Luftverkehr

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Flugzeug über Stralsund mit Laser geblendet

Die Daten von Flightradar24 zeigen, wie die Maschine in der Nacht flog
Die Daten von Flightradar24 zeigen, wie die Maschine in der Nacht flog
Screenshot Flightradar24 (links) / RioPatuca Images - Fotolia.com (rechts)

Das hätte auch böse enden können: Die Crew eines Flugzeugs der "Gesellschaft für Flugzieldarstellung" ist in der Nacht von einem grünen Laserstrahl geblendet worden. Zeugen sollen sich bei der Polizei melden.

Ein Flugzeug im Luftraum über Stralsund ist am Donnerstagabend gegen 23.12 Uhr von einem grünen Laserstrahl geblendet worden. Über den Vorfall informierte das Polizeipräsidium Neubrandenburg am Freitagmorgen, das seinerseits gegen 23.20 Uhr von der Deutschen Flugsicherung informiert worden war. Polizeiliche Maßnahmen, um die Verursacher zu finden, seien bislang erfolglos geblieben, hieß es.

Die "Gesellschaft für Flugzieldarstellung" (GFD) bestätigte Nordkurier-Informationen, nach denen es sich bei der betroffenen Maschine um einen Learjet des Unternehmens gehandelt habe: "Der Vorfall fand in mittlerer Höhe statt." Die Maschine sei im Rahmen einer Bundeswehr-Übung eingesetzt worden, die am späten Abend im Luftraum über Mecklenburg-Vorpommern stattgefunden habe.

"Solche Vorfälle werden leider immer häufiger", sagte der GFD-Mitarbeiter: "Und sie sind ein enormes Risiko." Die Piloten würden abgelenkt und könnten zudem nicht einschätzen, ob es sich um einen gefährlichen Laser handle." Ob es sich bei den Urhbern der Laser-Attacke möglicherweise um militante Gegner von militärischem Fluglärm handeln könnte, darüber könne nur spekuliert werden, hieß es übereinstimmend von GFD und Behörden. Allgemein heben im Nordosten derzeit mehr Kampfjets ab

Flugsicherung: "Das ist wirklich erschreckend"

Eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung bestätigte den Vorfall auf Anfrage: „Im aktuellen Fall wurde ein Flugzeug in einer Höhe von ungefähr acht Kilometern geblendet.“ Die Fälle kämen leider relativ häufig vor, führte sie weiter aus: "Wir beobachten das schon seit Jahren. Die Fallzahlen rangieren im Bereich von mehreren hundert pro Jahr, auch wenn es Zeiten gab, in denen das noch deutlich stärker war."

Es gebe sowohl Fälle im Bereich niedrig fliegender Flugzeuge, also im Start- oder Landeanflug, aber ebenso auch Vorfälle im Streckenbereich, bei denen Maschinen in sehr großer Höhe geblendet werden: "Das ist schon wirklich erschreckend."

Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr

Von der Polizei hieß es über den Fall weiter, es sei zum Glück zu keinen "flugrelevanten Vorkommnissen" gekommen, weil die Piloten kein Ausweichmanöver durchführen oder einen Start- oder Landeanflug unterbrechen mussten. Ermittelt wird nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Die Polizei bittet nun allerdings Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben oder sachdienliche Hinweise geben können, sich unter 0395 55 82 22 24 zu melden, die Internetwache der Landespolizei M-V aufzurufen oder sich jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

Kommentare (3)

Da der Kommentar hier nicht komplett übernommen wird, verweise ich auf folgende Website, wo der Kommentar in voller Länge nachzulesen ist: https://edr401mvpa.wordpress.com/2018/08/30/die-leser-pointe-des-laserpointers-rhetorische-kriegsfuehrung-im-artikel-flugzeug-ueber-stralsund-mit-laser-geblendet-vom-24-08-2018-im-nordkurier/

Und noch ein Kommentar, der hier nicht reinpasst, weil er wohl "zu lang" ist: https://edr401mvpa.wordpress.com/2018/08/29/24-8-2018-militaerischer-fluglaerm-ueber-ehemals-ruhigen-naturlandschaften-und-militante-kritiker-des-militaers-in-hoodies-mit-gruenem-laser-ed-r-401-mvpa-ne/

Leser aus Berlin veröffentlichen Leserbriefe und Kommentare auf diesen Artikel (aufgrund der Länge hier nicht zitierbar): https://edr401mvpa.wordpress.com/2018/09/12/berliner-stimmen-zu-ed-r-401-mvpa-ne/