HUBERTUSMESSEN

Franz-Robert Liskow schießt gegen Peta-Kritik an Jägern

Die Tierrechtsaktivisten von Peta haben zu einem Boykott von Hubertusmessen aufgerufen und Jäger für ihre „offene Freude am sinnlosen Töten” kritisiert. CDU-Politiker Liskow schießt nun zurück.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert in einer Stellungnahme die Praxis von Treibjagden und ruft zu einem Boykott von Hub
Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert in einer Stellungnahme die Praxis von Treibjagden und ruft zu einem Boykott von Hubertusmessen auf. Jens Büttner
Greifswald.

Erst die Angler, jetzt die Jäger. Die Tierrechtsorganisation Peta hat einen neuen Feind gefunden, an dem sie sich abarbeiten kann. In einer Stellungnahme auf der eigenen Internetseite rief Peta vor wenigen Tagen zu einem Boykott von Hubertusmessen auf und verurteilte die Jagdpraxis von Drück- und Treibjagden. Hintergrund: Der eigentliche Hubertustag ist der 3. November. Um diesen Tag herum finden deutschlandweit sogenannte Hubertusmessen statt. Hier erhalten Jäger den kirchlichen Segen. Denn mit der Herbstzeit beginnt auch für die Jäger mit den großen Drückjagden eine Zeit besonderer Jagderlebnisse und geselliger Momente. Allein in Mecklenburg-Vorpommern finden bis 10. November 25 dieser Messen statt.

Peta: Jäger haben Freude am sinnlosen Töten

Peta fasst diese gängige Praxis und das wichtige Datum für die Jagd etwas anders zusammen: „Die Hubertusmesse ist häufig der Auftakt zu grausamen Treib- und Drückjagden. Dann ziehen die Jäger in die Wälder, um unzählige Tiere zu hetzen und zu erschießen.” Weiter heißt es in dem Aufruf: „Die meisten Tiere flüchten mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien und kämpfen oftmals einen tagelangen, extrem schmerzvollen Todeskampf.” Für Peta gibt es auch keinerlei Verbindungen zwischen der Jagd und den christlichen Werten. Stattdessen ist die Rede von „die offene Freude am sinnlosen Töten von Tieren” die nicht mit der Barmherzigkeit, Liebe und Gerechtigkeit vereinbart werden könne, die im Christentum eigentlich gelebt werde.

Liskow schimpft Petas ideologiegetriebenen Populismus

Als Verteidiger der Jäger hat sich nun der CDU-Politiker und Landtagsabgeordnete in Schwerin, Franz-Robert Liskow, gezeigt. Er bezeichnete die Pressemitteilung von Peta als „ideologiegetriebenen Populismus”. Liskow lässt dabei kein gutes Haar an den Tierschützern: „Die Pressemitteilung von Peta lässt wieder einmal tief in die Gedankenwelt der sogenannten Tierschützer blicken. Erst fordern sie Passanten auf, gegen Angler vorzugehen, nun haben sie sich offensichtlich die Jäger als ein neues Feindbild gesucht“, so der CDU-Mann. Zuletzt hat die Tierschutzorganisation von sich Reden gemacht, als sie online einen Ratgeber verbreitete, wie man Angler mit Hilfe von Steinwürfen von ihrem Hobby abhalten könne, was deutschlandweit Debatten und Empörung nach sich zog.

Stattdessen nimmt Liskow die Jäger in Schutz und weist auf die umfangreiche Ausbildung und deren staatliche Prüfung hin. „Jägerinnen und Jäger sind neben Anglern die einzigen ehrenamtlich tätigen Naturschützer, die eine umfangreiche Ausbildung und eine staatliche Prüfung absolvieren müssen. Für das sogenannte Jägerabitur lernen Jäger für verschiedene Fachbereiche. Die falschen Verdächtigungen von Peta sind daher unerträglich“, so Liskow.

 

 

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Kommentare (5)

Wenn ich an die vielen dänischen Jagdtouristen denke, die demnächst wieder die Reviere un MV unsicher machen, fällt es mir schwer daran zu glauben, daß Sie hier herkommen, im Naturschutz zu betreiben.
Hauptsächlich geht es darum, ein Wildschwein vor die Flinte zu bekommen. Diese gibt es in Dänemark nämlich kaum. Hier kann man dann doch von Lustgewinn durch töten sprechen.
Auch die Jagd als Hege und Pflege sehe ich kritisch. Es ist eher die Angst vor wirtschaftlichen Schäden der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es gibt sehr viele gute Jäger. Und ich sehe die Jagd nicht grundsätzlich als falsch an. Als Fleischesser ist gejagtes Wild, dem Fleisch aus Massentierhaltung alle mal vorzuziehen.
Aber die Jäger als größte Naturschützer zu stilisieren finde ich falsch.
Und Treib- und Drückjagden hinterlassen in der Tat viele angeschossene Tiere.
Dies ist mehr der Versuch, konservativen Wählern zu schmeicheln...
Und das der NK Peta generell nicht gut da stehen lässt, finde ich auch problematisch und ist keine neutrale Berichterstattung!
Nicht zu vergessen, daß viele Jäger den Schein machen, um berechtigt zu sein, eine Schusswaffe zu besitzen.
Abschließend würde ich empfehlen, die Jagd realistischer zu sehen. Sie ist das Töten von Tieren. Und hier sollte man mehr Demut zeigen...und weniger Pathos an den Tag legen.

Ein Förster studiert vier Jahre und hat dann eine fundierte Ausbildung. Ein Berufsjäger ist mit einer Ausbildung von 3 Jahren dabei... die Horden von Hobbyjäger eine fundierte Ausbildung zu bescheingen ist hanebüchen. Für das sog. Grüne Abitur benötigen Sie einen Urlaubskurs von max. 3 Wochen und 2500,00 EUR, aber keinen Schulabschluss. Und wenn der "Jäger" dann kein eigenes Revier hat und auf Einladungen angewiesen ist oder sich Abschüsse bei nicht so finanzkräftigen Revierinhabern erkauft, dann weiß man auch über Treffsicherheit. Auch damit ist es dann neben Wissen, Naturverständnis und allgemeinen praktischen Jagdkenntnissen nicht weit her. Und zu der These, Jäger sind Natur- und Tierschützer ist die die Wahrheit leider eine andere. Jäger schützen im Frühjahr nur das was sie im Herbst selbst erschießen wollen ... Grad aktuell bei der Debatte um Wolfsabschüssen sind Jäger weit vorne mit dabei... wenn es darum geht, dass die Jagd in den Mittelmeerländern auf unsere Zugvögel wie Kibitze und Brachvögel , verboten wird, davon hört man nichts. Wäre ja auch kontraproduktiv da Jäger hier grad Kibitze vorschieben um den Fuchs zu erlegen. Und fehlt der Fuchs jammern die Landwirte landauf landab über die grad herrschende Mäuseplage. Jägern geht es halt nur ums Töten... alle anderen Behauptungen sind wie von den Gebrüdern Grimm... ein Märchen. Unsere Kirchen mit den Hubertusmessen tun sich keinen Gefallen ... mit mir sind in diesem Jahr vier Leute aus unserer Kirche ausgetreten. Das Absegnen vom hinterhältigen Töten von Tieren lässt sich nicht mit meiner Sicht vom christlichen Glauben vereinbaren. Liebe, Mitgefühl und Verantwortung unserer Natur gegenüber sehe ich bei Jägern nicht gegeben. Und bei der Kirche auch nicht. Und Politiker die einer kleinen Minderheit huldigen - die haben meinen Respekt verloren und schaden ihrer Partei. Mögen die Vereine heißen wie sie wollen die Tierleid aufdecken ... sie sind bitter nötig in unserer Raffgesellschaft wo wenige zum Schaden vieler sich an der Natur bedienen die ihnen nicht gehört. Es mag so aussehen, als ob Jagd toleriert wird in der Gesellschaft - es stehen einfach nur wirtschaftliche Interessen dahinger. Waffenhersteller, Bekleidungsindustrie, der ganze Zinnober den Jäger für ihr Hobby für wichtig halten, Autohersteller die ihre Geländewagen mit saftigen Rabatten an den Mann bringen wollen, Zeitschriftenverlage, Jagdreiseunternehmer ... es geht um Geld... nicht um Jagd und Jäger ... und Politiker lassen sich auch gerne werbewirksam vor den Karren der Wirtschaft spannen. Sogar Tierärzte verdienen gut an Jägern....nimmt doch ein Jäger billigend in Kauf, dass sein Hund bei der blutigen Baujagd verletzt oder sogar getötet wird. Auch das ist wahre Tierliebe wenn man seinen angeblich besten Freund zerfleischen lässt? Aber über PETA meckern. Was hat Kurt Tucholsky mal gesagt: Hier ist der gefährlich der den Schmutz aufdeckt und nicht der, der ihn verursacht hat. In dem Sinne ....

Gibt es belastbare Zahlen und Quellenfür die "vielen dänischen Jagdtouristen"?

Meine Einschätzungen sind Subjektiv.
Ich wohne in einer "Wildschweingegend" in Südost MV. Ich sehe die Geländewagen mit dänischem Kennzeichen, ich treffe dänische Jäger auf meinen Spaziergängen, ich habe viele Bekannte in der LW und in der Landesforst, die mir dies bestätigen. Quantitativ kann ich das nicht beziffern. Die dänischen Jäger zahlen eine Summe x, um in einem Revier auf Schwarzwild zu gehen. Besonders letztes Jahr, als in Panik vor der Schweinegrippe zur Wildschweinjagd geblasen wurde, waren sehr viele Dänen dabei. Denen geht es hauptsächlich um die Strecke und am Besten noch ein paar schöne Hauer als Souvenir. Das Fleisch ist zweitrangig und wird meist den Jagdhelfern überlassen oder sogar entsorgt. In Dänemark gibt es schon lange kaum noch Schweine und man müht sich die letzten auch noch auszurotten. Man geht von mittlerweile von weit unter 100 Wildschweinen in ganz Dänemark aus.
Die soll paradoxerweise, die für Dänemark wirtschaftlich immens wichtige industrieelle Schweinemast schützen.
Hätte ich Lust, das jetzt zu googeln, könnte ich es sicherlich belegen, habe ich aber nicht. Also glauben Sie es oder nicht.
MfG

Ja, danke. Hatte Berichte drüber gesehen, daß sich DK wg. der Schweinegrippe aus Vorsicht auf ihre Schweinemast abschottet (Wildzäune entlang der Landgrenze). Mir sind nur nicht die gestiegene Anzahl von Jägern aus DK bekannt, obwohl ich einige Jäger im Bekanntenkreis habe. Soweit ich weiß, gab es nie große Wildschweinpopulationen in DK. Warum sollten die Jäger nun ausgerechnet jetzt zu uns kommen? Werde mich aber mal umhören. Gruß aus VG