschnitte für die Fischer an der Ostseeküste gravierend. „Mit den nun verabschiedeten Gesamtfangmengen können wir nicht leben, werden aber alles daran setzen, das nächste Jahr zu überleben”, sagte der Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischerei, Dirk Sander. Wichtig sei, das in diesem Jahr begonnene Nothilfeprogramm für die Dorschfischerei weiterzuführen und auf die Heringsfischerei auszuweiten.

Bereits im vergangenen Jahr war für den Dorsch in der westlichen Ostsee die Gesamtfangmenge um 56 Prozent gekürzt worden. Dieser Stand bleibe 2018 unverändert, obwohl sich der Bestand aufgrund besserer Nachwuchsjahrgänge erhole.

Beim westlichen Hering sei zu bezweifeln, ob es dem Bestand tatsächlich so schlecht gehe wie vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) behauptet. „Die Fänge an der Rügenschen Außenküste in diesem Frühjahr waren gut, nur im Greifswalder Bodden waren wenige Heringe zu fangen”, hieß es. Der Grund sei eher in den zunehmenden Robbenbeständen in der Region und dem Kormoranbrutbestand zu sehen, der in diesem Jahr einen Höchstwert erzielt habe.