Nach der Sturmflut
Flugzeuge dokumentieren Küstenschäden

Eine Ruine eines Imbiss auf dem Steilufer von Zempin auf Usedom.
Eine Ruine eines Imbiss auf dem Steilufer von Zempin auf Usedom.
Stefan Sauer

Nach der Flut beginnen die Aufräumarbeiten. Per Flugzeug sollen nun die Schäden dokumentiert werden.

Nach der schweren Ostsee-Sturmflut sollen Flugzeuge von Freitag bis Sonntag die Schäden in Mecklenburg-Vorpommern dokumentieren. Die gesamte Küste von Usedom bis zur Grenze nach Schleswig-Holstein werde abgeflogen und per Laserscan der Küstenverlauf dokumentiert, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Usedom wurde von der Sturmflut besonders getroffen.

Mit einem Vergleich von Werten früherer Messungen könnten dann Dünenrückgänge, Steiluferabbrüche und Strandabspülungen durch die Sturmflut beurteilt werden. Die Messungen sollen zeigen, wo akuter Handlungsbedarf besteht und Aufspülungen durchgeführt werden müssen. Die Auswertung der Daten werde etwa zwei Wochen dauern, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Erste Hinweise sollen aber bereits nach wenigen Tagen vorliegen.

Stärkste Sturmflut seit 2006

Die stärkste Ostsee-Sturmflut seit zehn Jahren hatte am Mittwochabend an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Wieviel genau, weiß bislang noch niemand.

Backhaus hat Soforthilfen von zehn Millionen Euro angekündigt. Damit sollen die Küstenschutzanlagen repariert werden. Weitere Gelder könnten fließen, um auch den Kommunen bei der Bewältigung der Sturmflutfolgen finanziell unter die Arme zu greifen. Dazu laufen Gespräche mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium.

Seit Anfang der 1900er Jahren wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 400 Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. Dennoch gab es auch Kritik an der Politik. Mehrere Bürgermeister kritisierten, dass nur bebaute Gebiete geschützt würden. Die Fluten hätten reichlich Sand von den Stränden weggespült und Dünen beschädigt. Sie appellierten an das Land, den betroffenen Kommunen zu helfen. Andernfalls sei es kaum möglich, die Schäden bis zum Beginn der Urlaubssaison zu beseitigen.

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