Im Kölpinsee

Fischsterben auf Usedom wirft Fragen auf

Mitglieder des Angelvereins Loddin stapeln säckeweise toten Fisch neben dem Kölpinsee auf der Insel Usedom. Doch wie ist es zu dem Fischsterben gekommen?
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Am Montag holten Angler säckeweise toten Fisch aus dem Kölpinsee auf Usedom.
Am Montag holten Angler säckeweise toten Fisch aus dem Kölpinsee auf Usedom. Tilo Wallrodt
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Loddin.

Ein Berg mit Plastiksäcken türmt sich neben dem Kölpinsee auf der Insel Usedom. Sie sind voll mit Kadavern: Am Montag haben Mitglieder des Angelvereins Loddin wieder tote Fische aus dem vom Land gepachteten See eingesammelt. Und das ist nicht das erste Mal. Schon seit Wochen sterben in dem See Fische.

Die Ursache ist noch unklar. Das Veterinäramt des Landkreises Vorpommern-Greifswald untersucht derzeit tote Fische aus dem See. Eine Kreissprecherin erklärte am Montag, ein Ergebnis werde frühestens am Dienstag erwartet. Gerüchte, dass das Fischsterben mit der Reinigung des Schwimmbads des nahe gelegenen Strandhotels Seerose zusammenhängen könnte, wies der Geschäftsführende Gesellschafter des Hotels, Gerd Schulz, derweil zurück.

Grünen-Mitglied und Kreistagskandidat Michael Bartelt aus Ückeritz hatte in einem mittlerweile gelöschten Facebook-Post geschrieben, dass bei der „Umweltkatastrophe Verdachtsmomente gegen den Betreiber der Seerose vorliegen“. Bei der Schwimmbad-Reinigung sei das Wasser in die öffentliche Kanalisation geleitet worden. Dabei sei ein Überdruck entstanden und durch die Gullydeckel hätten sich „die Wassermassen in den See ergossen”.

Keine Angelberechtigungen für Kölpinsee

Für ein Fischsterben im Jahr 2007 im Kölpinsee wurde in dem Facebook-Post eine für das Hotel tätige Baufirma verantwortlich gemacht. Die Behauptungen entbehrten jeder Grundlage und hätten einen verleumderischen Charakter, erklärt der Hotelier Gerd Schulz. Damals habe das Umweltministerium festgestellt, dass der Zustand des Kölpinsees als „problematisch” angesehen werden müsse.

„Schon in den bislang vorliegenden Untersuchungsjahren 1997 und 2004 wurden mehrfach Sauerstoffdefizite bzw. anearobe Zustände ab zwei Meter Wassertiefe nachgewiesen, die auf stark zehrende Sedimente zurückzuführen waren“, zitiert Schulz aus einer Stellungnahme des Ministeriums vom 9. Juli 2007. „In Seen, die mit verhältnismäßig hohen Konzentrationen von Nährstoffen belastet sind, ist ein durch Sauerstoffmangel hervorgerufenes Fischsterben nichts Ungewöhnliches”, heißt es darin weiter.

Angeln kann man im Kölpinsee derzeit nicht. So schreibt der Online-Anbieter Fiskado, der unter anderem Angelkarten vermittelt, auf seiner Facebook-Seite: „Auf Grund eines Fischsterbens im Kölpinsee auf der Insel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern), geben wir für das Gewässer des Angelverein Loddin e.V. vorerst keine Angelberechtigungen mehr aus. Wenn die Ursache gefunden und ggf. behoben wurde, wird ein Besatz stattfinden, frühestens dann wird dort das Angeln wieder möglich sein.”

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