NOTFALL-MANÖVER

Flugzeuge lassen Kerosin über dem Nordosten ab

Über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg führen zahlreiche internationale Flugrouten. Manchmal müssen die Maschinen tonnenweise Treibstoff ablassen.
Jörg Spreemann Jörg Spreemann
Sieht in der Luft schön aus, kann aber unangenehme Folgen für den Boden haben: Flugzeug.
Sieht in der Luft schön aus, kann aber unangenehme Folgen für den Boden haben: Flugzeug. Daniel Reinhardt
Neubrandenburg.

Da liegt was in der Luft: In den vergangenen beiden Jahren haben Passagierflugzeuge auch über Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg während ihres Fluges Treibstoff abgelassen. Wie aus einer Übersicht der Bundesregierung hervorgeht, handelte es sich dabei jeweils um größere Mengen im Umfang von 36 bis 46 Tonnen Kerosin. Das sind pro Vorfall Mengen zwischen knapp 44 000 und 57 000 Litern Kraftstoff. Über das Geschehen am Himmel fühlten sich die Länder vom Bund derzeit nicht hinreichend unterrichtet, so eine Sprecherin des Schweriner Infrastrukturministeriums.

Der so genannte Treibstoff-Schnellablass wird angewendet, wenn sich ein Flugzeug in einer technischen Notlage befindet oder ein Fluggast schwer erkrankt ist. Für eine sichere Landung auf den nächsten Flughafen muss die Maschine Gewicht „abspecken”. Das war laut Bundesregierung im Zeitraum 2016/2017 unter anderem in einem Korridor zwischen der Insel Usedom – Seenplatte – Magdeburg sowie im Luftraumgebiet zwischen Uckermark – Prignitz – Niedersachsen der Fall. Insgesamt werden in Deutschland pro Jahr zwischen 400 und 500 Tonnen Kerosin über dünn besiedelten Regionen abgelassen.

Niemand weiß, was das Kerosin bewirkt

Zum Verbleib des Kerosins in der Luft und möglichen Auswirkungen auf den Boden haben die Landesumweltminister von der Bundesregierung einen Bericht angefordert, der Anfang November erörtert werden soll. Hintergrund des Auftrages ist die derzeit dünne Erkenntnislage über die Folgen der Notaktionen, die sich vor allem auf 25 Jahre alte TÜV-Untersuchungen stützt.

Nach eigenen Angaben will in den kommenden Monaten das Umweltbundesamt wissenschaftliche Erkenntnisse zu Rückständen und Ablagerungen von Kerosin und zu Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit zusammentragen.

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Kommentare (1)

44 000 und 57 000 Litern Kraftstoff! Mmmh, lecker...

Wer entschädigt die Bevölkerung?