Polizei

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23-Jähriger gesteht Tötung von Frau in Schwerin

In Schwerin wurde eine Frau getötet (Symbolbild).
In Schwerin wurde eine Frau getötet (Symbolbild).
Jens Büttner

In Schwerin wurde eine 85-Jährige in ihrem Haus getötet. Die Polizei ermittelte mit Hochdruck. Jetzt hat ein 23-Jähriger die Tötung unter Anwendung massiver Gewalt gestanden - Opfer und Täter kannten sich.

In Schwerin hat sich im Fall der getöteten 85-Jährigen ein Tatverdächtiger gestellt, dies bestätigten die zuständige Kriminalpolizeiinspektion in Rostock und die Staatsanwaltschaft dem Nordkurier. Am Donnerstagabend ging er im Beisein seines Verteidigers zur Polizei und wurde vorläufig festgenommen.

Am Freitag hat das Amtsgericht Schwerin dann einen Haftbefehl gegen ihn wegen des Verdachts des Mordes erlassen und Untersuchungshaft angeordnet. Im Rahmen seiner richterlichen Vernehmung hatte er die Tötung gestanden. Der Beschuldigte wird daher dringend verdächtigt, die Frau in ihrer Wohnung unter Anwendung massiver Gewalt getötet zu haben. 

Polizei suchte mit Hochdruck

Am Freitag vor einer Woche war die 85-Jährige in Schwerin-Mueß tot in ihrem Haus gefunden worden. Eine Obduktion ergab später, dass sie getötet worden war. Die Polizei suchte daher in den vergangenen Tagen intensiv nach dem Täter sowie Zeugen, befragte an zwei Kontrollstellen in der Nähe des Tatorts rund 800 Menschen und verteilte Handzettel mit Informationen zur Tat.

Auch in den Medien wurde mehrfach über das Tötungsdelikt berichtet. Die entsprechenden Nachrichten verbreiteten sich rasch in den sozialen Netzwerken, weil viele Leser Anteil am gewaltsamen Tod der 85-Jährigen nahmen.

Es war wohl auch dieser Fahndungsdruck, wie es im Fachjargon heißt, der nun den Tatverdächtigen dazu bewog, sich selbst zur Polizei zu begeben und sich zu stellen. Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin Thorsten Kopf berichtet außerdem von einem maßgeblichen Zeugenhinweis, der diesen schnellen Fahndungserfolg möglich gemacht habe.

Täter kannte die Frau

Der 23-Jährige verschaffte sich in der Nacht auf den 7. September Zugang zum Haus der Frau, um sie zu bestehlen, heißt es von der Staatsanwaltschaft Schwerin. Demnach kannte er die Wohnungsinhaberin aus der Vergangenheit. Beim Durchwühlen der Schränke wurde der junge Mann von ihr überrascht. Der Beschuldigte stieß sie zu Boden und schlug ihr massiv gegen den Kopf und den Oberkörper.

Für die Staatsanwaltschaft scheint klar: Er hat die Zeugin bewusst umgebracht, um den Diebstahl zu verdecken. Nachdem er sich vom Tod seines Opfers überzeugt hatte, flüchtete der Mann vom Tatort, nahm dabei Schmuck und Bargeld mit.

Trotz des Geständnisses weist die Staatsanwaltschaft ausdrücklich auf die Unschuldsvermutung hin.

Dieser Artikel wurde am Freitag, 14. September, mehrfach aktualisiert.