GEFÄHRLICHE BAKTERIEN

Frau in Ostsee mit Vibrionen infiziert – weitere Verdachtsfälle

Nach den Warnungen des Gesundheitsamtes hat sich nun tatsächlich eine Frau mit Vibrionen infiziert. Sie war in der Ostsee schwimmen gegangen.
Eine Frau war bei Ribnitz-Damgarten in der Ostsee baden und hat sich dabei mit Vibrionen infiziert (Symbolbild).
Eine Frau war bei Ribnitz-Damgarten in der Ostsee baden und hat sich dabei mit Vibrionen infiziert (Symbolbild). Stefan Sauer
Ribnitz-Damgarten ·

Kürzlich wurde die erste Infektion mit Vibrionen diesen Jahres in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Wie Jörg Heusler, der Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Vorpommern-Rügen, am Dienstag berichtet, habe sich eine Frau beim Schwimmen im Bereich Ribnitz-Damgarten mit den gefährlichen Bakterien angesteckt.

Heiko Will, der Chef des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock, teilte am Dienstag mit, dass die 87-jährige Frau wegen einer durch Vibrionen verursachten Blutvergiftung auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in Ribnitz-Damgarten behandelt wird. Darüber hinaus gebe es zwei weitere Fälle in Greifswald, Details darüber lägen noch nicht vor.

Kein Badeverbot im Kreis Vorpommern-Rügen 

Eine besondere Gefährdung liegt für die entsprechende Gebiete jedoch nicht vor. Nach dem aktuellen Fall werde daher auch kein generelles Badeverbot im Kreis Vorpommern-Rügen ausgesprochen, sagte Heusler. Unter anderem aufgrund von Strömungen sei es schwierig herauszufinden, wo sich besonders viele Vibrionen im Wasser befinden.

Ein Badeverbot habe man daher noch nie erteilt. Vibrionen sind in der Ostsee schon viel länger, als wir dort baden. Die Wahrscheinlich beim Baden zu ertrinken sei viel höher, als durch eine Vibrionen-Infektion zu sterben. Die Bakterien würden oft mit Blaualgen verwechselt, seien mit dem bloße Auge jedoch gar nicht zu erkennen: Auch bei klarem Wasser können sich laut Heusler Vibrionen darin befinden.

Will sagte, in diesem Jahr sei die Vibrionen-Saison wegen des zunächst meist kühlen Wetters eher langsam angelaufen. Bei den knapp 20 an verschiedenen Messpunkten der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns gezogenen Proben seien vier positiv auf Vibrionen getestet worden.

So gefährlich sind Vibrionen

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hatte bereits im Juni diesen Jahres vor Vibrionen in der Ostsee gewarnt. Bei den sommerlich steigenden Temperaturen müssen Badende in der Ostsee mit Vibrionen rechnen, hieß es damals.

Sie erleichtern den salztoleranten Bakterien die Ausbreitung. Vibrionen sind an der gesamten Ostseeküste bis in den baltischen Raum verbreitet. Auch an der Nordsee etwa in Flussmündungen kommen sie vor.

In seltenen Fällen verursachen Vibrionen schwere oder sogar lebensbedrohlichen Wundinfektionen. Gefährdet seien jedoch nur sehr wenige Badegäste, vor allem Ältere, Menschen mit chronischen Grundleiden oder einer Immunschwäche. Wer zur Risikogruppe gehöre und Hautverletzungen habe, solle den Kontakt mit Meer- oder Brackwasser meiden.

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Vibrionen-Infektionen erkennt man an Rötungen, Schwellungen und Blasenbildung auf der Haut bei gleichzeitigem Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, Durchfall oder sogar Schock. Auch sehr schwere Wundinfektionen, hartnäckige Ohrinfektionen oder ein Befall des Magen-Darm-Systems sind typische Anzeichen.

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Dieser Artikel wurde am Dienstag, 18. August, um 14 Uhr aktualisiert.

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