Mehr als 20 Fälle

Falsche Polizisten - Trickbetrüger-Welle in MV

Mehr als 20 Trickbetrug-Versuche sind in MV am Donnerstag gezählt worden. Meistens waren es vermeintliche Polizisten. Eine Seniorin in Lübz hat mehrere zehntausend Euro verloren.
Lübz

Bei der Polizei im Landkreis Rostock wurden am Donnerstag über 15 Anzeigen wegen des versuchten Enkeltricks aufgenommen, in Vorpommern-Rügen haben fünf Personen Anzeige erstattet. Eine 80-Jährige aus Lübz (Ludwigslust-Parchim) hat laut der Polizei außerdem mehrere zehntausend Euro an Betrüger verloren.

Im Landkreis Rostock wurden unterschiedliche Betrugsversuche geschildert. In den meisten ging es um vermeintliche Unfälle und benötigtes Geld für die angebliche Schadensregulierung. Fast immer haben die Angerufenen den Schwindel erkannt, aufgelegt und die Polizei informiert. Aber auch aufmerksame Taxifahrer und Bankmitarbeiterinnen haben dafür gesorgt, dass es zu keiner Geldübergabe gekommen ist.

Zehntausende Euro durch falsche Polizistin verloren

Die 80-jährige Frau aus Lübz hingegen hatte nicht so viel Glück. Eine Anruferin gab sich als Polizeibeamtin aus und berichtete, dass die Tochter der Seniorin angeblich einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Die Betrügerin überzeugte die Lübzerin, einen Geldbetrag in Höhe von mehreren zehntausend Euro für die Freilassung ihrer Tochter aufzubringen und an eine unbekannte Person an ihrer Wohnungstür zu übergeben.

Ähnliche Situation im Raum Ribnitz-Damgarten: In vier Fällen wurden Menschen angerufen und der Anrufer gab jeweils an, dass ihre Tochter oder Enkel/Enkelin einen Verkehrsunfall verursacht hätte. Eine 79-jährige Frau aus Dierhagen erhielt einen Anruf einer Frau, die angab, bei der Polizei in Rostock zu arbeiten. Ihre Enkelin soll einen Verkehrsunfall verursacht haben, bei dem eine Frau tödlich verletzt worden sei. Die Geschädigte sollte eine Kaution in Höhe von 180.000 Euro hinterlegen, damit ihre Enkelin nicht ins Gefängnis muss. Nachdem die Seniorin sagte, dass sie so viel Geld nicht hat, wurde die Forderung durch die Unbekannte auf 30.000 Euro gesenkt. Die Geschädigte erkannte nun, dass es sich um einen versuchten Trickbetrug handelt, beendete das Gespräch und verständigte die Polizei.

Kinder oder Enkel als vermeintliche Unfallverursacher

Ein Ehepaar aus Ahrenshagen-Daskow erhielt Donnerstagvormittag einen Anruf. Eine weinerliche weibliche Stimme meldete sich mit den Worten: "Oma, hilf mir." Die 89-jährige Geschädigte vermutete zunächst ihre Enkelin. Die vermeintliche Enkelin gab den Hörer an einen vermeintlichen Polizisten weiter, der von der Seniorin persönliche Daten erfragte. Als der 90-jährige Ehepartner der Geschädigten hinzukam, fragte er den Anrufer nach dem Geburtsdatum der Enkelin. Daraufhin wurde das Telefonat durch die Anrufer sofort beendet.

Kurze Zeit später erhielten ein 89-Jähriger und seine 84-jährige Ehefrau aus Bad Sülze einen Anruf von vermeintlichen Polizisten aus Rostock. Diese teilten mit, dass die Tochter der Angerufenen einen Verkehrsunfall in Rostock verursacht hätte, bei dem ein Mensch tödlich verletzt wurde. Die Senioren riefen parallel ihre Tochter an, welche ihnen mitteilte, dass sie gar nicht in Rostock gewesen sei und beendeten im Anschluss das Telefonat mit den Betrügern. Mit der gleichen Masche versuchten es Unbekannte bei einer 96-Jährigen aus Ribnitz-Damgarten. Auch sie erkannte den Betrugsversuch, beendete das Gespräch und rief sofort ihren Sohn an.

Falsches Lotto-Abo

In Grimmen erhielt eine 50-Jährige mehrere Anrufe einer vermeintlichen Lottogesellschaft. Der Anrufer sagte, dass die Frau ein Lotto-Abo abgeschlossen hätte und erfragte die Kontodaten. Die 50-Jährige gab keine persönlichen Daten heraus. Stattdessen verständigte sie die Polizei.

Immer wieder warnt die Polizei vor Trickbetrügern. Im japanischen Tokyokawa hat die Polizei dies mit einer ungewöhnlichen Aktion gemacht: Sie ließ Baseballschläger in einem bei Senioren beliebten Onsen-Bad verteilen, die mit Warnhinweisen versehen im heißen Quellwasser treiben.

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